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Hier nun ein kleiner Email-Schriftwechsel.
Nett wie ich bin, schrieb ich ein paar Zeilen an den Verkäufer:
Mein erstes Mail in dieser Sache:
Hallo Goldener Frosch,
zu einer derart primitiven Fälschung hätten Sie nicht soviel schreiben
müssen. Insbesondere würde der Zusatz: keine Garantie, ohne Obligo, ohne
Gewähr, oder etwas in dieser Art, das Angebot etwas seriöser erscheinen
lassen. Bei Ihrem Angebot ist nicht nur der Stempel falsch, sondern auch die
Marke. Die Roste sind aufgedruckt, die Nummer nachträglich in die Mitte
gestempelt.
Sie können diese Fälschung immer wieder bei Ebay sehen. Sie sind nun der
Erste, der diese Fälschung als echt anbietet. Meine Glückwunsch dazu.
Die erste Antwort:
Hallo
ich hielt sie für echt, schrieb das aber nicht hin. Ich habe doch nirgends
erwähnt die Marke sei 100% echt.
Mit freundlichen Grüßen C.
Die zweite Antwort:
Hallo,
habe mir mal Ihre Seite angesehen, und da ich wirklich nicht weiß ob die
Marke echt ist, dies aber glaube, den Zusatz ohne obligo der Auktion
hinzugefügt. Nun bin ich sicher keiner der aufgelisteten Betrüger mehr, da
ich offen schreibe, die Echtheit nicht versichern zu können. Mit
freundlichen Grüßen C.
Mein zweites Mail:
Hallo Herr B.,
Sie bieten ganz eindeutig und ohne jeden Zweifel eine echte Marke an. Lesen
Sie einmal die Ebay Bedingungen. Sie haften für die Richtigkeit Ihrer
Angaben und die Echtheit Ihrer Angebote. Das steht dort wirklich in den
Bedingungen! Zivilrechtlich sieht es so aus: Es kauft jemand die
Marke, hat selbst schon einen Käufer dafür, kauft bei Ihnen sagen wir für
150,- und verkauft für 5000,-. Dann kommt die Marke als "FALSCH" von der
Prüfung zurück. Der Käufer, der bei Ihnen gekauft hat, fordert nun die
5000,- als Schadensersatz von Ihnen. Sie zahlen nicht, er klagt. Die Chance,
dass ein Gericht Sie zur Zahlung verurteilt ist sehr groß. Leider fehlen
entsprechende Musterprozesse. Sie können das Risiko minimieren mit einem
Nachsatz wie: "Da ich nicht weiß, ob die Marke echt ist und diese ungeprüft
ist, kann ich keine Garantie für die Echtheit übernehmen." Das haben Sie mir
ja auch geschrieben. Tatsächlich ist es jedoch eine so schlecht Fälschung,
dass man schreiben sollte (um jedes Risiko zu vermeiden): Mir wurde
mitgeteilt, dass es sich um eine schlechte Ganzfälschung handelt. Da ich das
nicht beurteilen kann gebe ich keine Garantie für die Echtheit. Sie bieten
hier auf Ihr Risiko.
Viele Grüße
Jürgen Kraft
Das dritte Mail vom goldenenfrosch:
Hallo, diesen Nachsatz habe ich doch
jetzt hinzugefügt, dort steht jetzt eindeutig für jeden lesbar: Ohne Obligo.
Ich nehme doch an das dies nun so Ok ist. Schauen Sie doch noch mal in die
Auktion rein. Was macht Sie so sicher, dass es sich um eine Fälschung
handelt?? Könnte ich das selber nachprüfen? Wenn ich selbst feststelle, dass
es sich um eine Fälschung handeln muss würde ich natürlich das Angebot
zurückziehen.
Mit freundlichen Grüßen
Meine Antwort darauf:
Hallo,
Mit dem Nachsatz ist es jetzt völlig OK. Lassen Sie es so drin.
Es handelt sich um eine sehr häufige und bekannte Fälschung. Diese Fälschung
hat einen Seidenfaden, keine Prägung und weicht natürlich in Papier, Druck
und Farbe vom Original ab. Insbesondere ist die Fälschung leicht an dem
immer gleich aufgedruckten "Stempel" (die windschiefen und unterschiedlich
langen Rauten um das Mittelstück herum) zu erkennen. Der total bekloppte
Fälscher hat noch nie einen echten Roststempel gesehen gehabt. Die Fälschung
ist Jahrzehnte alt. Ich selbst besitze in meiner Vergleichssammlung eine
Reihe genau dieser Fälschungen.
In der Anlage zwei echte Roststempel auf Nr. 1, bzw. Nr. 2. Zu Ihrem Spruch:
"Der Frosch ist mein Zeichen und steht für gute Marken!" ist anzumerken,
dass außer Ihnen und ein paar anderen ahnungslosen Anfängern,
selbstverständlich jeder der auf "Altdeutschland" und dann "Schleswig
Holstein" klickt weiß, dass das es hier eine lächerliche
Kleinkinderfälschung als echte Marke, ausführlich erklärt und beschrieben,
zu kaufen gibt. Jeder
wird fortan assoziieren: "Der Frosch, dass Zeichen für lächerliche
Fälschungen. Ein Angebot vom ahnungslosen Frosch der auch etwas zu
Briefmarken schreiben wollte." Sie machen sich lächerlich und ziehen sich
selbst in den Dreck. Ihre Frage "Was macht Sie so sicher, dass es sich um
eine Fälschung handelt??" ist doch nur die Abrundung dieser vortrefflichen
Realsatire. Die Frage müsste lauten, ob es einen Schleswig Holsteinsammler
geben könnte, der nicht weiß, dass hier eine plumpe Witzfälschung angeboten
wird. Die Bieter (außer den
Ersten, so bis 2,50), sind vor Gier sabbernde Schnäppchenjäger, die keine
Ahnung von Briefmarken haben, aber 9000,- EURO lesen können! Ich hoffe, Sie
haben nicht mehr als 1,50 für das Stück Papier bezahlt. Dafür
kann man es nämlich bei Ebay kaufen. Wird oft und immer wieder als Fälschung
angeboten.
Mit dem Nachsatz ist es jetzt völlig OK. Lassen Sie es so drin.
Viele Grüße
Jürgen Kraft (unten meine Anlagen)

Es folgten dann noch ein paar Mails mit auch
persönlichen Dingen, die ich hier nicht veröffentlichen möchte. Nur soviel:
goldenerfrosch ist ein wirklich netter und freundlicher Mensch. Er glaubt
mir nur nicht. Na gut.
Ich musste eben noch mal schreiben:
Hallo,
ich muss noch einmal schreiben. Ich lache mich schon Stunden über Ihre
Beschreibung schlapp. Das ist wirklich das Beste, was bei Ebay seit Wochen
war. Erst zitieren Sie den Michel, dann schwadronieren Sie über den Stempel:
"Die Marken wurden mit dem typischen Rostrundstempel geschwärzt! Dieser
liegt eindeutig in schöner Weise vor!"
Das ist Hammerhart. Sie outen sich als Schleswig-Holstein Kenner ersten
Ranges. Es ist nicht nur einfach ein Roststempel, n e i n es ist ein
typischer Rostrundstempel! Der liegt auch nicht irgendwie vor, sondern
eindeutig in schöner Weise! Aber hallo, da fallen mir ja die Klüsen aus dem
Kopf.
Kein Wort davon, dass der Rost ja gar nicht rund ist, kein Wort davon, dass
es eine Nr. 63 nie gab. Ich lege Ihnen noch ein paar Scans bei. Die Marken
auf denen hinten "FÄLSCHUNG" steht (das war kein chinesischer Bundesprüfer
Fäll Tschung), sehen vorne aus wie ihr Stück, mit dem typischen
Rostrundstempel geschwärzt! Sollte ein Witz sein. Der beiliegende Scan eines
Briefes, zeigt ein echtes Stück, mit echtem Stempel. Und siehe da, er ist
tatsächlich Rund! Man muss es immer wieder lesen, weil es so schön ist: DER
MICHELKATALOG SCHREIBT: Nr. 2 sollte ursprünglich für das gesamte Gebiet
Schleswig-Holsteins ausgegeben werden. Wegen der politischen Verhältnisse
wurden sie nur in Holstein verkauft. Der Verkauf wurde bereits März 1851
eingestellt. Deshalb sind gestempelte viel seltener. Die Marken wurden mit
dem typischen Rostrundstempel geschwärzt! Dieser liegt eindeutig in schöner
Weise vor! Er ist nicht zu schwach, aber es wurde auch
nicht zu sehr geschwärzt! Preise für diese Markegelten für Stücke die an
höchstens einer Seite leicht
berührt sind. Allseits breitrandige Stücke verdienen 50% Aufschlag! Also
könnte diese Marke auch mit 10.000 Euro bewertet werden! Der Frosch ist mein
Zeichen und steht für gute Marken! Viel Spaß beim Bieten!!!
Den hat sicher niemand. Aber Spaß beim lesen!!! Supi gutti gutti (Ebay
Sprache, stammt nicht von mir)
Die Beschreibung mit dem Nachsatz: Ich gebe keine Garantie für die sichere
Echtheit der Marke! Habe sie selbst erworben! Also ohne Obligo! ist auch
superwitzig. Wann hätten Sie denn ein Obligo gegeben, wenn Sie die Marken
gefunden hätten? Bei erworben ohne Obligo? Bei was mit?
Und noch mal: Der Frosch ist mein Zeichen und steht für gute Marken! Na
also! Wenn Sie sich maximal lächerlich machen wollen, dann schreiben Sie
genau das: Ist aus Ankauf, deshalb kein Garantie! Das stammt nicht von mir,
sondern von einem anderen Ebayanbieter (Powerseller und schreibt den
Quatschsatz zu jedem Los). Zu deutsch heißt das: weil ich keine Ahnung von
Briefmarken habe und kein Geld für die Prüfgebühren, muss ich das leider so
anbieten.
Viele Grüße aus Teneriffa
Jürgen Kraft
Anlagen:


Aus meiner Fälschungssammlung. Hier nur ohne die Witznummer
"63". Die rechte Marke ist die gleiche Fälschung. Man beachte auch die
breiten Ränder. Echte können nicht solche Ränder haben! Siehe unten! In
diesem Licht betrachtet, müssen Sie sich noch einmal die Beschreibung
durchlesen: " Allseits breitrandige Stücke verdienen
50% Aufschlag!". Hier auch zum wiederholten Male: weshalb sind Fälscher
so blöd? Schnippelt die Ränder schmal ab und die Marke sieht doppelt so echt
aus! Noch ein Tipp für alle Frösche, die nicht wissen, ob etwas echt sein
könnte: Haben Sie Kinder über 10 Jahre? Fragen Sie die! Meine Jüngste weiß
wie es geht. Suchbegriff bei http://google.de
eingeben, klicken, sehen und staunen!
Der Brief ist echt:

Ja, die Roststempel sind wirklich rund!
Und mein vorläufig letztes Mail:
Hallo,
die Mails haben sich nun überschnitten. Nein - das mit Betrug ist vom Tisch.
Sie reihen sich nun ein in ein Heer von unwissenden Dilettanten, die bei
Ebay offensichtlichen Müll theatralisch vermarkten.
Das bringt viel Spaß. Den Illusionskapitallisten, die gierig Gebote auf Müll
abgeben, sollen sie ihn doch fressen und auch denen, die sofort sehen was
hier angeboten ist.
Vielen Dank noch einmal dafür. Ich habe im Moment wenig Zeit, aber ich habe
mir Bild und Text kopiert (den Frosch nicht). In der Endausscheidung für
2003 haben Sie echte Chancen auf den Ersten Platz. Ihren Beitrag kann ich
meinen
Lesern nicht vorenthalten. Er ist einfach zu gut. Andere schreiben nur
lieblos: siehe Scan! Da hat Ihr Angebot eine ganz andere Qualität! Ein
literarischer Leckerbissen, ein philatelistischer Hochgenuss!
Ich fordere schon jetzt den Gold Award für den goldenenfrosch!
Danke nochmals
Jürgen Kraft
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