19.12.09, 18:31:28
xg1651
Hallo
Ich habe hier aus einem etwas älteren Heftchen eine Qualitätsermittlungstabelle für Briefmarken rauskopiert.
Da das Heft von 1960 ist dürften die Kopierigths abgelaufen sein. Das Thema Falze hatte damals noch einen etwas anderen Stellenwert als heute, aber eventuell ist die Tabelle ja doch für den Einen oder Anderen hilfreich
19.12.09, 19:39:33
Juergen Kraft
Hallo,
die Rechte laufen wohl erst nach 70 Jahren ab. Die Seite ist ein origineller Versuch. Dabei bleibt aber die Beliebtheit und die Seltenheit außer acht. Kurz gesagt, bei Stücken, bei denen die Nachfrage überwiegt, werden nicht so schwer abgewertet. Bei Stücken, bei denen das Angebot überwiegt werden noch stärker abgewertet oder können gleich in den Müll.
Es bleiben auch Besonderheiten unberücksichtigt. Wie wertvoll ist das Stück als Vergleichsmaterial? Wie sauber, vollständig und selten ist ein guter Stempel auf einer schlechten Marke?
Auch wenn es noch keiner gemerkt hat, auf dem stampsX Verkaufsformular gibt es eine ganze Menge Auswahlmenüs die auch einmal dazu dienen sollen, dem Verkäufer einen ungefähren Verkaufspreis vorzuschlagen. Bedingung ist, das man die richtigen Auswahlen trifft. Daran könnte so ein System letztlich scheitern. Der Versuch wird aber in Kürze starten.
Ein Nebenprodukt könnte dann sein, dass ich eine Seite für die automatische Schätzung einer Einzelmarke anbieten werde. Die Qualität des Ergebnisses hinge natürlich auch wieder von der fachmännischen Auswahl der Möglichkeiten ab.
Noch eine Anmerkung zu dem gezeigten Blatt. Lustig ist der letzte Absatz. Es entspricht auch meiner Erfahrung, dass Kaufinteressenten gerne addieren. Dann kommt es schnell dazu, dass man noch Geld dazu bekommt, wenn man kauft :D
19.12.09, 21:04:23
xg1651
... natürlich ist das Blatt differenziert zu betrachten, bei einem Hawai- Missionar würde mich eine Reparatur nicht bewegen ihn in die Knochenkiste zu werfen ( gibt es da überhaupt nur einen der nach landläufiger Ansicht "sammelwürdig" wäre)
Es hilft aber ein wenig bei sagen wir Durchschnittsware.
Einige Punkte sind heute eher preistreibend statt mindernd, wie zum Beispiel eine starke Verzähnung.
In den 60iger Jahren war das Material aufgrund der noch sehr großen Anzahl Sammler aber besser verteilt deshalb freuten sich viele schon über die Marke während der Trend inzwischen mehr zu Spezialitäten geht, Plattenfehler, Doppeldrucke, Abklatsche ect.
Ich denke mit 0815 Bund Marken können wir uns gegenseitig totschmeißen, wogegen die damals noch deutsche Bundespost billigsten Ramsch für richtig Kohle vertickt hat.
Ich hatte vor kurzem mal einige Originalverpackungen von der Post: ca. 6 Sondermarken + 6 bis 8 Dauerserien (60-iger Jahre) zum "Verkaufspreis" von 12 bis 17,50 DM.
Wenn das heute auch nur zu 10 % machbar wäre, dann würden wir wohl alle Rolls-Roys fahren...
19.12.09, 21:42:57
Altsax
geändert von: Altsax - 19.12.09, 21:44:15
Hallo,
nach meiner Überzeugung ist jeder Versuch, Mängel bzw. Qualitätszustände an Briefmarken zu kategorisieren und mit prozentualen Abschlägen zum Status "Einwandfrei" zu versehen, zum Scheitern verurteilt. Ähnliche Versuche werden ja mit dem immer wieder propagierten "Grading" unternommen.
Was zählt, ist immer die Gesamtbetrachtung einer Marke/eines Briefes. Die Abwägung zwischen Positivem und Negativem kann nur individuell erfolgen. Kein fixes Schema kann allen Besonderheiten gerecht werden.
Man sollte sich daran gewöhnen, daß Katalogpreise nicht mehr und nicht weniger sind als Richtwerte für die Seltenheits- und Beliebtheitsrelationen der bewerteten Stücke zueinander. Welchen Prozentsatz "der Markt" dafür für angemessen hält, unterliegt nicht vorhersehbaren Schwankungen.
Beste Grüße
Altsax