Erkennung von satiniertem Papier

original Thema anzeigen

 
23.06.09, 16:40:21

eddi0307

Hallo stampsX-Experten,
im Michel wird die Markenausführung "Druck auf glänzend satiniertem Papier" (für z.B. DR 83I - 93I Friedensdrucke) beschrieben.
Wie muß man sich diese Ausführung vorstellen und gibt es dafür Erkennungmerkmale ?
Habe gewisse Probleme die Friedensdrucke/Kriegsdrucke eindeutig zu bestimmen.
Viele Grüße
eddi0307
23.06.09, 18:16:21

Juergen Kraft

Hallo eddi0307,

Um die Papiersorte als Vergleichsstück zu finden, brauchst du nur eine 2 Pf. grau mit Wz., die Nr. 83. Die gibt es nur als Friedensdruck.

Auf der Papieroberfläche sieht man praktisch keine einzelnen Fasern. Das Bild in guter Vergrößerung, hier als 2400 DPI Scan, sieht so aus:



Ich zeige später noch ein paar Bilder.

24.06.09, 09:14:03

Dienstheini

Hallo:
Zusammen.
Möchte hir auch noch meinen Senf dazugeben.
Bei mir war das vor Jahren genau so, nur bei mir waren es die Bayern Ludwigmarken in Friedens und Kriegsdruck, die auf dem selben Friedespapier gedruckt wurden. Ich habe mal gestempelte Marken zusammengetragen und nach Datum sortiert,
da kann man schon einiges unterscheiden. Mit der Zeit wird man immer besser!! Das Friedenspapier ist Dick ,Weiß ganz leicht ins Rahmfarbene tendierend und hat auf der Rückseite einen Seidenartigen Glanz. Bei Postfrischen ist er leicht am Gummi zu unterscheiden!!Das Kriegspapier ist unterschiedlich Dick und man kann die Papierfasern gut erkennen. Ich kann natürlich nicht für`s DR. sprechen, das muß ich diesen Spezialisten überlassen!
Dienstheini.
18.08.10, 20:07:53

eddi0307

geändert von: eddi0307 - 18.08.10, 20:09:12

Hallo Jürgen,
habe dieses für mich problematische Thema mal wieder aufgegriffen und von meiner 83 einen 2400 DPI Detailscan (leider in dürftiger Qualität ?) gemacht.
Aber ich kann am Original und Scan deine beschriebene faserlose Oberfläche so nicht wahrnehmen.
Somit habe ich auch das Problem bei der Unterscheidung Germania Friedensdruck/Kriegsdruck.
Ich meine eine rauhe Oberfläche (Faserpixel) sowohl bei früh- u. spätdatierten gestempelten Marken zu erkennen.
Der Durchblick dazu fehlt mir also noch.
Gruß
eddi0307
http://stampsx.com/forum/attachment.php?id=8998&
http://stampsx.com/forum/attachment.php?id=8999&
Dateianhang (verkleinert):

 DR 83 detail.jpg (80.75 KByte | 10 mal heruntergeladen | 807.53 KByte Traffic)

Dateianhang (verkleinert):

 DR 83 detail.jpg (80.75 KByte | 14 mal heruntergeladen | 1.1 MByte Traffic)

Dateianhang (verkleinert):

 DR 83 + 84 - 01.jpg (307.52 KByte | 29 mal heruntergeladen | 8.71 MByte Traffic)

31.08.10, 10:55:50

joerg arnold

Hallo Sammlerfreunde
Ihr habt schöne Beispiele vom satinierten Papier gezeigt, aber nicht gesagt, was das eigentlich ist. Bei der Papierherstellung läuft das fertige Papier am Ende noch durch hochglanzpolierte Stahlzylinder, die dem Material dann die geschlossene Oberfläche veleihen. Das führt, wie Herr Kraft gezeigt hat, zu einem besseren Druckergebnis mit deutlich schärferen Linien und Kanten.
Mit den besten Grüssen aus Berchtesgaden ( 3 Grad +, Schnee
im Blickfeld. == Hoch lebe die Erderwärmung ==
Jörg Arnold
31.08.10, 15:18:10

eddi0307

hallo joerg,
schön daß du dieses Thema wieder aufgegriffen hast.
Mir fehlt offensichtlich dazu der "Glanz in den Augen".
Ich kann diesen Glanz weder auf meiner 83 noch auf den vor 1914 (also Friedensdruck) gestempelten Marken ausmachen (Ausnahme: obere Reihe, 2.von links).
Oder sind es doch alles Kriegsdrucke ?
Gruß
eddi0307
31.08.10, 15:39:06

Juergen Kraft

Hallo eddi0307,

durch das Wässern der Marken kommen die Fasern wieder aus der Masse hervor und das Papier sieht wieder rauer aus.

Der Tipp mit den Stempeldaten ist auf jeden Fall gut. Wenn du die Marken (am besten auf ungewaschenen Briefstücken) nach Datum sortierst, siehst du die Veränderungen in der Papier- und Druckqualität.
31.08.10, 17:56:16

joerg arnold

Hallo zusammen
Da das Papier ja auf beiden Seiten kalandriert (satiniert)
wurde, kann man das sehr gut bei ungebrauchten Marken an den Rändern, noch besser an Bogenrändern erkennen. Die Beurteilung sollte aber nicht mit dem Scanner sondern mit einer 10-fach-Lupe bei schräg einfallendem Licht geschehen. Wie Jürgen Kraft schon sagte, quillt der Papierfilz bei abgelösten Marken im Wasser auf, sodass da eine Zuordnung kaum mehr möglich ist. Gut geeignet als Übungsobjekt ist die
Dienstmarke 19 V, die es sowohl auf normal- als auch auf satiniertem Papier gibt.
MfG Jörg Arnold
01.09.10, 12:33:42

eddi0307

hallo joerg u. jürgen,
ich meine daß ich den Effekt nun erkannt habe.
Entscheident dafür war der Hinweis mit dem Lichteinfall !!!
Damit kann man mehr oder weniger gut den Glanz erkennen.
Es zeigt sich, daß auch noch Marken die bis 1920 abgestempelt sind, demnach Friedensdrucke sind
(haben wohl in der Schublade gelegen).
Manchmal erzeugt auch der Stempel allein schon einen Glanzeffekt im Abschlagbereich (täuscht also einen FD vor).
Welche DM 19V ist gemeint (DR ?)
Dank für eure Mühe und beste Grüße
eddi0307
01.09.10, 14:40:56

Dienstheini

geändert von: Dienstheini - 01.09.10, 14:41:52

Hallo:
@ eddi0307
Um jörg vorzugreifen er meint Bayern Dienst 19V Papier.
Ja es gibt 1919-1920 auch wieder ein sogenanntes Friedenspapier, jedenfalls bei Bayern, vor allem bei den Dienstmarken. Als der Krieg zu ende war kamen so nach und nach die alten Papierhersteller und Drucker die nicht gefallen waren wieder an ihre Arbeitsplätze zurück, und es konnte wieder besseres Rohmaterial eingekauft werden. So wurde das Papier und der Druck nach dem Krieg wieder besser,und es gab wieder ein Papier das von dem 1915-1916 kaum zu unterscheiden ist.
mfg. Dienstheini.
 
 
Powered by: phpMyForum 4.1.4 © Christoph Roeder