Alles Luxus oder was?


Im Zusammenhang mit seriösen Auktionshäusern, geben die so genannten Qualitätsbezeichnungen Auskunft über den qualitativen Zustand des angebotenen Stücks.

Luxus *) Ausnahmestück, in jeder Beziehung hervorragend, von bestechender Schönheit
Kabinett *) Ausnahmestück in überdurchschnittlicher Qualität, absolut fehlerfrei, besonders schön
Pracht absolut einwandfreie Erhaltung
feinst mit kleinen, oft kaum sichtbaren Mängeln
fein mit Mängeln, noch Sammelwürdig
*) diese Qualitätsbezeichnungen sind klassischen Ausgaben vor 1900 vorbehalten. Das bedeutet, habe ich zum Beispiel einen postfrischen Satz, Deutsches Reich, "Chicagofahrt", genau so, wie von der Post verkauft, kein Fingerabdruck, gleichmäßige Zähnung usw., dann sind die Marken Pracht. Es kann ja kein Luxus sein, wenn noch niemand die Marken kaputt gemacht hat.

Dann gibt es die Zeichen. Zunächst die seriösen:

** absolut postfrisch, wie vom Postamt geliefert
* Originalgummi mit Falz oder Falzresten
(*) ohne Gummi oder nachgummiert
gestempelt
Brief oder Karte
Viererblock
, Paar
gepr. von einem anerkannten Prüfer geprüft
sign. altes Prüfer oder Händlerzeichen

und hier die Betrügerzeichen (könnten natürlich auch von Ehrlichen, Unwissenden falsch verwendet worden sein):

(**) oder *** Erklärt als: "ohne Falz" oder "Luxusgummierung" In Wahrheit: Falscher Gummi
() Erklärt als: "mit Stempel" In Wahrheit: Falscher Stempel

Was macht nun der Unwissende oder auch Jemand der Andere für unwissend hält?
Hier Beispiele aus der Praxis. Eine abgewickelte Ebay-Auktion:

Beschreibung Bild
Traumstück für die Preußen-Spezialsammlung: Gestempelter LUXUX-Dreierstreifen! Mi.=180 €. Allseitig breit- bis (links oben wenige mm) lupenrandig. Entwertet mit drei klaren zentrischen Ringstempeln 183 (Breslau).

Der Verkaufspreis war dann € 21,00. Ich selbst hatte € 18,00 geboten. Der Preis geht voll in Ordnung. Verkäufer und Käufer sind gerecht bedient.

Eine sachgerechte Beschreibung wäre gewesen:

  1. kurz und richtig: siehe Scan
  2. Ausführlich und sachlich:
    Knapp geschnittener, waagrechter Dreierstreifen. Zwei waagrechte Büge in der linken Marke. Jede Marke mit Stempel "183" Breslau. Rechte Marke unten mit Eckknick und Tintenspuren.
  3. Theatralisch, wie die Originalbeschreibung, aber diesmal korrekt:
    Ein Albtraum für jede ernsthafte Preußensammlung. Knapp geschnittener, verknitterter Dreierstreifen mit unklaren, öligen Stempeln "183". Ecke unten rechts verknickt und mit nicht zum Brief gehörender blauer Tinte bemalt.

Ein Luxus Dreierstreifen, wie oben im Text beschrieben, wäre ab € 200,00 Wert gewesen und hätte es auch gebracht.


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