11. 4. 2006 Die Redaktion war einkaufen. Diesmal bei einem der Anbieter, die seit Jahren wertlose Fälschungen zu hohen Preisen verkaufen. Die meisten dieser Anbieter fingen vor Jahren an, die Ware zunächst als echt, später als "ohne Obligo" zu verkaufen.

Heute steht in der Beschreibung beispielsweise:

"Es sind auch falsche/verfälschte Marken bzw. Faksimile und fragliches Material enthalten. Alles wird daher ausdrücklich als FALSCH angeboten.

Da auch fragliches Material gesichtet wurde, biete ich alles als ausdrücklich falsch an.

Qualität sehr gut. Ein Hingucker in jeder Sammlung. Dieser Beleg ist gefälscht. Der Artikel wird ausdrücklich als falsch angeboten! EIN SEHR SCHÖNES STÜCK!

Eine Vergleichs-Sammlung mit hervorragenden FÄLSCHUNGEN wird aufgelöst. Diese abgebildeten Marken sind Fälschungen und überwiegend in einwandfreier Qualität."

Viele dieser Anbieter kennzeichnen die Stücke nun auch als FALSCH. Was den Wert auch nicht erhöht. Andere spekulieren offen mit den niederen Instinkten und erwähnen extra, dass die Ware unsigniert ist.

Zum konkreten Fall zurück. Die erhaltene Fälschung ist nicht nur schlechter als erwartet, es wurde auch nicht der abgebildete Block geliefert. Dafür gab es gratis den Kommentar LÜGE in der Bewertungsergänzung durch den Verkäufer. Jedem Käufer sollte bewusst sein, dass Fälschungen die nach dem zweiten Weltkrieg hergestellt wurden, keinen Wert haben.

Beispiel: Warum ist bei verschiedenen Anbietern wertloses Papier mit der Darstellung einer vermeintlichen Briefmarken-Abart teurer als wertloses Papier mit der Darstellung der vermeintlichen Briefmarke ohne Abart?

Schlicht und einfach gesagt, die als "FFÄ" eingestellten Lose SIND KEINE BRIEFMARKEN! Es handelt sich nur um bedrucktes Papier ohne Sammelwert bei Philatelisten - es sind also Scherzartikel, die in der falschen Rubrik eingestellt sind. Auf lange Sicht werden Ebay-Kunden und Briefmarkensammler verprellt - vor allem Junge.

Und weiter zu Bedenken wäre: moderne Fälschungen wurden nicht nur in gigantischen Auflagen hergestellt, sondern können jederzeit in Massen nachgedruckt werden. Bei Briefmarken (ich rede nicht von diesen Scherzartikeln), steht der objektive Wert, zu einem bestimmten Zeitpunkt, im Verhältnis der Zahl der Sammler zur Zahl der existenten Stücken. Noch genauer ist es, dass Verhältnis der aktuell nachgefragten Stücke zur Zahl der aktuell angebotenen Stücke. Da die Zahl der angebotenen Stücke (moderner Fälschungen) zu jedem Zeitpunkt beliebig hochgeschraubt werden kann, wird klar: diese FÄLSCHUNGEN HABEN KEINEN WERT.

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