(Ver)Fälschungen, Täuschungen bei Ebay
12.12.09, 13:40:54
Administrator
Hallo,
was auch immer war, die 70 Pf Posthorn soll BPP geprüft Zierer sein? Zierer hat nie Bundesrepublik geprüft. Auf jeden Fall ist die Signatur falsch.
Artikel
150387184470
12.12.09, 21:03:22
erwischensen
Danke
für die schnelle Antwort.
Was gibts denn sonst noch so?
http://cgi.ebay.de/BERLIN-809-Mi-Nr-17-gestempelt-geprueft_W0QQitemZ200417292007QQcmdZViewItemQQptZBriefmarke?hash=item2ea9cd2ee7
http://cgi.ebay.de/BERLIN-326-Mi-Nr-20-gestempelt-geprueft_W0QQitemZ130351797073QQcmdZViewItemQQptZBriefmarke?hash=item1e59929351
und dann noch...
http://cgi.ebay.de/Berlin-68-70-Eckrandst-auf-R-Brief-Pruefgarantie_W0QQitemZ170416688302QQcmdZViewItemQQptZBriefmarke?hash=item27ada04cae
Die ersten beiden liegen,wenn man die Daten addiert,wohl gerade im Gültigkeitszeitraum,aber allein?Oder täusche ich mich?
Bei dem Brief fallen mir bei starker Vergrößerung ein paar Abweichungen von einem Vergleichsstempel der Stempel-Datenbank,die ich hier mal ganz groß loben möchte,auf.
Was nützt eine Prüfgarantie,die eingeschränkt wird,wenn Hr.Schlegel ein fettes Falsch aufdrückt?Sind dann die Marken verändert...
Na dann,gute nacht.
12.12.09, 21:34:01
Wowoflyer
Hallo Erwischensen,
was Nicht-Philatelistisches zum Währungs-Brief:
Die Adresse (1950) ist offenbar gesetzt/gedruckt; solche Schreibmaschinen gab es damals nicht!
Und wer lässt sich seine Adresse (Auflage xxx) vielfach drucken, noch dazu auf solchen offensichtlich billigen Umschlägen ???
Schönen Abend noch! Wowoflyer
12.12.09, 21:38:12
erwischensen
Ja,
denke ich auch.Wollen wir mal wetten,ob das Stück für 350 Eur weggeht??
Ebenfalls schönen abend noch.
12.12.09, 22:57:05
rklinger
Zitat:
Die Adresse (1950) ist offenbar gesetzt/gedruckt; solche Schreibmaschinen gab es damals nicht! Und wer lässt sich seine Adresse (Auflage xxx) vielfach drucken, noch dazu auf solchen offensichtlich billigen Umschlägen ???
Ich glaube, dieses Argument ist nicht stichhaltig, Wowoflyer. Die Herren Julius Kinze in Kötschenbroda, Henri Houades in Paris, Karl Fr. Buess in Pforzheim, Paul Kiderlen in Ulm, Corneille Cliquet in Paris, um nur einige "cover maker" zu nennen, haben das schon vor hundert Jahren gemacht.
Viele Grüße, Roland
13.12.09, 00:19:33
admin_j
Hallo,
die Firma Veronika Klöpsch, Kufsteiner Str. 36 A, 83080 Oberaudorf bietet tatsächlich als Artikel
130351797073
eine angebliche 5 Mark Schwarzaufdruck mit Stempel von Mai 1948, mit Stempel Hamburg an.
Liebe Leute, das ist völlig verrückt! Schwarzaufdruck war nur in Berlin gültig und die Marken erschienen erst im September 1948.
Ganz nüchtern betrachtet, wurde hier die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen. Die Folge davon ist, Fachleute bieten nicht mit und Schnäppchenjäger, die eine Allergie gegen das Lesen von Katalogen haben, hören bei 10% Michel auf zu bieten. Unbedarfte Sammler sind daher der festen Überzeugung, dass geprüfte Spitzenstücke für 10% Michel zu haben sind.
Händler, die so einen widerwärtigen, absurden Müll anbieten, sollten lieber Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt verkaufen. Damit kann man noch mehr Geld verdienen und man ruiniert nicht die Philatelie.
Damit es nicht langweilig wird, bietet dieselbe Anbieterin "dieperfektemarke" (was soll das bedeuten? Perfekt im Keller gefälscht oder was?) noch Artikel
200417292007
an. Mehr als hier schon vorgestellt, will ich mir nicht ansehen, denn mir ist schon schlecht. Was ist los bei Ebay? Schnell noch mal Kasse machen vor dem Fest?
Dateianhang:
130351797073.JPG (31.46 KByte | 13 mal heruntergeladen | 409 KByte Traffic)
13.12.09, 00:25:12
admin_j
Hallo zu dem zuletzt genannten Link weiter oben.
Der Briefmarkenversand Schneider in Reutlingen hat für seine Abonnenten vorgedruckte Briefe laufen lassen. So ein Stück wird als Artikel
170416688302
angeboten.
Marken und Stempel sind echt. Wer Oberrand sammelt ist hier bestens bedient!
Noch eine Bitte an den Verkäufer: einen 1200 DPI Scan der drei Stempel.
Noch ein Hinweis an potentielle Käufer:
der Brief ist in allen Teilen echt und zeitgerecht. Der Stempel ist aus 1950 selten, er ist sogar sehr selten und nicht im Schröter-Handbuch für diesen Zeitraum notiert. Er wurde offenbar 1950 nur eingesetzt um genau diese Belege des Briefmarkenversands Schneider, Reutlingen zu stempeln. Das ist keineswegs ungewöhnlich. Gerade große Versandhändler hatten, zu Zeiten als die Philatelie noch allgemeines Kulturgut war, ihre Ansprechpartner in den Postämtern. Diese holten noch die unbeschädigten Reservestempel aus dem Schrank, reinigten diese und bemühten sich um perfekte Stempelabschläge. Das kann heute auch dazu führen, das solche perfekten Bemühungen zu unprüfbaren Stempeln führen. In dem Fall des Charlottenburg 2 O sehe ich die Gefahr jedoch nicht.
Noch ein Hinweis an den Verkäufer: suche nach Beiträgen von
Rechtsanwalt Dr. Übler
Worauf es ankommt aber auch in kurzen Worten hier erklärt:
Ich bin kein gewerblicher Händler, sondern Privatsammler. Der Hinweis ist in Ordnung. Es darf keine ausgewiesene MwSt. erwartet werden, die gesetzliche Widerrufsfrist für gewerbliche Anbieter gilt hier nicht.
Daher kann ich KEINE Gewährleistung nach EU-Recht übernehmen!! Das schließt überflüssigerweise eine Funktionsgarantie aus und schadet dem Verkaufserlös. Fazit: Kontraproduktiv und überflüssig
Posten,Sammlungen oder Zusammenstellungen werden NICHT zurückgenommen, da die Vertauschungsgefahr zu gross ist. Gleichwohl sind Sammlungen und Zusammenstellungen so sorgfältig wie möglich beschrieben. Der Satz ist nichtig. Sollte die Sammlung nicht wie beschrieben sein und mit der gelieferten Sammlung nicht erfüllt werden können, muss der Verkäufer nach Wunsch des Käufers nachbessern, eben zur Not wie beschrieben erfüllen. Für den Verkäufer gibt es einfache technische Mittel den Zustand einer ausgelieferten Sammlung zu dokumentieren. Zum Beispiel ein Bekannter scannt alle Seiten.
Für Einzelmarken haben Sie ein Rückgaberecht innerhalb von 2 Wochen nach Erhalt der Sendung. Ich setze dabei voraus, dass die Marken noch im Originalzustand sind ! Ich erstatte dann den vollständigen Kaufpreis, jedoch abzüglich der EBAY-Einstellgebühren; Porto für die Rücksendung kann ich nicht erstatten!! Mit dieser Formulierung gewährt der Verkäufer ohne Not dem Käufer das Recht, ohne Angabe von Gründen, den Artikel zurückzugeben. Viele Interessenten werden den Satz aber missverstehen und glauben, das auch wenn die Marken Fälschungen wären, sie nur ein Rückgaberecht von zwei Wochen hätten. Das drückt ohne Not den Kaufpreis und gewährt Spaßbietern ein überflüssiges Recht. Sollten die Marken zum Beispiel gemeine Fälschungen sein, die sich erst bei einer Prüfung nach 3 Jahren herausstellt, kann dieser versteckte Mangel auch noch bis zu 4 Jahren später zu einem Recht des Käufers auf Erfüllung führen.
Die angebotene Ware stammt aus meiner Sammlung. Ich halte die Ware für echt. Ist als Marketingmaßnahme in Ordnung. Objektiv ist der Satz aber schon wieder
schädlich für den Verkäufer. Der Verkäufer haftet bei diesem als Echt angebotenen Satz (das ist immer der Fall wenn nicht dabei steht: FALSCH) immer für einen echten Satz. Da man ohnehin für
Echt haftet (kann man nur wirksam ausschließen, wenn man ausdrücklich als falsch anbietet), ist es wesentlich besser zu schreiben: der Satz ist echt. Hier ist der Satz ja ohnehin echt. Wozu also die umständlichen Formulierungen?
Bei Einzelmarken-Angeboten mit einem Katalogwert von mehr als 200.-€ nehme ich die Ware vom Käufer zurück, falls ein anerkannter Prüfer Marke oder Stempel als FALSCH begutachtet und einen Befund dazu schreibt (also NICHT die Marken mit einem FALSCH-Signum oder ähnlichem versieht). In diesem Fall erstatte ich auch die Kosten für den Befund ( max. bis zu 15.-€ ); die Prüfgebühren erstatte ich aber grundsätzlich nicht! Prüfung bitte direkt nach dem Kauf ankündigen, damit sich die Rückgabefrist ( max. 3 Monate ) verlängert ( ansonsten gilt die zuvor genannte Rückgabefrist ) Wer das nicht akzeptieren möchte, sollte also kein Gebot abgeben.
Der letzte Absatz ist von A-Z nichtig. Prüfgebühren gehen zu Lasten des Käufers wenn die Marken wie angeboten sind, also mit der gelieferten Ware der Kaufvertrag erfüllt werden konnte. Falls nicht, muss der Verkäufer Erfüllen und alle Kosten tragen, samt Porto, Prüfgebühren, Anwalt und Gericht.
Ich schreibe das auch nicht zum hundersten Mal um Verkäufer zu ärgern, sondern um Verkäufer vor unnötigen Risiken zu bewahren und um zu fairen und nützlichen Beschreibungen zu kommen.
Wir halten fest: biete ich einen Satz Berlin 60/70 gestempelt als echt an, muss ich echt liefern. Für versteckte Mängel hafte ich 4 Jahre (gesetzliche Verjährungsfrist aus Kaufverträgen), die wohl auch noch nach dem folgenden 31. 12. erst beginnen. Die Haftung für die Erfüllung kann ich durch keine Formulierung der Welt ausschließen. Briefmarken brauchen keine Funktionsgarantie. Jeder Satz zum EU-Recht ist kontraproduktiv und schadet nur dem Verkaufserlös. Der Hinweis auf Privatverkauf schadet nicht, aber ob man privat oder gewerblich ist entscheidet zur Not auch erst ein Gericht.
Fazit: Jeder private Briefmarkenverkäufer kann sich jede Form von Geschäftsbedingungen schenken. Kein einziges Wort ändert etwas an der tatsächlichen Rechtslage.
13.12.09, 15:29:57
erwischensen
Einen schönen Sonntag Jürgen,
und recht herzlichen Dank für die unwahrscheinlich aufwändige Antwort,die vielen Sammlern weiterhelfen wird.Der Brief sieht ja schon toll aus,aber mit Deiner Bewertung wird er ein Superstück.Auch wenn er vielleicht in Auftrag gegeben wurde,aber,wer macht so etwas nicht auch mal zu versch.Anlässen?
Mir kamen nur das oben krumme E und der lange L-Strich in Berlin komisch vor.
Warum ich mich erst jetzt bedanke...ich wollte die Ergebnisse der Schwarzdrucke abwarten...zusammen ca.200 Eur!!!
Ich finds auch blöd,immer mit solchen Sachen anzukommen,aber vielleicht kann mein Beitrag etwas verbessern.Wenn man nur lange genug nachbohrt...
Ein Händler mit tausenden Sternchen macht solche Angebote,unglaublich!
Bieter mit hunderten Sternchen merken nichts,unglaublich!
Und dann werden aus Müll positive Bemerkungen und 100 Prozent-absolut unfassbar.
Aber,bitte nicht lockerlassen,schließlich hast Du ja auch schon Erfolge erzielt!
Und jetzt wünsche ich Dir von ganzem Herzen noch einen schönen Sonntag!
13.12.09, 16:12:24
rklinger
Zitat:
die Firma Veronika Klöpsch, Kufsteiner Str. 36 A, 83080 Oberaudorf bietet tatsächlich als Artikel 130351797073 eine angebliche 5 Mark Schwarzaufdruck mit Stempel von Mai 1948 mit Stempel Hamburg an.
Ich habe da mal ganz naiv angefragt, wie das funktioniert dass Briefmarken im Mai schon gest. sind in einer Gegend, in der sie nicht gelten wenn sie erst im Sept. herauskommen.
Die Verkäuferin gab an, dass aus Versehen die falsche Marke abgebildet worden sei und die Auktion beendet sei.
Sowas aber auch!!
Roland
14.12.09, 08:46:31
karam
O.k., dies ist ein Philatelie- und keine Sozial-Forum, bitte insoweit um Entschuldigung. Das Zitat aus Francois Villons Großem Testament gehörte wahrscheinlich wirklich nicht hier her.
Ich soll mir ein Ei pellen, gern, was sagst Du eigentlich denen, die sich zum Abendbrot ein Ei durch Vier teilen? Sollen die sich ein viertel Ei pellen?
Ebay - und bes. die Kategorie Briefmarken - ist für mich nur noch eine offene Psychiatrie im fast rechtsfreien Raum.
Die Meisten Bieter sind keine Philatelisten sondern Patienten, und so sollte man sie auch behandeln. Kreuzt man "Reproduktion" an und schreibt noch "sicher falsch" dazu bieten sie sogar das Doppelte.
@ im Übrigen werde ich dem Käufer natürlich nichts umtauschen: trotz 3-maliger Nachfrage ist er den Beweis der angeblichen Prüfung schuldig geblieben, wie soll er den nach drei Wochen auch bringen? Die Dauer von Prüfungen kennen wir doch alle. Es gibt nämlich auch einige Käufer bei Ebay die mit Bewertungserpressung wg. angeblicher Mängel etc. die Verkäufer zu Preisnachlässen o.ä. zu zwingen versuchen.