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Hallo liebe Teilnehmer,

herzlich willkommen zum neuen Thema MiNr. 2 II als Einzelfrankatur auf Ortsbrief Chemnitz

Versucht beim Schreiben immer sachlich zu bleiben. Drückt euch klar aus, damit jeder Leser versteht, ob ihr Fachwissen teilt oder eure Meinung zu einem Thema sagt.

Verzichtet auf Kommentare über andere Teilnehmer. Kommentiert gerne die Aussagen anderer. Wir wollen über Philatelie diskutieren und nicht über Philatelisten freuen

Wir wünschen viel Freude am Hobby Philatelie!
07.03.17, 23:19:58

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo Jürgen (Altsax),

habe hier einen Ortsbrief aus Chemnitz, mit Einzelfrankatur der MiNr. 2 II.

Die Marke wurde mit Zweikreisstempel "AUSGABE 1 VII" (1861) entwertet. Steht hinter dem Wort "AUSGABE" noch eine Nummer?

Kommen Ausgabe-Stempel als Entwerter auf Stadtpostbriefen von Chemnitz häufiger vor oder war es sogar der Normalfall, dass mit einem solchen entwertet wurde?

Erst hatte ich gedacht, die Marke wäre zuvor mit einem anderen Stempelgerät entwertet worden, es scheint aber nur der Ausgabestempel etwas verrutscht zu sein.

MfG
Markus
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07.03.17, 23:20:58

Altsax

(Mitglied)

Hallo Markus,

im Jahre 1861 kosteten Ortsbriefe 1/2 Ngr., Ortsdrucksachen genossen keine Ermäßigung. Es handelt sich um einen Partiebrief, der grundsätzlich bar frankiert werden sollte, weil bei den meisten Stufen der Mengenstaffel keine Markenwertstufe paßte. In einigen Orten (u.a. Dresden, Leipzig, Chemnitz und Glauchau) kommt es vor, daß die 3 Pfg. Stufe mit Marken frankiert worden ist. Solche Belege sind nicht häufig.

Entwertung mit dem Ausgabestempel ist Zufall, aber nicht allzu selten zu finden, meistens sind es Stadtbriefe, bisweilen aber auch Nachentwertungen. Es gibt diese Stempel mit und ohne Nummer.

Beste Grüße

Jürgen
08.03.17, 08:12:46

palaiss

(Mitglied)

@ stampsteddy

Es handelt sich nicht um einen Ortsbrief, sondern um eine Drucksache (siehe rs. Empfängervermerk "Circular"), die unter Streifband hätte verschickt werden müssen.

Da dieses fehlt, muss angenommen werden, dass die Adresse nachträglich auf die Vorderseite geschrieben wurde.

Marken, die bei der Aufgabe nicht entwertet wurden, wurden ggf. beim Transit oder bei der Ankunft entwertet.
08.03.17, 08:16:15

Altsax

(Mitglied)

Zitat von palaiss:
Es handelt sich nicht um einen Ortsbrief, sondern um eine Drucksache (siehe rs. Empfängervermerk "Circular"), die unter Streifband hätte verschickt werden müssen.

Da dieses fehlt, muss angenommen werden, dass die Adresse nachträglich auf die Vorderseite geschrieben wurde.


Hallo palaiss,

die meisten Partiebriefe sind Drucksachen, waren aber nicht als solche zu behandeln, was u.a. bedeutete, daß sie handschriftliche Zusätze enthalten durften. Deshalb war auch kein Streifband erforderlich. Eine Inhaltskontrolle erübrigte sich.

Beste Grüße

Altsax
08.03.17, 08:26:50

palaiss

(Mitglied)

geändert von: palaiss - 08.03.17, 08:52:16

@ altsax

Es ist mir neu, dass die Post derartige Drucksachensendungen mit womöglich hunderten Circularen, die ja an drei Seiten offen waren, ohne Streifband annahm. Sie hätten ja bei Transport und Verteilung eine besondere Behandlung erfordert.

Nach meinen Beobachtungen sind alle zu faltenden offenen Drucksachen aus dieser Zeit nachadressiert worden, wenn man sie jetzt ohne Streifband, aber mit Adresse, vorfindet. Ich lasse mich natürlich gerne an einem unzweifelhaften Beispiel eines Besseren belehren.

Wir kennen durchgeschlüfte oder beanstandete Drucksachen mit spezieller Faltung, die den Eindruck eines Streifbandes vermitteln sollten, vgl. Knapp, Sachsen 1, S. 93, im Vergleich einen echten Ortsbrief S. 98.
08.03.17, 08:47:52

stampsteddy

(Mitglied)

geändert von: stampsteddy - 08.03.17, 09:17:20

Hallo Altsax, Hallo palaiss,

dies ist nun schwierig.

Rückseitig, links unter der Absenderadresse, finden sich kleine weiße Spuren, die auf eine Streifbandschleife schließen lassen könnten. Jedoch in einer Höhe, dass dann das Wort "Circulair" abgedeckt gewesen wäre.

Das Schriftbild der Absender- und Empfängeradresse, kann durchaus unterschiedlich sein, wenn von zwei verschiedenen Personen geschrieben. Was mir aber wirklich nicht gefällt, ist die stark unterschiedliche Tinte. Die auf der Rückseite ölt, die auf der Vorderseite gar nicht.

Ob der Ausgabe-Stempel aus Chemnitz stammt, kann ich nicht beurteilen. Wenn dieser nicht von dort stammt, dann ist sowieso vorbei.

Es gibt auch heute noch gleichartige Drucksachenhüllen zu kaufen, die weder eine Absender-, noch eine Empfängeradresse aufzeigen. Bei Hadersbeck wird eine solche zur Zeit angeboten.

MfG
Markus
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 Ohne-Alles_Hadersbeck.jpg (76.97 KByte | 7 mal heruntergeladen | 538.79 KByte Traffic)

08.03.17, 09:16:33

Altsax

(Mitglied)

Hallo palaiss,

die einschlägige Vorschrift über die Beschaffenheit von Briefen, die auch für Partiebriefe relevant war, besagte lediglich, daß der Brief zu verschließen sei. Bei den Partiebriefen die ich kenne, handelt es sich jeweils um gefaltete Drucksachen, die an einer Ecke mit Siegellack o.ä. verschlossen (verklebt) waren. Das genügte offensichtlich.

Daß bisweilen auch auf einen solchen Verschluss verzichtet worden ist, sollte man nicht ausschließen. Selbstverständlich gibt es nicht wenige Drucksachen ohne Streifband, denen nachträglich eine Adressaufschrift angetan worden ist. Im vorliegenden Falle halte ich das aber für eher unwahrscheinlich.

Beste Grüße

Altsax
08.03.17, 09:17:19

Altsax

(Mitglied)

Hallo Markus,

wenn Du Zweifel an der Originalität der Anschrift hast - ich nehme das Stück sofort.

Beste Grüße

Jürgen
08.03.17, 09:20:21

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo Jürgen (Altsax),

mir kamen nur kurzfristig "Bedenken", aufgrund palaiss seiner "Zweifel". freuen Es ist ja erst einmal nicht verkehrt, diese Zweifel zu äußern.

Die kleinen weißen Punkte sind dann wohl doch nur leichte Patinaflecken, die sich auch in den Randbereichen auf der Rückseite finden lassen. An den Seiten kann ich keinerlei Spuren entdecken, welche auf eine Schleife schließen lassen.

Der Beleg ist nicht mein Eigentum und liegt mir in der Dienstleistung als Auktionssachbearbeiter vor. Der Auktionator wird Dir aber bestimmt einen Auktionskatalog zusenden.

So sieht der Beleg unter UV aus. Denke, der ist unbehandelt und meine kurzfristigen Bedenken sind verflogen. Gut, Deine Ausführungen inkl. Kaufinteresse helfen dabei auch noch ein bisschen.

In jedem Fall also ein interessanter Beleg und auch einen recht herzlichen Dank für die Hilfestellung.

MfG
Markus
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08.03.17, 10:04:43
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