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Hallo liebe Teilnehmer,

herzlich willkommen zum neuen Thema Mi Nr. 89 - Unterscheidung der Papiersorten an Brief(-stück)en ohne Ablösen möglich ?

Versucht beim Schreiben immer sachlich zu bleiben. Drückt euch klar aus, damit jeder Leser versteht, ob ihr Fachwissen teilt oder eure Meinung zu einem Thema sagt.

Verzichtet auf Kommentare über andere Teilnehmer. Kommentiert gerne die Aussagen anderer. Wir wollen über Philatelie diskutieren und nicht über Philatelisten freuen

Wir wünschen viel Freude am Hobby Philatelie!
21.08.17, 10:23:47

Hugo67

(Mitglied)

Lt. der Monographie von Herrn Jäschke-Lantelme lassen sich die beiden Papiersorten der Mi 89 dadurch unterscheiden, dass man die Marke gegen eine helle Lichtquelle hält und anhand des Rotanteils des Papiers zu einem Urteil kommt.
Diese Vorgehensweise ist bei Brief(-stück)en naturgemäß nur möglich, wenn man die Marke ablöst. Wenn dies nun nicht gewünscht ist, bedeutet dies, dass man die Papiersorten nicht sicher unterscheiden kann ? Oder existieren weitere zuverlässige Unterscheidungsmethoden ?
Bin für jede Information dankbar....
21.08.17, 10:24:47

Germaniaspezialist

(Mitglied)

Zitat von Hugo67:
Lt. der Monographie von Herrn Jäschke-Lantelme lassen sich die beiden Papiersorten der Mi 89 dadurch unterscheiden, dass man die Marke gegen eine helle Lichtquelle hält und anhand des Rotanteils des Papiers zu einem Urteil kommt.
Diese Vorgehensweise ist bei Brief(-stück)en naturgemäß nur möglich, wenn man die Marke ablöst. Wenn dies nun nicht gewünscht ist, bedeutet dies, dass man die Papiersorten nicht sicher unterscheiden kann ? Oder existieren weitere zuverlässige Unterscheidungsmethoden ?
Bin für jede Information dankbar....


Also, zunächst einmal kann man bei einem Brief das bei der 89Iy über die Verwendungszeit eingrenzen. Das y-Papier kommt ab Anfang 1913 vor bis ca. Anfang 1915. Die 89IIy kommt in ca. 3 Hauptverwendungsperioden vor, ca Mitte 1915 bis 1916, dann 1917 und späte Plattendrucke in ca. 1920.

Bei den Friedensdrucken kann auch die UV-Quelle ein probates erstes Hilfsmittel sein. Eine 89Ix neben die Marke auf dem Beleg legen. Ich habe zufällig gerade eine 89Iy auf Brief auf dem Schreibtisch und habe das ausprobiert. Die 89Iy zeigt einen deutlichen Rotstich im Papier. Es gibt aber auch sehr helle 89Ix, die ebenfalls der 89Iy unter UV-Bestrahlung sehr ähneln. Ohne entsprechendes Vergleichsmaterial ist das fast zum Scheitern verurteilt.

Zeigt die zu vergleichende Marke auf Brief allerdings diesen Rotstich, dann ist es entweder eine sehr helle x oder tatsächlich eine y !

Hier muss dann wirklich die visuelle Einschätzung bei Tageslicht eine Entscheidung bringen. Bei den 89IIy fällt der UV-Test ähnlich aus, aber auch da gibt es sehr helle Exemplare der X-Papiere. Nur die y-Marken aus 1920 sind wirklich eindeutig und sicher abzutrennen, da dort sämtliche anderen Papiere der 89x deutlich bräunlich-gelb sind.
Die schwarzen Mittelstücke der y-Papiere sind in der Schwarzfärbung deutlich reiner (tiefer) Schwarz im Vergleich zu den Mittelstücken der x-Papiere. Hierzu habe ich aber noch keine CIS-Lichtfarbmessergebnisse gesehen und kann nicht beurteilen, ob das was man da visuell erfassen kann auch eine tatsächliche andere Einfärbung darstellt. Ich bin mir auch nicht sicher, ob bereits umfangreiche Messungen, die auch eine statistische Aussagekraft haben, an der MiNr. 89 vorgenommen wurden. Bei Belegen/gestempelten Exemplaren kommt erschwerend hinzu, dass oftmals große Teile der Marke mit einem Stempel überdeckt sind, der ebenfalls in schwarz, wie das Mittelstück, abgeschlagen wurde.

Im Zweifelsfall kommt man wirklich nicht darum herum die Marke abzulösen, die Papierfarbe in der Durchsicht zu bestimmen und anschliessend mit reinem Gummi Arabicum wieder auf dem Brief zu befestigen, oder wenn es gewünscht wird, die Befestigung mit einem Falz vorzunehmen.
21.08.17, 13:09:40

Hugo67

(Mitglied)

Hallo Germaniaspezialist,

besten Dank für diese ausführlichen Erläuterungen.
Habe ich diese richtig so verstanden, dass die Bestimmung der Papiersorte bei Kriegsdruck im aufgeklebten Zustand nicht mit letzter Sicherheit möglich ist ? Ich frage deshalb, weil es zB BPP-attestierte Briefstücke der Saar 10y gibt, die bekanntlich die 89II als Urmarke hat.
21.08.17, 15:23:59

Germaniaspezialist

(Mitglied)

Ja, so muss man das sehen. Das gilt für alle Überdruck-Ausgaben im Prinzip auch, wobei die y-Papiere beim Saar-Überdruck nur in der 1920er Version auftreten und eigentlich die recht einfach zu beurteilen sein sollten.
21.08.17, 16:29:24
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