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Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

ich möchte hier die Farben der 20 Pf. Arbeiter von 1947 vorstellen. Gerne werden ja billige Farben ungeprüft als teure Sorte angeboten. Von der 20 Pf. gibt es einige seltene Farben.

Ich möchte hier mit zwei Gruppen beginnen. Die obere Reihe zeigt in etwa dunkelgrauultramarine Töne, die untere Reihe etwa kobaltblaue Töne. Unten links eine Nuance, die soweit grau ist, dass sie zu beiden Gruppen gehören könnte. Die HSV-Farbwerte werde ich noch schreiben. In Kürze werde ich noch Farbprofile testen, die man zu Bildern mitspeichern kann. Dann ist es möglich, einen 100% kalibrierten und zutreffenden Scan zu speichern. Ob man die Farben dann auch am Monitor sehen kann, hängt allerdings davon ab, ob der Monitor auch kalibriert wurde. Zumindest an meinem Monitor ist die Marke unten rechts nicht grün genug. Das sie grüner ist, als die Marke links daneben kann man allerdings doch sehen.

Das untere Bild zeigt ein Bogenteil, das bei Ebay als 950b angeboten wurde. Welche Farbe wird das wohl haben, welche der unteren Marken sieht der Farbe ähnlich und welche Farben haben die Marken im nächsten Bild?



Die Farben im folgenden Bild sind natürlich nicht genau kalibriert. Mein Tipp ist, das Bogenteil stimmt mit der Marke ganz links oder ganz rechts in der unteren Reihe überein.


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)
15.09.17, 19:13:14

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

hier noch die Farben nach Michel. Nach diesen wird auch von der Arge und prinzipiell auch vom BPP geprüft. Zu den Farbnamen kann man hier nachlesen.

950a mittelblau bis blau
950b kobaldblau bis dunkelkobalblau
950c graukobal bis kobald
950d grünlichblau

Ganz genau die Abbildung im Farbenführer treffen, ist praktisch immer reiner Zufall. Viele Blautöne gehören auch zu den Farben, die außerhalb des RGB-Farbraums liegen. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass man in einem Farbenführer mehr Nuancen gebrauchen könnte. Viele der Farbnuancen sind allerdings durch preiswertes Vergleichsmaterial zu belegen und so kann man sich leicht einen Farbenatlas für die Ausgaben selbst anlegen.

Die jeweils aktuelle Situation zur Prüfung steht unter anderem, auf den Internetseiten des BPP. Daraus kann keineswegs der Schluss gezogen werden, die Farben könnten nicht geprüft werden oder es gäbe dabei aktuell fragwürdige Einteilungen. Durch die begrenzte Auswahl an vorgegebenen Farbnamen im Michel-Farbenführer ist es lediglich nicht immer möglich, ohne geprüftes Vergleichsmaterial, die Nuancen einzuteilen.

Zur Zeit prüft beim BPP Hans-Dieter Schlegel die Ausgaben. Auf seiner Seite steht dazu:

Nicht geprüft werden: ...

Die Bestimmung der Farben der Ausgaben Alliierte Besetzung-Gemeinschaftsausgaben (Mi.-Nr. 911 – 970) und Bizone Posthörnchenaufdrucke (Mi.-Nr. 36 – 68) erfolgt durch besonders qualifizierte Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Alliierter Kontrollrat e.V. Dies sind z.Zt. :

Joachim Bernhöft, Adolf-Miersch-Str. 8, 60528 Frankfurt, Tel.: 069 6701707

Markus Stumm, Szamotuly-Str. 61, 64521 Groß-Gerau, Tel.: 0173 9009818


Das erfordert zur Zeit, dass bei den meisten Ausgaben mit selteneren Farbnuancen, die Marke erst zur Farbprüfung muss und dann zur Prüfung von Echtheit und Qualität. Bei ungebrauchten Marken können viele fortgeschrittene Sammler allerdings mit nur der Farbprüfung bereits alle offenen Fragen geklärt haben. Zur Frage nach der Echtheit von Entwertungen auf gestempelt viel selteneren Marken, wird man allerdings beide Prüfungen brauchen. Ich gehe davon aus, dass es in Zukunft auch wieder einmal BPP-Prüfer geben wird, die auch bei diesen Ausgaben alles prüfen.

J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)
15.09.17, 21:42:48

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

auf einer Internetseite der Arge Alliierter Kontrollrat, ist ausführlich geschildert, auf welcher Grundlage die Farben eingeteilt werden. Auf der Seite steht unter anderem:

Farbbestimmung

Farben sind durch die neu erarbeitete Katalogisierung wieder ins rechte Licht gerückt worden. Dabei wurde durch die ARGE „Alliierter Kontrollrat 1946-48 e.V.“ als erstes wissenschaftlich erarbeitet, welche Farbsubstanzen beim Druck der Marken benutzt wurden.

Anschließend wurde visuell überprüft, welche Farben sich unterscheiden lassen. Dabei

war zu beachten, dass sich eine Farbe nicht durch den Hell/Dunkelcharakter definiert, sondern durch den Buntfaktor. Das bedeutet, eine Farbe kann gleich sein, obwohl sie einmal in einer hellen Variante oder in einer dunklen Variante vorliegt.


Die Überprüfung ergab z.B., dass sich bei einem Wert zwar 10 chemische Farbsubstanzen feststellen lassen, jedoch davon nur 3 Farben weniger häufig und damit seltener sind.

Die 7 Farben wurden dann der Topf der billigen Farben, in der Regel a-Farbe, die normalerweise nicht gekennzeichnet wird.

Drei Farben sind jedoch wertvoller, da eben seltener als die Farben im a-Topf. Diese wurden dann z.B. zur b- , c- und d-Farbe wie im Falle der abgebildeten Mi 924.

Um den Sammlern eine Möglichkeit zu geben, Ihre Farbbestimmungen bestätigen zu lassen, wurden Farbbestimmer im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft ernannt und einer Befähigungsprüfung unterzogen. ...


Als Beispiel unten im Bild noch ein BPP-Befund mit Bezug auf die Farbprüfung durch die Arge.
Dateianhang (verkleinert):

 schlegel-all-bes-mit-farbangabe.jpg (519.76 KByte | 60 mal heruntergeladen | 30.45 MByte Traffic)


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)
16.09.17, 09:54:34
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