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Chinaghost

(Mitglied)

..... darf ich auch eine "Einschätzung" abgeben?

1. Reihe: D - D - D - D
2. Reihe: D - D - D - C

Allerdings irritieren mich die beiden ersten Marken aufgrund des helle Scanns etwas. Mal sehen wie weit ich danebenliege. traurig


Gruß
Chinaghost - D.Sschramm

Wer von Nichts eine Ahnung hat, kann überall mitreden.
12.04.18, 22:04:28

stampsteddy

(Mitglied)

geändert von: stampsteddy - 12.04.18, 23:06:55

Zitat von Chinaghost:
... Die 7d zeigt demgegenüber diese Linien als wären sie mit einem Lineal gezogen worden - gerade, gleiche Stärke fast keine Fehlstellen/Unterbrechungen.

Hallo Chinaghost,

das ist eine sehr gute Beobachtung und bezieht sich vor allem auf die beiden dünnen Rahmenlinien. Ist das Papier manipuliert, so wie bei der in Geestemünde gestempelten Marke, dann bleibt immer noch ein Blick auf den Gründruck und ggf. unter UV.

Und wenn Siegfried dieses Merkmal auch beachtet hätte, dann wäre er nicht in die Bärenfalle getappt. freuen

Nachstehend die Auflösung, von meinem Rätselbild.

Auch wenn Marken zu sehen sind, die mit drei verschiedenen Scanner-Kalibrierungen aufgenommen wurden, so fällt nur der Gründruck der letzten Marke in unterer Reihe aus dem Rahmen.

Die zweite Marke in oberer Reihe ist doch korrekt signiert Lemberger als d, beinahe hätte ich ihm eine Fehlprüfung mehr angehangen. Die erste Marke in zweiter Reihe hat einen Befund von Herrn Estelmann aus 2016 auf "c" lautend. Persönlich kann ich mir das nur damit erklären, dass er eine zeitlang zu sehr auf Lemberger und Schulz geprüfte Marken blind vertraut hat. Die zweite Marke in zweiter Reihe ist geprüft Schulz BPP als "c" und somit auch fehlerhaft geprüft.

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Die gleichen Merkmale und auch eine gewaltige Anzahl von Fehlprüfungen spiegelt sich in dem zweiten Bild "2009" wider. Das sind die Marken, welche ich im Oktober 2009 auf gegittertem Papier eingescannt hatte. Nur der Gründruck der ersten Marke schlägt aus der Reihe. Die zweite Marke ist auch wieder eine vom Papier her in Mitleidenschaft gezogene. Bitte die Farbgebung des Gründrucks und die dünnen Rahmenlinien beachten. Auch spricht die Stempelfarbe der zwei gebrauchten Marken in unterer Reihe klar für 1874.

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Aus den bei mir nach Datum gespeicherten Marken der III. und IV. Auflage ergehen auch die benannten Merkmale und das vor Juli 1874 keine 7 d auskundig zu machen ist.

Aus diesen Bildern und aus weiteren nicht immer exakt datierbaren, als auch ungebrauchten Marken werde ich noch mehr Vergleichsbilder erstellen. Spätestens dann wird jedem klar, dass die hier in wenigen Tagen erarbeiteten Merkmale, für III. bzw. IV. Auflage, zutreffend sind.

Persönlich erachte ich es als erschreckend und frustrierend, wie in den letzten Jahrzehnten im BPP mit dem Sammelgebiet Helgoland umgegangen wurde und das erst in den letzten Jahren außerhalb dem BPP aufgefallen ist, dass hier ganz gewaltig etwas nicht stimmen kann.

Es hilft jetzt im Nachhinein auch nichts mehr eine Strichliste zu machen, wer von den BPP-Prüfern denn für die meisten Fehlprüfungen verantwortlich ist. Wichtig ist, dass es in Zukunft nicht mehr zu einem derartigen Ratespiel statt Prüfen kommt.

Bei Helgoland sprechen wir von Marken, die nur in kleinen Auflagen verausgabt wurden. Wie groß das Elend in Sammelgebieten ist, in denen hohe Auflagen zu Grunde liegen, sehen wir im Moment ja nicht nur im Sammelgebiet Sachsen.

Beste Grüße
Markus

P.S. sehe ich eben erst, da ich längere Zeit an meinem Beitrag bzw. auch den Bildern gearbeitet hatte.

Zitat von Chinaghost:
..... darf ich auch eine "Einschätzung" abgeben?

1. Reihe: D - D - D - D
2. Reihe: D - D - D - C

Das ist richtig!
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 nach-Datum.jpg (244.92 KByte | 38 mal heruntergeladen | 9.09 MByte Traffic)

12.04.18, 22:36:54

Chinaghost

(Mitglied)

Hallo stampsteddy,

sehr interessant wie die Prüfer da teilweise "daneben gehauen" haben. Wenn man das als Ausgangslage nimmt, dann dürften recht viele der zum Verkauf angebotenen Marken mit einer "Fehlprüfung" belegt sein! traurig Dieser Umstand wird viele Sammler bestimmt nicht erfreuen - hierin besteht natürlich auch eine gewisse Gefahr das Sammelgebiet "Helgoland" sehr unattraktiv werden zu lassen, denn viele sagen sich vielleicht -> "Jetzt habe ich so viel Geld für eine Marke xy mit FA ausgegeben und es stellt sich nun heraus das es eine deutlich weniger wertvolle Marke yx ist!" Ich hoffe jedenfalls, dass die nun gefundenen Erkenntnisse einen Einzug bei den Prüfern findet und dies bei Befunden oder Attesten berücksichtigt wird.

Gruß
Chinaghost - D.Schramm

Wer von Nichts eine Ahnung hat, kann überall mitreden.
13.04.18, 15:51:53

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo Chinaghost,

das mit dem "daneben gehauen" kennen wir ja nun schon seit ein paar Jahren und die Unterscheidung zwischen 7 c und 7 d war die einzigste noch zu klärende Sache.

Letztendlich gibt es nicht wirklich ein Überangebot von Marken Helgoland MiNr. 6 und 7 am Markt und insgesamt sehe ich mehr Marken unter- als überbewertet an.

Wirklich selten ist MiNr. 6 d in gestempelt und 6 f in ungebraucht. Bei MiNr. 7 wird die 7 b nach wie vor der Spitzenreiter bleiben, alleine durch die niedrige Auflage bedingt.

7 c ist in ungebraucht mit Sicherheit seltener als 7 d, leider ist nicht jede als 7 c geprüfte eine solche. Das war aber quasi zu erwarten.

Ein Sammelgebiet macht doch erst wirklich richtig Freude, wenn Klarheit darüber besteht, welche Marke wirklich eine bestimmte Michel-Nr. ist.

Wenn ich in mein Archiv blicke, dann haben die Herren Lemberger und Schulz teilweise Marken einer Auflage nach drei verschiedenen verteilt. MiNr. 6 d in ungebraucht hat mir schon als 6 e und als 6 f geprüft vorgelegen. Heute morgen bin ich noch einmal für zwei Stunden durch mein Archiv und ich muß eigentlich immer mehr den Kopfschütteln, was für ein Unfug jahrzehntelang betrieben wurde. Leider hat auch Cornelia Brettl des Öfteren daneben gehauen, was ich mir 2014/15, während meiner ersten Ausarbeitung zu MiNr. 6, so noch nicht vorstellen konnte und auch nicht wollte. Aber leider ist dem so.

Tja, es haben früher viele Sammler für SA/SS- oder auch Potschta-Briefe enorme Summen bezahlt und heute ist halt klar, dass es wertlose Mache ist. Hätte man sich früh genug einmal Gedanken über die Adressen auf den SA/SS-Briefen gemacht, dann wäre es wahrscheinlich schon vorher aufgefallen. Bei den Potschta-Briefen hätte ein Blick in das Vergleichsmaterial gereicht, um zu erkennen, dass man keinen unverfänglichen Beleg mit Stempel "DRESDEN A16 bb" aus 1945 hat usw. usf.

Bei den Helgoland-Marken ist aber der Vorteil, dass sie durch eine korrekte Auflagenbestimmung nicht in die Wertlosigkeit fallen und manchmal dadurch sogar wertvoller werden können.

Beste Grüße
Markus
13.04.18, 17:14:36

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo Siegfried,

nachdem ich mir nun gut einen Monat keine Helgoland MiNr. 6 oder 7 angesehen habe, bin ich heute Morgen noch einmal frisch an die Sache 7 c und 7 d herangegangen und zwar ohne mir zuvor das hier bereits von mir niedergeschriebene durchzulesen.

Faktum, nach erneuter ausführlicher Überprüfung komme ich wieder zu dem selben Ergebnis. Glücklich durchschnauf, denn ich wußte nicht mehr, was ich hier vor einem Monat alles bereits niedergeschrieben hatte (langsam rieselt der Kalk).

Beste Grüße
Markus
15.05.18, 09:42:45

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

von allen Einzelmarken, aus dem nachstehenden Scan, habe ich heute noch einmal Luxus-Einzelscans zu 2400 dpi Bildauflösung von der Vorder- und der Rückseite, als auch im Durchlicht erstellt. Ferner Bilder in meinem USB-Mikroskop und auch UV-Bilder.

Lange Rede, kurzer Sinn. Wer meine vorstehenden Erklärungen auf den letzten Seiten, alle gelesen und verstanden hat, der braucht eigentlich nur noch diesen auf 1200 Pixel Breite reduzierten mit 1200 dpi Bildauflösung erstellten Scan zu betrachten, damit klar wird:

1. Reihe = 7 c
2. Reihe = 7 d
3. Reihe = 6 g
4. + 5. Reihe = 6 h



Beste Grüße
Markus
15.05.18, 23:24:56

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

es ist eigentlich auch ganz einfach auf anderen Weg zu erklären und dies spiegelt sich im Aufkommen von datierbaren Marken und Belegen der MiNr. 7 wider.

Ab 15.06.1873 galt das neu eingeführte Postkarten-Porto zu 3/4 Schilling. Jedoch gab es noch keine 1/4 Schilling-Marke, um eine solche mit einer 1/2 Schilling-Marke zu kombinieren und auch noch keine 3/4 Schilling-Marke. Daher frankierte man die Postkartenformulare mit der 1 Schilling-Marke.

Die Hauptverwendungszeit der 7 c erstreckt sich von Juli bis ca. Mitte September 1873. Dies ist auch der Zeitraum, in den die Badesaison fällt und viele Badegäste auf Helgoland anwesend waren.

Aus den Monaten Oktober 1873 bis Juni 1874 habe ich nur zwei datierbare MiNr. 7 aus März (Brief) und Mai 1874 (loses Exemplar) archiviert. Das früheste Verwendungsdatum einer MiNr. 8 a beläuft sich bei mir im Archiv auf den 30.08.1873 und das früheste einer MiNr. 9 auf den 7.12.1873 und im November 1873 ist das Aufkommen von datierbaren Marken der MiNr. 8 sehr hoch.

Die Gouvernementsregierung war der Bezieher der Marken und von dort wurden sie an das Helgoländer Postamt weitergegeben. Entweder traf die vierte Auflage der 1 Schilling-Marke viel später auf Helgoland ein, als im Kohl-Handbuch vermerkt oder das Gouvernement gab das Paket vorerst nicht an das Postamt weiter und man sich dort mit den 1/4 Schilling-Marken behalf.

Im Jahre 1874 kommt es zu einer großen Verwendungslücke der 3/4 Schilling-Marke. Zwischen dem 20.06.1874 und dem 7.09.1874 habe ich keine einzige der 3/4 Schilling-Marken registriert.

Ab Juli 1874, mit Beginn der Badesaison, tauchen dann wieder viele mit 1 Schilling-Marken frankierte Postkarten auf. Entweder hatte man schon einen Großteil der 3/4 Schilling-Marken an Händler abgesetzt oder man zockte bewusst die Badegäste um 1/4 Schilling mehr im Porto ab? Die Verwendung der 1 Schilling-Marke zieht sich dann bei mir im Archiv bis zum 11.12.1874 hin.

Ein Problem stellen die vielen unterschiedlich kalibrierten Scans, welche ich im Internet finden kann, dar. Anhand von kleinen drucktechnischen Merkmalen gehe ich aber fast davon aus, dass es ab Juli 1874, in Bezug der 1 Schilling-Marke, hauptsächlich zu Verwendungen von Marken kam, welche der IV. Auflage entstammen und "c", also III. Auflage, in diesem Zeitraum des Öfteren nur der Phantasie des Prüfers entspringt, aber keinem fundierten Wissen.

Beste Grüße
Markus
16.05.18, 10:47:32
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