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Otjikururume

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Der abgebildete Beleg stammt vom 13.04.1945 aus der Gegend von Waldbröl zwischen der Sieg und Gummersbach, wo die Marke laut Attest nachweislich verteilt wurde. Im "Postillon" Nr. 3/1947 auf Seite 10 kann man folgendes lesen:

"Die ... zur Einlieferung gekommene und mit der Luftpost-Feldpostmarke frankierte (genauer gesagt: kontigentierte) Feldpost wurde erstmalig am 11.4. abends mit Kraftwagen zum Flughafen Deilinghofen (bei Iserlohn) befördert, erreichte aber das inzwischen schon gestartete Transportflugzeug nicht mehr, sodaß die Postsäcke bis zum nächsten Abend dort gelagert werden mußten.In der Nacht vom 12. zum 13. April starten die letzten Transportmaschinen von Deilinghofen aus dem Kessel heraus (mit dem Ziel: Berlin-Jüterbog oder Ludwigslust). Da diese Maschinen aber anderes wichtiges Gut retten und mitnehmen mußten, konnte nur ein Teil der Feldpost mitgenommen werden. Der Rest wurde zur Feldpostleitstelle Wuppertal-Vohwinkel (LST 555) verbracht,um zum Flugplatz Wuppertal-Langerfeld weiterbefördert zu werden, was aber entfiel, weil dieser Flugplatz nicht in Benutzung genommen wurde"

Der Flugplatz Deilinghofen wurde in der Nacht vom 14. zum 15.4. von Amerikanern besetzt und ist von Gummersbach, wohin sich die Gruppe des Verfassers der Feldpostkarte abgesetzt hatte rund 45 km Luftlinie entfernt. Demnach kann diese Postkarte wohl kaum zu diesem Flugplatz befördert worden sein. Zum Flughafen Wuppertal-Langerfeld sind es immerhin auch 37 km Luftlinie von Gummersbach.

Vom Flugplatz Wuppertal-Langerfeld sind aber angeblich doch am 13. April, einem Freitag, zwei Flugzeuge gestartet, die allerdings mit der Feldpost ihr Ziel nicht erreicht haben sollen. Am 16. April, dem darauffolgenden Montag, zogen die Amerikaner von Süden her in Wuppertal ein.

Daher ist wohl fraglich, ob die abgebildete Karte mit Stempel vom 13.04.1945 tatsächlich noch mit Luftfeldpost aus dem Ruhrkessel ausgeflogen werden konnte, erst Recht, wenn die Einheit des Absenders am 13.04. sich so weit südlich von den noch möglicherweise intakten Flughäfen befunden hat.

Frühjahr 1946 übergab die Reichspost "hunderte von Feldpostsäcken" zum Einstampfen an eine Darmstädter Papierfabrik.
Vor dem Einstampfen wurden die Säcke jedoch von den dortigen Mitarbeitern durchsucht. Dabei fanden sich 55 Feldpost-Sendungen mit der Ruhrkesselmarke. Man kann davon ausgehen, dass das abgebildete Exemplar eines dieser 55 Stücke sein könnte.

Herzlichst
O.
24.09.18, 13:14:23
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