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13.02.19, 15:23:14

Altsax

(Mitglied)

Hallo zusammen,

nicht zuletzt in Zusammenhang mit dem kürzlich erzielten enormen Auktionszuschlag für ein Paar (?) des sogenannten Vineta-Provisoriums stellt sich die Frage nach dem Umgang mit Halbierungen klassischer Briefmarkenausgaben, bei denen zum Verwendungszeitpunkt philatelistische Motive keine Rolle gespielt haben (können).

Das Sammelgebiet Sachsen weist zwei entsprechende Briefe auf, je einen mit halbierter Mi 4 und Mi 9. Deren Echtheit wurde bestätigt durch Prüfungen der Altmeister Bloch, Hunziker und Opitz resp. Pfenninger und Drahn.

Bei Beurteilung dieser Prüfungen sei daran erinnert, daß sich zwar Fälschungen an Hand abweichender Merkmale mit Sicherheit feststellen lassen (wenn auch nicht immer und von jedem), Echtheitsbestätigungen aber nichts anderes bedeuten, als daß man keine Abweichungen von Originalen hat feststellen können. M.a.W., einen Echtheitsbeweis kann es per definitionem nicht geben.

Im Normalfalle mag eine solche Einschränkung keine entscheidende Rolle spielen, wohl aber bei Stücken von extremer Seltenheit bzw. einmalig registrierten Exemplaren.

Das Beispiel des nachfolgend gezeigten Briefes, der die Sammlungen Ferrari, Rothschild und Boker zierte, mag das illustrieren.

Bereits die Kombination einer halbierten 1 Ngr. Marke mit einem (vollständigen) Wert zu 1/2 Ngr. macht skeptisch. Immerhin denkbar wäre die Nutzung des unentwertet gebliebenen Teils einer nachlässig entwerteten Marke seitens des Aufgebers, also Postbetrug. Dagegen, daß man im Dresdner Hofpostamt nach Verbrauch und Aufkleben der letzten 1/2 Ngr. Marke eine solche zu 1 Ngr. halbierte, sprechen alle Wahrscheinlichkeitsüberlegungen. Schließlich müßten in einem solchen Falle alle Schalter gleichzeitig Markenmangel gehabt haben - undenkbar in einem so großen Postamt.

Auch die Vorschrift, daß nicht nur der Aufgabebeamte, sondern auch alle weiteren mit der Umspedition und Ausgabe betrauten Postler die Korrektheit der Frankatur und deren Entwertung zu prüfen hatten, spricht gegen ein zufälliges Durchschlüpfen oder gar eine absichtliche Maßnahme.

Die Einhaltung solcher Vorschriften wurde seitens der sächsischen Postverwaltung mit der Androhung erheblicher Strafen durchgesetzt.

Was bedeutet das für ein Prüfergebnis?

Philatelistische Bedeutung haben Halbierungen aus der Zeit vor Eintritt der Filoutelisten ins Geschäft ausschließlich dann, wenn es sich um Maßnahmen einer Postanstalt bei Markenmangel handelt. Das müßte sich zumindest durch eine gewisse Häufung solcher Stücke bei bestimmten Postanstalten oder, besser noch, durch dazu erstellte Dokumente, die sich in Postakten finden, nachweisen lassen.

Einmalige Exemplare sind allenfalls Kuriosa. Diese Einschätzung wäre in einem Prüfurteil eindeutig zum Ausdruck zu bringen und nicht durch Formulierungen zu verbrämen, die dem Anbieter eine andere Interpretation möglich machen.

Der Boker-Brief erzielte seinerzeit einen Zuschlag in Höhe von 80.000 DM, hat den Käufer also rd. 100.000 DM gekostet.

Mit einem "Ist-Echt-und-einwandfrei"-Attest sollte es da nicht getan sein.

Beste Grüße

Altsax
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 Halbierung Dresden - Bautzen, 27.4.1855, Boker.jpg (427.3 KByte | 14 mal heruntergeladen | 5.84 MByte Traffic)

13.02.19, 15:24:14
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