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stampsteddy

(Mitglied)

Hallo diogenes,

so wie oben im Scan gezeigt, verhält sich auch unter UV der Unterschied zwischen den beiden Papiervarianten. Jedoch habe ich jetzt nicht weitere x-Papier herausgessucht, um weitergehend zu untersuchen. Letztendlich dann noch die Frage offen bleiben würde, ob sich das bei gestempelten, gewaschenen Marken dann noch so vergleichbar ist.

Bei der 10 Pfg-Marke sind unzählige Farbtönungen in verschiedene Farbtöpfe eingeteilt. Die Flut dieser ergibt sich aus der Flut der Auflagen, siehe katalogisierte Hausauftragsnummern. Jede neue Auflage, bedeutet eine neue Anmischung der Druckfarbe. Hinzu kommt, dass es innerhalb einer Auflage zu verschiedenen Sättigungsstufen kommen kann oder auch leicht unterschiedliche Papiere verwendet worden sind, welche sich ggf. auch auf die UV-Reaktion der Druckfarbe auswirken können.

Soll bedeuten, es gibt auch eine Flut von UV-Reaktionen und gemäß Handbuch Paul-Peter Jäschke, eignen sich diese nicht zur Trennung nach Farben.

Zu der Systhematik von Farbkatalogisierungen bei Germania-Marken habe ich mich hier im Forum schon genügend kritisch ausgedrückt, auch zur Methodik der Prüfung. Letztendlich ist der Sammler von der Meinung des Prüfers abhängig und diese Meinung beruht nicht immer auf gründlich recherchierten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sieht der Prüfer bei einer 10 Pfg Kriegsdruckmarke ein schönes Rot, so kann es sein, dass diese als eine 86 II e geprüft wird! Allerdings ist bis heute völlig unbekannt, aus welcher Auflage dieses schöne Rot stammt und in ungebraucht ist noch keine Marke in einem schönen Rot aufgetaucht! Es könnte also durchaus sein, dass es bei manchen Katalogisierungen nur um bestimmte Sättigungsgrade geht, die in diversen Auflagen erzielt wurden.

Persönlich habe ich es aufgegeben, Germania-Marken nach Farben zu sortieren, auch wenn es eine schöne Beschäftigung ist. freuen

Beste Grüße
Markus
17.11.19, 11:36:32

diogenes

(Mitglied)

Vielen herzlichen Dank nochmals, ich bin nun wirklich viel weiter gekommen. Ich werde sicher einen Kandidaten (ungebraucht) hier zeigen für Papierfarbe Orangeweiß - sollte ich einen finden :).

Bezüglich der Farben der Germania hast du sicher recht. Ich denke auch, dass eine Marke, die selten und teuer ist, auch für den normalen Betrachter so zu erkennen sein sollte. Gerade daher fand ich manche UV-Angaben im Michel sinnvoll. Mir schien, dass der Michel nur dort die UV-Farbe in Klammer setzt, wo diese a) relevant für die Identifizierung der Mi-Nr. ist und b) diese besonders deutlich und einzigartig ist. Daher wunderte ich mich, dass bei den Reichspost-Ausgaben keinerlei UV-Farben angegeben sind. Wenn ich nun darüber nachdenke, dann wohl schlicht, weil man sie zur Identifizierung nicht braucht.

PS: Bei der Nr. 71 steht "viele UV-Unterschiede" in Klammern, das müsste dann ja eigentlich nirgendwo und überall dabei stehen. Also auch bei der Nr. 56 (Reichspost).
17.11.19, 12:28:55

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

UV-Licht ist ein legitimes Hilfsmittel, um nach verschiedenartigen Druckfarben zu unterscheiden. Dabei kann es sein, dass die unterscheidbaren Druckfarben im Tageslicht einen sehr ähnlichen, nahezu gleichen Farbeindruck hinterlassen.

Durchaus kann man auch die MiNr. 71 nach Farben sammeln, die vielen Auflagen geben es her. Es ist halt nur nicht nach Farben katalogisiert. Der Hinweis bei MiNr. 71 kann auch als ein solcher verstanden werden, dass man das bereits weiß.

Bei MiNr. 56 kann man ohne weiteres den a-Farbtopf nach weiteren deutlich unterscheidbaren Farben aufsplitten. Ob sich unter diesen verschiedenen Farben noch eine weitere befindet, die vergleichbar seltener ist, als die katalogisierten, kann gerne auch jeder für sich erforschen.

Überall da, wo es sich um Massenauflagen handelt, sind zahlreiche Farbunterscheidungen möglich. Manche sind katalogisiert, andere nicht. Nicht immer bedeutet eine Nichtkatalogisierung, dass es keine seltene Farbe geben würde. Manchmal bedarf es viele Jahrzehnte, dass eine Unterscheidung katalogisiert wird oder eingesehen wird, dass die vorgenommene Spezifizierung in der Art und Weise nicht haltbar ist. Beispiele gibt es hierzu zu genüge, sowohl für das Einstampfen von Farbkatalogisierungen, als auch das neue Entstehen.

Beste Grüße
Markus
19.11.19, 06:26:03

diogenes

(Mitglied)

Danke nochmals. Generell finde ich es einen sehr guten Ansatz, die Farbe unter UV einzubeziehen, das ist ja in vielen anderen Ländern nicht so, obwohl es dort sicher auch zur Farbbestimmung taugen würde.

Wenn ich aber einen Katalog machen würde, hätte ich auf jeden Fall eine Regel aufgesetzt, wann genau die UV-Angabe hinzugefügt wird und wann eben nicht oder nur als "viele UV-Farben". Wenn wir bei unserem Beispiel bleiben, würde ich es für mich so deuten, dass die 71 sehr viele UV-Farben hat, die durchaus prägnant und sehr unterschiedlich sind, nur hat sie noch niemand katalogisiert. Die 56 hat keine UV-Angabe, dies würde ich in meinem Katalog nur machen, wenn es auch keine einzige wirklich prägnante andere UV-Farbe gäbe, sondern nur leichte Abweichungen.

Kann man den Michel so einfach deuten?
19.11.19, 07:55:21

stampsteddy

(Mitglied)

geändert von: stampsteddy - 19.11.19, 08:25:58

Hallo diogenes,

die Sache ist etwas komplexer, als Du es Dir im Moment vorstellst.

Nachstehend ein UV-Foto, von Marken MiNr. 56. Diese sind durch die Bank BPP-geprüft. In der Bildmitte drei Marken, die in ihrer UV-Reaktion herausstechen.

Die erste (das Papier ist von einem Aufheller angegriffen) und zweite ist als b-Farbe geprüft, die dritte als a-Farbe. An Tageslicht haben die drei Marken auch selbigen Farbeindruck, aber die rechte, in Mannheim gestempelte, erreicht nicht den gewünschten Sättigungsgrad.

Ich habe es aufgegeben, mir über die merkwürdigen Kriterien, welche bei Michel-Farbkatalogisierungen und BPP-Farbprüfungen angewandt werden, Gedanken zu machen.

Beste Grüße
Markus
Dateianhang (verkleinert):

 56-UV_ 001.jpg (311.54 KByte | 6 mal heruntergeladen | 1.83 MByte Traffic)

19.11.19, 08:23:17

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

die Unterscheidung von x- und y-Papieren wurde hier im Thema erfolgreich dargestellt.

Wer Fragen zu Katalogisierungen von Druckfarben hat, stellt diese bitte entweder in bereits hierzu begonnen Themem und sollte ein Thema zu einer bestimmten Michel-Nr. fehlen, muß halt ein neues eröffnet werden.

Das Ganze gleitet hier sonst Off-Topic ab.

Beste Grüße
Markus
19.11.19, 09:15:12

diogenes

(Mitglied)

In der Tat war das nicht ganz das Thema hier am Ende :), dennoch danke für deine Hilfe, und dass wir die UV-Farben ausgehend von den Papiersorten hier für die Germania-Farben auch kurz aufgreifen konnten.
19.11.19, 09:34:48

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

nur damit das mit dem "Aufheller" nicht falsch verstanden wird. Es handelt sich hierbei um eine durch Chemikalien beeinflusste Verfärbung des Papiers beim Wässern der Marke, als sie vom Papier, auf dem sie klebte, abgelöst wurde.

Papiere unterliegen, ebenso wie Druckfarben, verschiedensten umwelt- und lagerungsbedingten Einflüssen. Die UV-Reaktionen von Papieren, eignen sich wirklich nicht zum Trennen von Druckfarben.

Ein veränderter Träger, sprich ein verändertes Papier, kann unter bestimmten Umständen auch Einfluß auf die UV-Reaktion der Druckfarbe haben, als auch den Farbeindruck bei Tageslicht verändern.

Bei der 56 b handelt es sich nur um einen bestimmten Sättigungsgrad eines bestimmten Farbtons, der subjektiv wahrgenommen wird. Es handelt sich nicht um eine wissenschaftlich begründete Farbtrennung zu anderen Marken, die nach der a-Farbe einsortiert werden.

Die Farbreihen der BPP-Prüfer braucht man maximal nur dazu, um sie nach Fehlerhaftigkeit zu überprüfen.

Beste Grüße
Markus
19.11.19, 10:22:50
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