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stampsteddy

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geändert von: stampsteddy - 19.07.20, 15:14:07

Zitat von Altsax:
Die charakteristische Lücke im Schlagschatten der großen 3, die bei einigen Feldern der beiden ersten Platten vorkommt, hat ihre Ursache höchstwahrscheinlich in einer Erhöhung auf der Matrize, von der Druckstöcke der beiden ersten Platten abgeformt worden sind. Daß sie an gleicher Stelle zufällig auch bei einer Matrize der späteren Platten vorkommen, ist höchst unwahrscheinlich.

Hallo Jürgen (Altsax),

das Problem ist, dass bei zwei von den drei Exemplaren die Entwertung sicher auf Juli 1851 datierbar ist und im Falle das dritte Exemplar tatsächlich zu der Unterlage gehören sollte, dass die Fragmente des Drucksacheninhalts ein gedrucktes Datum vom 1. Juni 1851 hergeben und auf der Marke nur die Tagesziffern "30" zu erkennen sind und ich auch nicht ausschließen kann, dass die Drucksache erst am 30. Juni 1851 versendet wurde.

Bestimmt kommen auch frühe Auflagen spät verwendet vor, aber dass ein in der Bühler-Plattierung unbekanntes Klischee einer Frühauflage angehören soll, jedoch nur mit Spätdaten vorkommt, ist genauso unwahrscheinlich.

Lange Rede, kurzer Sinn. Es bedarf einer Marke, die mit diesem Klischee gedruckt wurde und ein frühes Datum aufzeigt. Im Moment kann ich mir aber keine vierte Marke aus dem Ärmel schütteln.

Beste Grüße
Markus
19.07.20, 15:11:05

Altsax

(Mitglied)

geändert von: Altsax - 19.07.20, 16:19:06

Zitat von stampsteddy:
Dieser Dreier wurde von Herrn Rismondo als großformatige Marke und von Herrn Vaatz als aus Platte VI (kleines Markenformat) attestiert. Das Markenformat von diesem entspricht einem der frühen Platten.


Zitat von Altsax:
Die charakteristische Lücke im Schlagschatten der großen 3, die bei einigen Feldern der beiden ersten Platten vorkommt, hat ihre Ursache höchstwahrscheinlich in einer Erhöhung auf der Matrize, von der Druckstöcke der beiden ersten Platten abgeformt worden sind. Daß sie an gleicher Stelle zufällig auch bei einer Matrize der späteren Platten vorkommen, ist höchst unwahrscheinlich.


Zitat von stampsteddy:
Bestimmt kommen auch frühe Auflagen spät verwendet vor, aber dass ein in der Bühler-Plattierung unbekanntes Klischee einer Frühauflage angehören soll, jedoch nur mit Spätdaten vorkommt, ist genauso unwahrscheinlich.


Hallo Markus,

wenn eine Marke von einem Prüfer als "großformatig" und vom anderen als "zu Platte VI gehörig" eingestuft wird, muß das Format beide Einstufungen hergeben, also im Überlappungsbereich liegen.

Wenn es gleichzeitig beachtenswerte Wahrscheinlichkeitsüberlegungen gibt, die gegen jede der beiden Varianten sprechen, ist das Grund genug, an eine dritte Möglichkeit zu denken:

In der Platte VI sind bekanntlich zwei beschädigte Druckstöcke verwendet worden (Pos. 5 und 19). Das spricht dafür, daß man auf Altbestände, die vorher aussortiert worden waren, zurückgriff.

Das könnte auch zu dem Einsatz des Druckstocks in "überlappender" Größe geführt haben. Er war möglicherweise wegen der Fehlstelle im Schlagschatten für die Erstauflagen aussortiert worden, konnte aber wegen seiner passenden Größe in den Rahmen der Platte VI gespannt werden.

Das ist natürlich spekulativ, stünde aber nicht im Widerspruch zu den bisherigen Feststellungen.

Beste Grüße

Jürgen
19.07.20, 15:47:15

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo Jürgen (Altsax),

da bei allen drei Exemplaren die linke untere Rahmenecke eingedrückt ist, könnte dies ein Merkmal dafür sein, dass eine Art Anpassung vorgenommen wurde (z.B. wie bei Bayern mit dem Beklopfen bestimmter Ecken), um das Klischee in die Druckplatte einzubringen.

Beste Grüße
Markus
19.07.20, 16:26:52

el-zet

(Mitglied)

Der Anbieter schreibt "forgery?", geboten sind aktuell 315$. Wie steht´s damit? Rein akademisches Interesse, bin kein Kaufinteressent.
https://www.ebay.de/itm/SACHSEN-SAXONY-GERMAN-STATES-Mi-1-rare-used-stamp-forgery/353349448233
23.01.21, 14:42:48

Altsax

(Mitglied)

Das ist die häufigste und bekannteste Fälschung des Sachsendreiers überhaupt, bereits von Rommel in einem Büchlein beschreiben.
Sie ist üblicherweise zu niedrigen zweistelligen €-Beträgen zu haben.
23.01.21, 15:25:58

el-zet

(Mitglied)

Danke! Ist die so gut, dass man drauf reinfallen kann, oder wie sind die 315 zu erklären?
23.01.21, 15:31:05

Altsax

(Mitglied)

Zitat von el-zet:
Danke! Ist die so gut, dass man drauf reinfallen kann, oder wie sind die 315 zu erklären?


Diese "Goldner-Fälschung" zählt nicht zu den gelungenen. Sie hat weder im druck noch im Papier auch nur entfernte Ähnlichkeit mit einem Original-

Was sich die Bieter dabei denken, ist nicht nachvollziehbar.
23.01.21, 15:34:27
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