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stampsteddy

(Mitglied)

geändert von: stampsteddy - 13.06.20, 09:02:06

Hallo diogenes,

es sind immer spezielle, portorichtige Frankaturen auf Belegen, die Marken, welche in lose gestempelter Erhaltung recht niedrig werten, zu einer Rarität machen können.

Es sind nicht immer nur bestimmte Einzel- oder Mehrfachfrankaturen, die hier für einen gewissen Wert sorgen können sondern auch Mischfrankaturen verschiedener Ausgaben, die eigentlich häufige Marken enorm aufwerten können.

Beispiele hierfür gibt es viele und man kann hier nichts pauschalisieren sondern es hängt vom jeweiligen Sammelgebiet ab, welche Marken unter welchen Umständen zu einer Rarität werden.

Ein Katalog, der vielerlei Sammelgebiete beinhaltet, selbst wenn "Spezial" auf einen solchen aufgedruckt ist, kann nicht alle Facetten eines Sammelgebietes darstellen. Hierzu bedarf es dann weiterführenden Katalogen und Handbüchern, um sich in dem jeweiligen Sammelgebiet schlau zu machen. Auch das Lesen von sachrichtigen Losbeschreibungen in Auktionskatalogen, kann zu einer weiteren Erkenntnis führen und zumindestens auf gewisse Sachverhalte aufmerksam machen.

Ist ein Sammler von einem bestimmten Sammelgebiet infiziert, so wird er sich dann schon die Frage stellen: wo kann ich mehr hierüber nachlesen und nach entsprechender Literatur andere Sammler oder Händler befragen.

Beste Grüße
Markus
13.06.20, 09:00:18

diogenes

(Mitglied)

Hier fand ich einen interessanten Artikel zu Einzelfrankaturen (Bund).

https://www.philatelie-digital.de/wp-content/uploads/Zum-Komplett-Sammeln-von-Bund-auf-Brief.pdf

Dort werden neben der 148 noch folgende Michel-Nummern genannt, die schwer zu finden sind:

205
948
1388

Gilt für die drei Nummern nun also Ähnliches wie für die 148, dass eine Einzelfrankatur um ein Vielfaches höher wertet als eine lose gestempelte Marke, und auch in der Höhe? Ich fand leider keine Beispiele aus Auktionen dieser drei Nummern

Und dann werden noch die Heuss-Marken im neuen/alten Posttarif erwähnt. Zu diesem Thema gibt es noch einen anderen interessanten Artikel, der auch die Inflation (wie oben kurz angesprochen) behandelt.
https://www.philatelie-digital.de/wp-content/uploads/Neue-Marken-noch-im-alten-Posttarif-Teil-1.pdf


13.06.20, 14:24:17

stampsteddy

(Mitglied)

geändert von: stampsteddy - 13.06.20, 15:45:12

Hallo diogenes,

das ist mehr ein wildes herumstochern, was Du im Moment betreibst.

Wenn Du systematisch vorgehen möchtest, um herauszufinden, welche Marken in welcher Kombination (z.B. Einzel- oder Mehrfachfrankatur) selten sind, dann mußt Du eine Portotabelle als Werkzeug benutzen und die in einer Portoperiode möglichen Portostufen mit den in dieser Zeit gültigen Marken abgleichen, mit welchen eine Einzel- oder Mehrfachfrankatur in genau diesem Zeitraum möglich war, um portorichtig zu frankieren.

Anfang der 1970er-Jahre gab es z.B. eine kurze Portoperiode und zwar vom 1.9.1971 bis zum 30.6.1972

Je kürzer der mögliche Zeitraum ist, in dem eine bestimmte Marke als eine portorichige EF oder MeF verwendet werden konnte, um so seltener ist sie dann in der Regel auch auf entsprechenden Belegen.

Beispiel: ein Einschreiben im Ortsverkehr in der fünften Gewichtsstufe kostete in besagter Portoperiode 130 Pfg (30 Pfg Porto und 100 Pfg Einschreibegebühr). Am 20.6.1972 wurde die 130 Pfg Heinemann verausgabt. Somit blieben nur 10 Tage, um genau diese Marke in exakt dieser Versendungsform als Einzelfrankatur portorichtig zu nutzen.

usw. usf.

Für Frankaturen ab 1945, gilt der Götz-Katalog als wichtiges Nachschlagewerk. Wobei ich mir das Beispiel nun ohne diesen herausgesucht habe.

Du darfst aber davon ausgehen, dass alles das was richtig selten ist und gutes Geld bringt, nicht unbedingt auf dem nächsten Tauschtag oder dem nächsten Flohmarkt in der Krabbelkiste für 50 Cent je Beleg zu finden ist. Und nicht für alles das, was selten ist, gibt es auch Sammler die einen hohen Preis bewilligen.

Beste Grüße
Markus
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13.06.20, 15:43:35

diogenes

(Mitglied)

Hallo und danke nochmals. Ich habe ja gar kein systematisches Ziel, sondern es ist nur interessant, in Briefmarken-Katalogen zu blättern. Es darf ja auch einmal philatelistisches Umherspazieren geben, ohne dass man gleich eine Sammlung anlegen muss. Ich habe also weder vor, diese auf Brief seltenen Marken in einer Wühlkiste zu finden noch das gesamte Thema allumfassend zu verstehen. Ich habe einfach nur interessante Katalogpreise gefunden, die ich hier einmal teilen wollte mit ein paar danebengelehnten Fragen.

Hier ist übrigens noch Teil 2 des genannten Artikels:
https://www.philatelie-digital.de/wp-content/uploads/Neue-Marken-noch-im-alten-Posttarif.pdf

Ich fand jedenfalls dieses Thema und die Antworten hier schon sehr aufschlussreich, ich hoffe, anderen auch zukünftigen Lesern geht es ebenso. Von den Hintergründen der Bayern-36 über die Bund-Einzelfrankaturen und die Verwendung vor/nach Tarifänderung bis zu den von mir eingangs erwähnten italienischen Marken gab es ja einiges zu lesen. Ich fand die 700fache Steigerung von gestempelt zu Brief einfach rätselhaft, und da wollte ich einmal fragen, was es damit auf sich hat und was für ähnliche Marken andere Sammler so kennen, die in diesen exorbitanten Bereichen liegen. Das Thema der Bund-Einzelfrankatur hatte ich gar nicht auf dem Schirm, und sie passt zwar nicht genau hierher, aber indirekt eben doch.

Es bleibt naürlich immer noch die Frage, was die genannten italienischen Marken so teuer auf Brief macht. Und es wird sicher gerne gelesen werden, wenn noch jemand ähnliche Marken auf Brief aus anderen Ländern kennt (auch unabhängig von Frankatur-Spezialitäten).
13.06.20, 17:14:38

diogenes

(Mitglied)

Hatte ganz vergessen, die Prexie-Serie aus den USA zu erwähnen, hier sind natürlich die Einzelfrankaturen je nach Brief-Art auch sehr viel höher bewertet als die losen gestempelten Marken. Das geht so in die Richtung wie die Bund Nr. 148. (vom Faktor her, vom Endpreis her liegen die ganz oben genannten Marken aus USA und Italien natürlich jenseits)
13.06.20, 21:59:48

Klesammler

(Mitglied)

Hallo diogenes,

das Thema hat mich neugierig gemacht. Ich muß mir über die Arge Italien mal die Porto-Vorschriften holen. In einem benachbarten Forum ist der ehemalige Vorsitzende der Arge aktiv. Mal sehen, was ich ausgraben kann.

viele Grüße

Dieter
13.06.20, 22:35:31
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