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stampsteddy

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Hallo,

spätestens im Dezember 1981 wird von Herrn Ludin eine weitere Variante attestiert! Diese soll sogar in einem Zehner- und Elferstreifen bekannt geworden sein!

Das Attest sagt aus, man habe in der Bundesdruckerei die Markenbilder aus Einzelabzügen ausgeschnitten und auf Leer-Rollenstreifen aufgeklebt, um somit Rollenstreifen zu imitieren und als Vorlagestücke zu verwenden! verwirrt

Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat der Überbringer dieser Streifen jemanden gekannt der widerum denjenigen kannte, der die Streifen aus der Bundesdruckerei entwendete. Der Entwender kannte natürlich denjenigen, der in der Bundesdruckerei einst den Arbeitsauftrag erhalten hatte, Leerstreifen mit Markenbildern aus Einzelabzügen zu bekleben! Selbstverständlich war der Überbringer dieser Streifen, als auch der zugehörigen Geschichte, eine sehr vertrauenswürdige Person und Herr Ludin glaubte Ihm!

Man sehe mir bitte nach, dass ich die attestierte Geschichte einfach nur für unfassbar und irre, kurzum für ballaballa erachte! lachen

Anzumerken ist natürlich, dass wir auch bei dieser Variante abermals die besagte Kerbe entdecken können.





Beste Grüße
Markus
04.12.20, 16:25:43

stampsteddy

(Mitglied)

geändert von: stampsteddy - 04.12.20, 18:02:23

Hallo,

die gezähnte Variante, 4 Pfg schwarz auf Papier ohne Wasserzeichen, war früher als 124 P I katalogisiert. Sie taucht im Michel-Spezial 2001 noch auf und im Michel-Spezial 2011 nicht mehr. Die Kataloge dazwischen fehlen mir und zumindestens hatte man sich in Bezug von diesem erbarmt, ihn aus der Listung zu nehmen.

Als gezähnte Varianten sind in der Katalogisierung noch die schwarzen Drucke zu 10 und 20 Pfg verblieben, ebenfalls auf Papier ohne Wasserzeichen. Mit großem Erschrecken mußte ich aber soeben feststellen, dass auch diese jeweils immer nur von einem Klischee gedruckt wurden.

Das riecht jetzt aber gewaltig nach faulem Braten und zwar auf der gesamten Linie.

Die angeblichen Probedrucke, zu 10 u. 20 Pfg, zeige ich noch. Ich muß mich erst von dem Schrecken erholen. Eigentlich wollte ich nur den Sachverhalt zur Katalogisierung der 4 Pfg mitteilen und dann ergab sich das Weitere.

Beste Grüße
Markus
04.12.20, 18:01:05

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

kleines stampsteddy nun doch akripisch suchen und durch ein großes Auktionsarchiv muß ich noch durch.

Bei CG bin ich soeben durch und habe da noch weiteres Material gefunden. freuen

Nachstehend ein Essay zur Posthorn-Serie. Gemäß Fotobefund Hans-Dieter Schlegel vom Grafiker Eduard Sauer, Celle, entworfen und im Buchdruck ausgeführt. (Bildquelle Auktionshaus Christoph Gärtner)

Beste Grüße
Markus
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04.12.20, 19:26:14

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

insofern es eine Möglichkeit gab, auf originales Druckmaterial bzw. originale Druckklischees zurückzugreifen, sind der kreativen Gestaltungsmöglichkeiten, sogen. Probedrucke zu erzeugen, Tor und Tür geöffnet. Darauf werde ich im nächsten Beitrag zurückkommen.

Erwähnen möchte ich noch, dass im Michel-Spezial 1971 keinerlei der sogen. Probedrucke gelistet waren. Wann genau die Listung solcher erfolgte, kann ich im Moment nicht sagen, aber im Moment ist das nachstehende Attest jenes, welches mit dem 18.1.1980 das früheste Ausstellungsdatum für einen Probedruck der 4 Pfg Wertstufe zeigt.

Attestiert wurde ein Einzelabzug auf Papierabschnitt mit Wasserzeichen 4 W, im Format 95 x 55 mm (gemäß Formatangabe im Fotoattest Hans-Georg Schlegel BPP). Nunja, vielleicht ist es auch der Einzigste in dieser Art? Wie dem auch sei, der Druck ist weitaus schärfer, präziser, als bei den anderen bisweilen gezeigten und bei den weiteren Drucken, die ich auffinden konnte. Die Druckfarbe ist gut flächig deckend aufgetragen und es handelt sich offenbar um selbiges Papier, inkl. Wasserzeichenstellung, welches auch hauptsächlich für die Seriendrucke verwendet wurde. Die Sache mit der Kerbe, ist an dem Bildmaterial nicht eindeutig zu erkennen bzw. ob es sich hier in der Tat um das gleiche Klischee handelt, wie bei den bisher gezeigten Drucken.

Die nachstehenden Bilder habe ich auf 200% vergrößert, damit man nicht mit der Lupe an den Bildschirm gehen muß (smile). Leider sind sie nicht hochaufgelöst, aber ich meine an der Attestabbildung erkennen zu können, dass die Sigatur "LUDIN BPP" bereits angebracht war, als Herr Hans-Georg Schlegel das Attest ausgestellt hat.

Es erweckt sich mir der Eindruckk, dass das unverfänglichste Exemplar zuerst vom gebietsfremden Prüfer Ludin signiert und dann Herrn Schlegel zur Prüfung eingereicht wurde. Nach der Bestätigung der Echtheit mittels Attest dann der Weg für Herrn Ludin frei war, weiterhin als gebietsfremder Prüfer auch solche Stücke als echt zu attestieren, die Herr Schlegel vermutlich nicht attestiert hätte. Zumindestens ist dies die logische Reihenfolge, die sich aus dem bisher entdeckten Material ergibt und die ich mir auch sehr gut zu der damaligen Zeit vorstellen kann, wie ein Eigentümer dieser Drucke das genau so über die Prüfer initiiert hat. Irgendwann wird es dem BPP zu bunt geworden sein, dass ein gebietsfremder Prüfer auf BPP-Attestformularen Stücke attestiert, die nicht zu seinen Prüfgebieten im BPP gehören.

Hier nun das weniger oder meinetwegen sogar unverdächtige Exemplar.







Bildquelle Auktionshaus Christoph Gärtner, 26. Auktion, Zuschlag Euro 720.-

Beste Grüße
Markus
05.12.20, 07:42:56

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

die Wertstufen zu 4, 10 u. 20 Pfg Posthorn wurden sowohl in 100er-Schalterbogen und in 500er-Rollen hergestellt. Diese beiden "Konfektionsgrößen" (mir fällt gerade kein besseres Wort ein) wurden im Walzendruck bzw. Rotationsdruck gedruckt.

Ferner finden sich diese Wertstufen auch in Markenheftchen. Die hierfür verwendeten Bogen, um Markenheftchen zu produzieren, wurden jedoch im Plattendruck hergestellt.

Die Rollenmarken wurden im Rotationsdruck auf Endlospapier gedruckt. Die Bogenbahnen dann geschnitten, gezähnt und daraus dann die Streifen für die Rollen getrennt. So verfuhr man schon 30 Jahre, um Rollen herzustellen.

Der nachstehende Fünferstreifen, angebliche MiNr. 124 P, wurde einst, analog zum Attest Ludin BPP, wie folgt als Auktionslos beschrieben:

4 Pfg Posthorn schwarz auf gummierten ohne Wasserzeichen, senkrechter 5er-Streifen, dessen uneinheitliche Montage der Druck-Klischees charakteristisch ist für diese äußerst seltenen Probedrucke aus dem Jahre 1951, welche die frühesten Versuche der Bundesdruckerei für Markenrollen-Drucke darstellen! Ausführliches Fotoattest Ludin BPP - Absolute Posthorn- und Rollenmarken-Rarität!

Das Fotoattest wurde leider Online nicht zur Verfügung gestellt.

Welche Versuche soll die Bundesdruckerei nötig gehabt haben? Haben die Drucker verlernt, wie man Druckplatten für den Rotationsdruck herstellt?

Wer sich die angeblich verschiedenen Druckklischees näher betrachtet, der wird bemerken, dass es immer das selbige Klischee ist, welches auf den fünf Feldern abgedruckt wurde.

Derartigen Nonsens in Streifen, gibt es auch zu 10 und 20 Pfg. Keines der drei Auktionslose ist mit einem Zuschlagsergebnis im Archiv des Auktionshauses versehen. Welch ein Glück!

Vermerken möchte ich noch, dass im Michel Handbuch-Katalog Rollenmarken Deutschland 2006, keinerlei derartige Probedrucke, wie hier in diesem und den letzten Beiträgen aufgezeigt, gelistet sind.

Beste Grüße
Markus
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13.12.20, 14:38:12
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