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el-zet

(Mitglied)

Da müssen wir also eine neue Erhaltung einführen:

druckfrisch: ohne Gummi wie an die Post geliefert
postfrisch: mit original vom Postbeamten aufgepinseltem Gummi
ungebraucht mit Originalgummi
ungebraucht ohne Gummi, jedoch ursprünglich mit Gummi versehen
13.01.21, 09:47:19

stampsteddy

(Gast)

geändert von: stampsteddy - 13.01.21, 11:22:59

Hallo,

im Michel steht, wie auch im Grobe-Katalog, unter MiNr. 1 bis 5 geschrieben: Von MiNr. 1 bis 5 sind alle in den Handel gelangten Restbestände ungummiert.

Das hatte sich im 19. Jahrhundert im Krötzsch-Handbuch noch ein wenig anders gelesen. Dort hatte man zumindestens eingeräumt, dass solche ungebraucht gebliebenen Marken, die bei der Post vorhanden waren gummiert waren. Aber wie viele sollen das zum 31.12.1867 noch aus MiNr. 1 bis 7 gewesen sein, wenn zwischendurch ab 1863 bereits neue Marken verausgabt wurden?

Das bei der Stadtkasse noch aus MiNr. 3 bis 7 Bogen ohne Gummierung lagerten, ist annehmbar. Vor allem die unverausgabte MiNr. 5 b, welche auf Grund der Firmeneindrucke der Druckerei, die sich auf den Bogenrändern befinden, zurückgehalten worden sei (so die Annahme).

Durchaus habe ich schon Überlegungen angestellt, ob man in Bezug der aufgepinselten Gummierung von den in 1872 hergestellten und verkauften Neudrucken ableiten kann. Denn auf diesen findet sich nun einmal auch eine aufgepinselte Gummierung, wie unschwer an dem nachstehend gezeigten Eckrandviererblock MiNr. 2 ND erkennbar ist.

Markant sind diese dicken gelblichen bis dunkelroten Punkte in der Gummierung, bei den Neudrucken. Ab und an lassen sich vergleichbare Gummierungen auch bei den Originalen finden. Letztendlich bleibt es aber nur eine Annahme und kein unbedingter Beleg dafür, der Originalität beweisen könnte. Vergleichbare Gummierungen können auch noch weit nach 1867 von privater Seite auf Einheiten der verausgabten Originalmarken aufgetragen worden sein, sogar bogenweise.

Sämtliche Überlegungen werden auch die Herren Grobe und Mehlmann angestellt haben, denke ich doch.

MfG
Markus
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13.01.21, 11:07:29

palaiss

(Mitglied)

Jetzt driften wir wieder vom (allgemeinen) sehr interessanten Threadthema in das sehr spezielle Gummierungsthema Lübeck 1-7 ab.

Kann man diesen Komplex ausgliedern.... freuen ?
13.01.21, 11:51:06

stampsteddy

(Gast)

geändert von: stampsteddy - 13.01.21, 12:21:13

Es könnte genauso die Themenüberschrift etwas angepasst werden.

Worin bildet sich der Wert von Originalgummierungen? Meinungen aus über 100 Jahren Philatelie.

Oder so ähnlich.

Altsax hatte mit der Prüfbarkeit von Gummierungen hier im Thema angefangen. Meine Beiträge zeigen nur auf, was er genau meinte. freuen
13.01.21, 12:20:56

stampsteddy

(Gast)

Hallo,

es ist sogar möglich, dass sich Gummierungen im Laufe der Zeit sogar auf einer Marke auf ganz gruselige Art und Weise partiell verändern können.

Die rechte DR MiNr. 30 zeigt das beispielhaft sehr gut auf. In Teilbereichen zeigt sie noch die originale Gummierungsstruktur.

Bei der linken MiNr. 30 hingegen ist die Gummierung bis auf eine leichte Entfalzungsspur sehr gut erhalten.

MfG
Markus
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13.01.21, 12:41:33

stampsteddy

(Gast)

Hallo,

erwähnen möchte ich noch, dass bei klassischen Briefmarken frühere Prüfer, sogar noch amtierende in früheren Zeiten, durchaus auch mit Falz oder Falzspur versehene Marken tiefst signiert haben, wenn die Erhaltung der Marke als einwandfrei beurteilt wurde.

Die Gefahr bei dieser Vorgehensweise, die Signatur tiefst bei mit Falz versehenen Marken zu setzen, besteht darin, dass natürlich auch noch nach der Signatursetzung eine Entfalzung vorgenommen werden kann.

Soll bedeuten, eine tiefste Signatur muß in manchen Sammelgebieten nicht unbedingt für eine postfrische Marke stehen.

Der Einredeversuch von Postfrisch besteht bei gewissen Marken manchmal nur solange, bis ein Prüfer bei zighundertfacher Vergrößerung im Mikroskop den Nachweis einer Entfalzung erbringt. Soll zumindestens schon passiert sein.

Durchaus soll es aber auch schon Philoutelisten gegeben haben, die auf nachgummierte Marken einen Falz gesetzt haben, um den Anschein von Originalgummierung zu erwecken.

Mir persönlich reicht es aus, wenn die Marke eine farbfrische Wirkung und annehmbar mit Originalgummierung und einem Falz versehen ist. freuen

MfG
Markus
13.01.21, 15:05:50

AlexanderT28

(Mitglied)

Zitat von olli0816:

Zu der Aufbewahrung ohne Falz: Mir ist in einer alten Sammlung ein selbstgemachtes Steckbuch aus Kartonpapier untergekommen. Der Sammler hatte das Jahr 1895 darauf vermerkt. Ob es tatsächlich in dem Jahr zusammengebastelt wurde, kann ich natürlich nicht sagen. Aber es war handgemacht und auf der Seite waren keine Marke neuer 1895.


Hallo Oliver,

vielen Dank für deinen tollen Beitrag, in vielem kann ich mich deiner Meinung nur anschließen, gerade auch was Signaturen angeht, Stücke, die teils x mal nebeneinander signiert sind, etc...

Das selbstgebastelte Steckbuch klingt faszinierend. Hast du davon Fotos gemacht? Waren darin viele ungebrauchte Briefmarken?

Viele Grüße,

Alexander
14.01.21, 19:07:23
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