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palaiss

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Bei 1 7/10 Loth hätte der Brief 8 Neugroschen gekostet.

Es deutet aber nix darauf hin, dass der um ca. 1 1/2 Tage verzögerte Versand des Briefes wegen des Fehlportos angehalten worden ist.
14.02.19, 10:33:57

Altsax

(Mitglied)

Zitat von palaiss:
Es deutet aber nix darauf hin, dass der um ca. 1 1/2 Tage verzögerte Versand des Briefes wegen des Fehlportos angehalten worden ist.


Es deutet auch nichts darauf hin, daß überhaupt ein Fehlporto vorliegt!
14.02.19, 10:41:08

palaiss

(Mitglied)

geändert von: palaiss - 14.02.19, 10:50:02

Es könnte so gewesen sein:

Das Gewicht war tatsächlich 7/10 Loth und nicht 1 7/10 Loth, wie man wegen der angebrachten und dann gestrichenen "1" annehmen konnte.

Der Brief wurde zunächst als unterfrankiert am Sonntag, 30. oder am Montag, 31.3.1862, angehalten und die Sache geprüft. Dann wurde vom zweiten Beamten festgestellt, dass das Gewicht mit 7/10 korrekt ist, der Brief nicht mit Nachporto versehen, neu behandelt und mit neuer Registriernummer "2" vom 1.4.1862 versehen.

Hätten wir die Rückseite, dann könnte dies durch den Ankunftsstempel bestätigt werden.
14.02.19, 10:44:49

Altsax

(Mitglied)

Hallo palaiss,

der erste Gewichtsvermerk ist in Zwanzigstel Loch angegeben. Das war die sächsische Vorschrift. Der zweite ist in Zehntel vermerkt. das war die preußische Vorschrift.

Bei Recobriefen nach Preußen findet sich nahezu immer eine (zweite) Gewichtsangabe von der preußischen Post..

Sächsische Recobriefe sind häufig dann nicht mit Gewichtsangaben versehen, wenn der Brief "einfach" war, also keiner erhöhten Gewichtstaxe unterlag.

Meine Interpretation dieser Vorderseite beruht auf der Einschätzung, daß der senkrechte Strich tatsächlich zu dem preußischen Gewichtsvermerk gehört. Er ist augenscheinlich zumindest mit der selben Tinte angebracht worden.

Geht man von dieser Voraussetzung aus, gibt es eine schlüssige Erklärung für die differierenden Gewichtsangaben ebenso wie für die Frankatur mit 5 Ngr.

Beste Grüße

Altsax
14.02.19, 10:59:18

palaiss

(Mitglied)

Besteht Einigkeit darüber, dass bei einem Gewicht von 1 7/10 Loth 8 Neugroschen hätten frankiert werden müssen? Warum ist das fehlerhafte Franco dann nicht vorderseitig vermerkt?

Besteht Einigkeit darüber, dass der "sächsische" Gewichtsvermerk mit der Registernummer "2" korrespondiert und der untere Gewichtsvermerk mit der hohen Registernummer? Dann wäre die "preußische" Registrationsnummer zuerst da gewesen, was nicht logisch erscheint.

Besteht Einigkeit darüber, dass an der "1" herumgekraxxelt wurde, so, als hätte sie jemand versehentlich geschrieben?

Wenn die Sachsen bei der Aufgabe eines normalen Briefes die Gewichtsangabe in aller Regel unterlassen haben, warum ist sie dann auf dieser Vorderseite vermerkt?

Bitte erlöse uns, dann können wir evtl. über Deine Interpretation weiterdiskutieren. freuen
14.02.19, 11:39:51

Altsax

(Mitglied)

geändert von: Altsax - 14.02.19, 12:00:24

Zitat von palaiss:
Bitte erlöse uns, dann können wir evtl. über Deine Interpretation weiterdiskutieren. freuen


Hallo palaiss,

anscheinend kommt niemand über die Klippe hinweg, daß "einfaches Gewicht" immer in 1 Lot Schritten gemessen wird.

Es gibt eine Sendungsform, bei der diese Schritte 2 Loth betragen, nämlich die Warenproben und Mustersendungen. Sie sind üblicherweise als solche gekennzeichnet, was aber nicht vorgeschrieben ist. Bei den beiden rekommandierten Mustersendungen, die ich registriert habe (außer dem vorliegenden Exemplar), ist das nicht der Fall.

Gerne übersehen wird die Vorschrift, daß die Taxermäßigung für Warenproben- und Mustersendungen an die Bedingung geknüpft ist, daß der Begleitbrief nicht mehr als 1 Loth wiegen darf. Damit soll die mißbräuchliche Ausnutzung der Tarifermäßigung für schwere Briefsendungen unterbunden werden.

Es ist also erforderlich, das Gewicht des Begleitbriefes separat zu ermitteln.

Genau das scheint hier geschehen und vermerkt worden zu sein. Die Preußen haben sich anschließend auf den Vermerk des Gesamtgewichts beschränkt.

Selbstverständlich steht und fällt diese Interpretation mit der Einstufung des senkrechten Striches als "1" (Loth). Darüber mag man diskutieren. In dieser Hinsicht bin ich schmerzfrei.

Der (pädagogische) "Wert" dieser Vorderseite liegt ohnehin darin, daß sich mit ihrer Hilfe die Tatsache veranschaulichen läßt, daß
a) Mustersendungen auch rekommandiert vorkommen können und
b) die Einschränkung bezüglich des Begleitbriefgewichts besteht.

Beste Grüße

Altsax
14.02.19, 11:58:56

palaiss

(Mitglied)

Hallo, altsax,

weia, darauf wäre ich jetzt nicht gekommen.

Es gibt doch eine Reihe "Zufälle", die mich zweifeln lassen. So sind die beiden Gewichtsangaben (ohne die "1") identisch: 7/10 und 14/20.

Das mit Zwanzigsteln bei den Sachsen stimmt wohl in der Regel, bei einem Blick in ein paar Auktionskataloge findet man aber auch auf den sächsischen R-Briefen "1/2 Loth", "5/8 Loth" usw., obwohl dies unüblich war, und obwohl es sich um normalgewichtige Briefe handelt, bei denen die Gewichtsangabe wohl nicht erforderlich war.

Warenproben ohne einen entsprechenden "Muster ohne Werth"-Vermerk habe ich bewusst noch nicht registriert. Kannst Du mal einen dieser rekommandierten Warenprobenbriefe hier einstellen. Dass es sich um solche handelt muss, ergibt sich aus dem Gewichtsvermerk für einen normalen Doppelbrief?

14.02.19, 12:48:05

Altsax

(Mitglied)

Zitat von palaiss:
Warenproben ohne einen entsprechenden "Muster ohne Werth"-Vermerk habe ich bewusst noch nicht registriert. Kannst Du mal einen dieser rekommandierten Warenprobenbriefe hier einstellen. Dass es sich um solche handelt muss, ergibt sich aus dem Gewichtsvermerk für einen normalen Doppelbrief?


Hallo palaiss,

wie erwähnt, sind sie selten anzutreffen. Sie sind aber auch leicht zu übersehen, wenn man die Taxe nicht nachrechnet.

Beste Grüße

Altsax
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14.02.19, 13:39:02

palaiss

(Mitglied)

Hallo, altsax,

und woran erkenne ich jetzt, dass es sich hier um eine Warenprobe handelt?
14.02.19, 13:46:53

Altsax

(Mitglied)

Zitat von palaiss:
und woran erkenne ich jetzt, dass es sich hier um eine Warenprobe handelt?


Hallo palaiss,

die Gewichtsangabe lautet auf 2 7/8 Loth (sie war vor der Gewichtsumstellung auf 1/30 statt 1/32 Pfd. in Sechzehnteln anzugeben, wurde aber oft gekürzt). Bei einem Normalbrief ohne Taxermäßigung wäre das ein dreifach schwerer Brief gewesen. Bei Warenproben- und Mustersendungen war er nur zweifach schwer. Andere Sendungsarten mit dieser Ermäßigung existierten nicht. Nachtaxiert ist er auch nicht, was bei Recosendungen ohnehin eine extreme Ausnahme darstellen würde.

Beste Grüße

Altsax
14.02.19, 14:01:42
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