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nail75

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Zitat von palaiss:

Seine Ausgrabungen beziehen sich auf den kleinen (Briefpost-)Schalterraum (ca. 15 qm), in dem sich neben einem Briefpostschalter auch die Fahrpostannahme befunden haben soll (eine Quelle hierfür gibt er nicht an). Neben dem Schalterraum sieht er in einem weiteren Raum (ca. 15 qm) die Packkammer. Für alles sollen ca. 3 Bedienstete zur Verfügung gestanden haben. Er hat den Grundriss der Räumlichkeiten und auch den Mietvertrag mit Hallberger ausgegraben.


Hier fehlt der wichtige Aspekt, dass es zudem zwei Hilfsarbeiter gab, die für das Verladen von Paketen zuständig waren. Heinrich, S. 69.

Zitat von palaiss:

Das Postamt IV. wurde als fast reines Paketpostamt konzipiert.


Bei geringem Publikumsverkehr war es also durchaus nachvollziehbar, dass der Schalterbereich klein war. Darin sind sich Heinrich und Palaiss übrigens völlig einig. Ob der Raum 15m2 groß war, ist reine Spekulation.

Zitat von palaiss:

Das Paketaufkommen alleine des Hallberger-Verlages und anderer Firmen wie der Schokoladenfabrik Starker und Poguda (Cannstadter Straße) war enorm. Täglich wurden sicherlich mehr als hundert abgehende Pakete abgefertigt (bei Erscheinen der Zeitschriften und trivialer Belletristik ganz erheblich mehr als an normalen Tagen).

Für die Bearbeitung dieser Mengen war eine Packkammer von mindestens 100 bis 200 Quadratmeter erforderlich. Hinzu kam ein großer Wagenhof für die Zufahrt der Pferdefuhrwerke und Handkarren.


Das ist eine reine Behauptung. Wer mal eine aktuelle Postagentur besucht hat, weiß, dass in kleinen Räumen eine enorme Zahl von Paketen gelagert werden kann. Die 100 bis 200 Quadratmeter sind völlig aus der Luft gegriffen. 100 Pakete sind im Übrigen nicht so viel, vor allem dann nicht, wenn sie VIERMAL AM TAG abgeholt werden.

Zitat von palaiss:
Hinzu kamen die eingehenden Pakete, alleine die Remittenden von Periodika und Mängelexemplaren des Hallberger Verlages dürften täglich erheblich gewesen sein. Auch diese mussten verarbeitet und zwischengelagert werden.


Die Quelle für diese Behauptung lautet?

Zitat von palaiss:
Die Packkammer kann sich also unmöglich in einem ca. 15 Quadratmeter großen Raum befunden haben, versorgt von 2 Bediensteten, die nebenbei auch noch den Dienst in der (Briefpost-) Schalterhalte zu besorgen hatten.


Nicht zwei, sondern vier Bedienstete. Und hast Du nicht selbst gerade geschrieben, dass es quasi ein reines Paketpostamt war? Die Beamten hatten also genug Zeit, die Pakete zu bearbeiten.

Zitat von palaiss:
In der Packkammer des Postamtes IV. waren mit Sichrheit über ein Dutzend Bedienstete aktiv.


Angenommen es waren wirklich nur 2 Bedienstete, die für die Bearbeitung der Pakete zuständig waren (die anderen beiden luden nur ein und aus). Bei 100 Paketen pro Tag und einer (sehr human) geschätzten Arbeitszeit von 8 Stunden pro Tag waren das etwas mehr als 6 Pakete pro Stunde.

Wenn "mehr als ein Dutzend" Bedienstete dort arbeiteten, also sagen wir 6 Bedienstete und 6 Hilfsarbeiter, dann hätte jeder Bedienstete pro Stunde Arbeitszeit nur 2 Pakete abfertigen müssen. Das kommt mir für routinierte Postbeamte sehr wenig vor.

Zitat von palaiss:
Viermal täglich kam eine planmäßig verkehrende Kutsche, um die große Menge an Paketen zum Hauptpostamt zu bringen.


Ich sage ja gerne, dass die Menschen damals nicht völlig verblödet waren. Wenn also allen bekannt war, dass die Räumlichkeiten dort klein sind, dann war doch auch klar, dass man dort nicht hunderte Pakete tagelang lagern konnte. Es war doch daher logisch, diese Pakete viermal täglich abholen zu lassen.

Zitat von palaiss:
Die große Packkammer befand sich nach Lage der Dinge im linken Seitenflügel des Hallberger-Gebäudes und der Wagenhof nahm vermutlich die gesamte, von der Frontseite aus gesehen, linke Hälfte des Innenhofes ein.


Vermutlich ja, vermutlich nein. Ohne Quellenangaben bleibt das reine Spekulation.

Zitat von palaiss:
Die andere Hälfte war für die Fuhrwerke des Hallberger Verlages vorgesehen (Päckerei), die vermutlich täglich mehrfach Stück- und Expressgut zum Bahnhof brachten.


Das ist nachvollziehbar.

Zitat von palaiss:
Die Situation ist für jeden ersichtlich, der alte Holzschnitte anschaut, die über "Hallberger Verlag" zu ergoogeln sind. Die Zufahrt zum Innenhof erfolgte vermutlich über das Haupttor an der Frontseite des Gebäudes, das auf alten Abbildungen erkennbar ist, oder eine andere große Toreinfahrt.


Vermutlich ja, vermutlich auch durch ein anderes Tor. Nur eines wissen wir sicher: Die Fuhrwerke, die in den Innenhof hineinfuhren, fuhren auch wieder heraus.
07.06.26, 10:26:01

nail75

(Mitglied)

geändert von: nail75 - 07.06.26, 10:31:00

Zitat von palaiss:

Die Postkutschen und andere private Fuhrwerke hätten bei der Darstellung von Thomas Heinrich auch die enge Seitenstraße verstopft.


Es mag sein, dass die Darstellung hier nicht ganz korrekt ist, aber die Seitenstraße sieht alles andere als "eng" aus.



Ein kleines Detail fällt mir noch auf. Auf der linken Gebäudeseite scheint sich kein Trottoir zu befinden, vielleicht ja um Kutschen zu ermöglichen, zum Ein- und Ausladen der Pakete direkt ans Gebäude zu fahren?
07.06.26, 10:27:54

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

mir ist aufgefallen, dass der K2 HEILBRONN im Handbuch von Herrn Heinrich gar nicht gelistet ist.

K2 HEILBRONN auf MiNr. 42 a, Befund Irtenkauf

Ja, mir sind die zwei farbigen Punkte in der rechten oberen Ecke auf der Markenrückseite aufgefallen. Dagegen steht aber die Prüfung von Herrn Irtenkauf.

Beste Grüße
Markus

11.06.26, 20:01:18

stampsteddy

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BASTELSTUNDE !! freuen

Fächerstempel "STUTTGART POSTAMT.IV APR. 15" (schwarze Stempelfarbe)

Rekonstruktion Dreierstreifen Bogenfelder 4+5+6

Mir ist vollkommen klar, wie dies von @palaiss interpretiert wird! 🥳

Beste Grüße
Markus
Dateianhang (verkleinert):

 STUTTGART-POSTAMT-IV-APR-15_Rekonstruktion.jpg (1.17 MByte | 24 mal heruntergeladen | 28.15 MByte Traffic)


14.06.26, 06:27:13

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

in den letzten fast drei Wochen habe ich das 70 Kreuzermarkenarchiv auf meinem Rechner auf Vordermann gebracht. Dabei habe ich meine statistische Tabelle, zu den vermutlich echt und zeitgerecht gebrauchten Marken, überarbeitet und aktualisiert.

Die Anzahl von 70 Kreuzermarken, die mit Einkreisstempeln "STUTTGART" vom Postamt I registriert sind, habe ich dabei auf eine Anzahl von 25 Marken zurück gesetzt bzw. solche Marken, deren Entwertungen von BPP-Seite abgelehnt sind oder ich entgegen diverser Prüfungen für Stempelfälschungen erachte und bereits begründet habe, aus der Statistik herausgenommen.

Auf der anderen Seite hat sich bei der Überarbeitung gezeigt, dass einige Marken von mir gezeigte Marken statistisch noch nicht erfasst waren. Ferner wurden zwischenzeitlich weitere gebrauchte Marken unter "Verwendungsorte" in das Archiv hochgeladen. Dies teils unbemerkt, weil einige Themen nicht im Kasten "neue Antwort im Thema" angezeigt wurden. Ab jetzt werden aber wieder alle Themen im besagten Kasten angezeigt.

Lange Rede, kurzer Sinn, aktuell sind unter der Rubrik "Verwendungsorte" 1.400 verschiedene wohl echte und zeitgerecht verwendete 70 Kreuzermarken gezeigt. Dabei Einheiten in Einzelmarken umgerechnet.

Beste Grüße
Markus

14.06.26, 16:36:12

Stempefan

(Mitglied)

Hallo stampsteddy

Hervorragendes Unternehmen! Danke!
14.06.26, 18:36:48

stampsteddy

(Mitglied)

Zitat von stampsteddy:
BASTELSTUNDE !! freuen

Fächerstempel "STUTTGART POSTAMT.IV APR. 15" (schwarze Stempelfarbe)

Rekonstruktion Dreierstreifen Bogenfelder 4+5+6

Mir ist vollkommen klar, wie dies von @palaiss interpretiert wird! 🥳

Beste Grüße
Markus


Hallo,

gerne möchte ich noch die Bildquellen, für die drei zur Rekonstruktion verwendenten Marken, aufführen.

Feld 4: von dem Briefmarkenhändler Jens Kownatzki (ebay-Name: kuestrow) an mich am 13.06.2026 per E-Mail gesendet. Die Marke steht nun, seit 14.06.2026 mit aktuellem Befund Heinrich, auf ebay im Angebot (Auktionsformat)

Feld 5: 56. Peter Feuser Auktion

Feld 6: Harmers New York

Was fällt auf, wenn man die im Handbuch auf Seite 75 abgebildeten zwei Marken mit selbigem Stempel betrachtet?

Ich nehme die Antwort vorweg: Richtig erkannt, dort ist neben der oben gezeigten Marke von Bogenfeld 6 eine Marke von Bogenfeld 1 abgebildet. freuen

Somit kennen wir nun vier Marken, mit schwarzem Fächerstempel IV und Datum APR. 15

Beste Grüße
Markus

15.06.26, 04:07:40

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

der nachstehende Beleg, Teilabbildung einer gebrauchten PK 1, zeigt zwei Fakten auf:

1) die Zusatzfrankatur und der eingedruckte Wertstempel wurden nur mit einem einzigen Abschlag des DB-Stempels "CANSTADT 21 II 75" entwertet. Somit kann die abgelöste Zusatzfrankatur, welche Marke es auch immer war, nur mit einem Teilabschlag versehen sein.

2) ohne Rücksicht auf Verluste, wurde einst alles von Belegen abgelöst, was nicht niet- und nagelfest war.

Bildquelle: 25. Peter Feuser Auktion, Mai 1990

Beste Grüße
Markus

Dateianhang (verkleinert):

 1875-02-21_001-1.jpg (1.84 MByte | 8 mal heruntergeladen | 14.71 MByte Traffic)


19.06.26, 12:43:31

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

auf Seite 76 zeigt Herr Heinrich zwei angebliche Kontrollabschläge der beiden Fächerstempeltypen. Jedoch benennt er zu der Abbildung keinerlei Quelle. Um es ganz deutlich zu sagen, ein solches Bildchen erstelle ich im Handumdrehen in Photoshop.

Das es zwei verschiedene Stempeltypen des Fächerstempels am Postamt IV gab, habe ich bereits vor Jahren ausgearbeitet und wurde auch dementsprechend in der stampsX-Stempeldatenbank angelegt. Zwischenzeitlich hatte ich die Sache mit den zwei Stempeltypen widerrufen und später wieder aufgenommen. Faktisch, es gab wahrscheinlich zwei verschiedene Fächerstempel am Postamt IV, aber bei manchen Abschlägen sind diese nur schwerst unterscheidbar und an manchen Teilabschlägen überhaupt nicht!

Im Moment kann ich nur sagen, soweit an den Abschlägen erkennbar, dass es innerhalb von einem Stempeldatum nicht zwei verschiedene Stempeltypen belegbar sind.

Wie auch immer, dass Herr Heinrich oftmals auf Quellenangaben verzichtet, ist bedauerlich und eines jeden Handbuchs Tod!

Beste Grüße
Markus

01.07.26, 22:05:59

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

hier im Thema wurde bereits darüber diskutiert, ob die von Herrn Heinrich ausgewerteten 2.100 gestempelten Exemplare inkl. oder exkl. der registrierten Einheiten zu verstehen sind. Selbst hatte ich die Einschätzung gegeben, dass dies inklusive der registrierten Einheiten verstanden werden sollte. Es gab eine Gegenstimme!

Und ja, auf Seite 133 finden wir die Bestätigung für meine Ansichten. freuen

Zitat: Mit 64,6 % wurden nahezu 2/3 aller registrierten Marken (über 2.100 Stück inkl. Einheiten) in Stuttgart verkauft.

Beste Grüße
Markus

03.07.26, 00:03:02
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