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drmoeller_neuss

(Mitglied)

Zitat von Tintenklecks78:

. . .
Für eine abschließende Beurteilung, ob es sich nur um einen rückdatierten Stempelabschlag handelt oder ob es sich um ein komplett gefälschtes Stempelgerät (Klischee) handelt, müsste die Marke letzten Endes zu einem Prüfer.
. . .


In beiden Fällen würde das Ergebnis nach den BPP-Statuten "Stempel falsch" lauten.

Dieser Stempelabdruck stammt auch nicht von einem echten Gerät. Lediglich die Datumszeile könnte von einem echten (rückdatierten) Poststempel stammen, das macht den Stempel insgesamt auch nicht echter.

Die andere Frage ist natürlich, ob die Marke überhaupt echt ist. Bei dem weissen Papier bin ich da sehr skeptisch. Natürlich kann auch der Scan einen falschen Eindruck liefern.
07.06.26, 23:35:43

Klesammler

(Mitglied)

Hallo Jens,

in der Stempeldatenbank gibt es von diesem Gerätetyp mit der 2-stelligen Postleitzahl und dem Unterscheidungsbuchstaben c nur 1 Gerät. Ich habe etwas gebastelt und dein Bild und das eines zweifellos echten Gerätes in ein Bild gepackt. Du kannst bei aufmerksamer Betrachtung selber feststellen, daß der von dir vorgestellte Stempel falsch ist.
Die Datumsbrücke scheint tatsächlich von einem echten Gerät zuu stammen, da sich deren Elemente stark vom Rest des Stempels unterscheiden.
Zu der Marke kann ich mich nicht äußern, da ich davon keine Ahnung habe.

viele Grüße
Dieter
Dateianhang (verkleinert):

 Schwerin c.jpg (265.7 KByte | 4 mal heruntergeladen | 1.04 MByte Traffic)

08.06.26, 00:31:59

Tintenklecks78

(Neues Mitglied)

Zur Vorstellung gelangt ein Markensatz mit folgenden Falschstempel, auf dem sogar zwei genannte Merkmale aus dem INFLA Band 48 zutreffen --> Punkt 2.2 und 2.4

Hier ist der Textauszug:
2.2 24-Stunden Stempel
“Das sind Stempel mit einer 24-Stunden Angabe in der Datumsbrücke,
also ohne das “V” für Vormittag oder das “N” für Nachmittag.
Diese wurden bei der Post frühestens ab 1927 eingeführt und daher auf Inflationsmarken immer falsch.

2.4 Kreisstegstempel
und Kreisstegstempel ohne Stern im linken unteren Teil stammen aus der Zeit nach 1933, da der Stern aufgrund staatlicher Anordnung entfernt werden sollte …

Welche Infos könnt ihr hierzu geben?

Dateianhang (verkleinert):

 24-Stunden Stempel_ohne linken Stern.jpg (437.63 KByte | 5 mal heruntergeladen | 2.14 MByte Traffic)


mit besten Sammlergrüßen Jens
09.06.26, 15:29:42

PeHa

(Mitglied)

In der Stempeldatenbank kannst Du gut die Veränderungen der Stempelgeräte im Laufe der Zeit mitverfolgen.

Der während der Kaiserzeit gebräuchliche KGStempel https://www.stampsx.com/ratgeber/stempel-datenbank.php?stempel_id=100174

Hier siehst Du Abschläge vom Gerät GLAUCHAU * 1 h, welches während der Inflation genutzt wurde: https://www.stampsx.com/ratgeber/stempel-datenbank.php?stempel_id=94440

Da dieses letztendlich stark abgenutzt war, wurde ein neues Gerät eingesetzt https://www.stampsx.com/ratgeber/stempel-datenbank.php?stempel_id=194125

Dem folgt das Gerät mit der 24h-Angabe
https://www.stampsx.com/ratgeber/stempel-datenbank.php?stempel_id=12587763

Da fehlt noch das folgende Gerät, welches Punkt 2.4. des Infla-Bandes 48 meint, in der Datenbank. Das mit dem entfernten Stern, dessen missbräuchliche Verwendung Du hier sehr schön dokumentierst.

09.06.26, 17:34:51

admin_j

(Administrator)

Zitat von Tintenklecks78:
Zur Vorstellung gelangt ein Markensatz mit folgenden Falschstempel, auf dem sogar zwei genannte Merkmale aus dem INFLA Band 48 zutreffen --> Punkt 2.2 und 2.4

Hier ist der Textauszug:
2.2 24-Stunden Stempel
“Das sind Stempel mit einer 24-Stunden Angabe in der Datumsbrücke,
also ohne das “V” für Vormittag oder das “N” für Nachmittag.
Diese wurden bei der Post frühestens ab 1927 eingeführt und daher auf Inflationsmarken immer falsch.

2.4 Kreisstegstempel
und Kreisstegstempel ohne Stern im linken unteren Teil stammen aus der Zeit nach 1933, da der Stern aufgrund staatlicher Anordnung entfernt werden sollte …

Welche Infos könnt ihr hierzu geben?

Hallo Tintenklecks78,

vielen Dank für den schönen Beitrag. Nur zur Information, in Bezug auf die Stempeldatenbank. Wir nennen den „Steg“ in Stempelformnamen in denen das Wort „Steg“ vorkommt korrekt „Brücke“. Ein Steg ragt üblicherweise von einem Ufer ein Stück über das Wasser und endet dann. Eine Brücke hingegen verbindet etwas. In den Stempeln verbinden Brücken gegenüberliegende Linien. Hier die Linien eines Kreises. In den ersten Ausgaben zu den Poststempelformen von Hans-Joachim Anderson wurde das Sehnensegment nach als "Stegsegment" vollkommen falsch, nach dem eigenen System benannt. In der aktuellen Ausgabe wurde dann der von mir korrigierte Begriff "Sehnensegment" übernommen.

Je nach Gegend wird Steg auch für kleinere Brücken oder schmalere Brücken verwendet. Am Meer oder an Seen eher nicht. Brücke ist also in jedem Fall der eindeutigere Begriff.

Das System der Stempelformbezeichnungen ist nicht schwer zu verstehen und vielleicht kehrt auch noch bei den Verfechtern der "Steg"-Variante die Erkenntnis des Hauptunterschieds zwischen Steg und Brücke ein. Für das Wort "Steg" gäbe es auch noch eine sinnvolle Verwendung. Das wäre der sogenannte "Bügel", verbunden mit einem anderen Element, welches die Öffnung des Bügels schließt. Bügel ist allerdings nicht schlecht für das rechteckige U.

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10.06.26, 21:25:24

Tintenklecks78

(Neues Mitglied)

Hallo,
ach nun hab ich mir extra den Andersen Katalog in der 2. Auflage gekauft um wenigstens zu glauben das ich es richtig schreibe! Nun isses doch wieder falsch.

Die Stempelformenbezeichnung scheint ja wie der Dialekt der Sprache zu sein. In jeder Gegend heißt das gleiche anders aber meint letztlich das gleiche.

Wie gut das sich die Fachwelt wenigstens bei der Bezeichnung und Kennzeichnung von Plattenfehlern einig ist!
...

VG


mit besten Sammlergrüßen Jens
11.06.26, 13:41:16

admin_j

(Administrator)

Hallo Tintenklecks78,

den Anderson zu kaufen war eine gute Idee. Es gibt ja auch nur noch den winzigen Unterschied zwischen Steg und Brücke.

Anhand des Buchs kann man das System verstehen und auch Namen für Abschläge bilden, die bisher nicht gezeigt sind.

Wenn du in einem anderen Sprachraum schaust, wirst du völlig andere Stempelbezeichnungen finden. Zusätzlich gibt es in vielen Sprachen eine ganze Reihe von Übersetzungen für Stempel, Stempeltypen oder Entwertungen.

Das Anderson-System beschreibt die Stempelform so, dass man aus dem Namen der Stempelform Bilder zeichnen kann, auf die der Name zutrifft. Das geht in anderen Systemen nicht so einfach.

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11.06.26, 19:10:19

bernhard

(Mitglied)

Zitat von admin_j:
Zitat von Tintenklecks78:
Zur Vorstellung gelangt ein Markensatz mit folgenden Falschstempel, auf dem sogar zwei genannte Merkmale aus dem INFLA Band 48 zutreffen --> Punkt 2.2 und 2.4

Hier ist der Textauszug:
2.2 24-Stunden Stempel
“Das sind Stempel mit einer 24-Stunden Angabe in der Datumsbrücke,
also ohne das “V” für Vormittag oder das “N” für Nachmittag.
Diese wurden bei der Post frühestens ab 1927 eingeführt und daher auf Inflationsmarken immer falsch.

2.4 Kreisstegstempel
und Kreisstegstempel ohne Stern im linken unteren Teil stammen aus der Zeit nach 1933, da der Stern aufgrund staatlicher Anordnung entfernt werden sollte …

Welche Infos könnt ihr hierzu geben?

Hallo Tintenklecks78,

vielen Dank für den schönen Beitrag. Nur zur Information, in Bezug auf die Stempeldatenbank. Wir nennen den „Steg“ in Stempelformnamen in denen das Wort „Steg“ vorkommt korrekt „Brücke“. Ein Steg ragt üblicherweise von einem Ufer ein Stück über das Wasser und endet dann. Eine Brücke hingegen verbindet etwas. In den Stempeln verbinden Brücken gegenüberliegende Linien. Hier die Linien eines Kreises. In den ersten Ausgaben zu den Poststempelformen von Hans-Joachim Anderson wurde das Sehnensegment nach als "Stegsegment" vollkommen falsch, nach dem eigenen System benannt. In der aktuellen Ausgabe wurde dann der von mir korrigierte Begriff "Sehnensegment" übernommen.

Je nach Gegend wird Steg auch für kleinere Brücken oder schmalere Brücken verwendet. Am Meer oder an Seen eher nicht. Brücke ist also in jedem Fall der eindeutigere Begriff.

Das System der Stempelformbezeichnungen ist nicht schwer zu verstehen und vielleicht kehrt auch noch bei den Verfechtern der "Steg"-Variante die Erkenntnis des Hauptunterschieds zwischen Steg und Brücke ein. Für das Wort "Steg" gäbe es auch noch eine sinnvolle Verwendung. Das wäre der sogenannte "Bügel", verbunden mit einem anderen Element, welches die Öffnung des Bügels schließt. Bügel ist allerdings nicht schlecht für das rechteckige U.


Hallo Jürgen,

dein Beispiel mit dem Steg im Zusammenhang mit Flüssen und Seen erscheint auf den ersten Blick durchaus einleuchtend. In der Technik wird der Begriff Steg jedoch häufig als Verbindungs- und Versteifungselement verwendet. Also nichts um darüber zu laufen, wie in deinem Beispiel Steg/Brücke in Bezug auf Flüsse und Seen.

Bei Schweißkonstruktionen, Gußkonstruktionen usw. werden die Verbindungs- und Versteifungselemente als Stege bezeichnet. Bei solchen technischen Bauteilen ist der Begriff Steg absolut gebräuchlich und niemand käme auf die Idee solche Elemente als „Brücke“ zu bezeichnen.

Auf die Poststempel als technisches Gerät bezogen, halte ich den Begriff Steg daher nicht für falsch, sondern sogar für treffender.

Ich sehe darin eher eine verpasste Chance in Bezug auf einheitliche Begrifflichkeiten.

Aber das ist natürlich nur meine bescheidene Meinung. Der Zug dürfte ohnehin bereits abgefahren sein.

Viele Grüße
Bernhard

12.06.26, 09:56:43

bernhard

(Mitglied)

Zum Stempel Schwerin (Meckl) 2 c noch eine Ergänzung aus dem Handbuch und Katalog von Richter, Mecklenburg-Vorpommern die Stempel der Postämter, Zweigpostämter und Poststellen 1945-1952.

Zwei Tagesstempel mit gleichem UB und gleicher Stempelform (Zweikreistegstempel) kommt nicht häufig vor. Dass beide die Postleitzahl nachträglich eingefügt bekamen ist schon merkwürdig.

Bei deinem Falschstempel hat man zudem den Eindruck, dass es auch zwei verschiedene Falschstempel gäbe.

Viele Grüße
Bernhard
Dateianhang (verkleinert):

 Schwerin (Meckl) 2 aus Richter.jpg (156.89 KByte | 8 mal heruntergeladen | 1.23 MByte Traffic)

12.06.26, 10:44:22

Tintenklecks78

(Neues Mitglied)

Hallo zusammen,
hier ist nun ein weiterer Vertreter der falschen Stempel!
So richtig weiß ich nicht, wie ich den Burschen einordnen soll – ist es ein „Nachbau“- oder ein Fantasiestempel?
Jedenfalls sieht’s unterm Mikroskop recht lustig aus! Gerade so, als wäre der Stempel aufgesprüht worden,
überall Farbpigmente.
Dateianhang (verkleinert):

 Falsch_BERLIN-N-24_a.jpg (679.79 KByte | 5 mal heruntergeladen | 3.32 MByte Traffic)


mit besten Sammlergrüßen Jens
12.06.26, 17:06:30
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