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stampsteddy

(Mitglied)

geändert von: stampsteddy - 22.12.19, 12:35:05

Zitat von guy69:
Hallo

Gegenfrage: Warum gibt es an anderen Stellen ohne Erhebung der Prägung auch Stellen mit gehobener Farbsättigung ?

Hallo Harald,

es kommt natürlich auch auf die konkrete Einfärbung des Klischees, auf dem auf ihm anliegenden Anpressdruck und der Ausrichtung der Druckplatte an, dass sich Farbe unterschiedlich gesättigt im Druckbild zeigt.

Das beschriebene Merkmal, zu der MiNr. 4, steht für zuerst geprägt und dann gedruckt, ferner finden sich in den Vertiefungen weitere Merkmale, die hierfür sprechen.

Als nächstes zeige ich einen Sechserblock der MiNr. 6

Nur dort, wo sich Kreis und Prägung treffen, ergeben sich bei den sechs Marken Quetschränder im Kreis.

Aufgrund fehlender oder sogar abweichenden Angaben aus dem 19. Jahrhundert, zu selbigen Sachverhalten, in Bezug der Herstellung von Brustschildmarken, im Insbesonderen zu Druckplatten und Maschinen, bleibt uns heute keine andere Wahl, als am ausgedrucktem Material Merkmale für die konkrete Reihenfolge in der Herstellung zu finden.

Beste Grüße
Markus
22.12.19, 12:32:16

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

ich habe das Thema jetzt vorübergehend geschlossen. Die Beitragsdichte steigt und der Erkenntniswert sinkt. Ich bin heute wieder unterwegs und wenn ich zurück bin, mache ich das Thema wieder auf.

Ein paar Hinweise noch:

Zur Marke "RUHRORT": wer die Kante des Farbbalkens auf der linken Marke betrachtet, sieht dort auch ein auf und ab der eigentlich gerade gedachten Linie. Der gleiche Effekt am Kreis erhält dann gleich die Bedeutung, es wäre erst geprägt gewesen. Warum zeigt denn die rechte Marke keine Stellen an denen der "Beweis" für die umgekehrte Reihenfolge erbracht werden kann? Beweis nur links möglich? Wenn es so wäre, dann wäre ja bewiesen, dass man nicht an jeder einzelnen Marke einen Beweis für erst geprägt finden kann. Da es ein Paar ist, reichen die Merkmale. Die Marken im Paar sind zuerst gedruckt und dann geprägt.

Zur Marke mit Vollstempel BERLIN P. ... 5-6N: Die Marke zeigt tatsächlich, nicht nur durch die Merkmale am Kreis, dass eine bereits geprägte Marke bedruckt wurde. Markus hat mir ja einen besseren Scan geschickt und heute Abend mache ich den für alle verfügbar. Große Bilder muss ich selbst hochladen.

Zur Behauptung, man wisse nichts über Maschinen, Druckmaterial usw.: Das Museum für Kommunikation Berlin (früher Reichspostmuseum usw.) lagert im Archiv auch Teile des Druckmaterials, die verwendeten Maschinen sind ebenfalls bekannt.

Zur Quelle des Brustschild-Urstempels: siehe oben und da liegt auch noch mehr Material, zum Beispiel Urstempel für die Prägung.

Ein größeres Bogenteil hier noch zum Ansehen: https://www.stampsx.com/hdd/ratgeber/Brustschild/DR-20-Ecke-OR-9er-2033pxh.jpg

J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)
22.12.19, 13:07:21

stampsteddy

(Mitglied)

geändert von: stampsteddy - 23.12.19, 17:17:27

Hallo Jürgen,

ich habe nicht geschrieben, dass man gar nichts über Maschinen und Druckmaterial wissen würde. Es fehlen aber augenscheinlich verschiedene konkrete Angaben und es gibt solche aus dem 19. Jahrhundert, die widersprüchlich in sich sind. Ferner gibt es wohl Angaben, welche unterschiedlich ausgelegt werden können, weil nicht substantiiert genug geschildert.

Aus dem 19. Jahrhundert gibt es z.B. unterschiedliche Angaben darüber, mit wie vielen Platten die Marken kleiner Brustschild geprägt werden konnten.

Im aktuellen Plattenfehler-Handbuch lese ich zur Prägung kleiner Brustschild, dass Lindenberg selbst unterschiedliche Angaben macht, einerseits auf Rechnungsunterlagen beruhend und andererseits aus einem Schriftverkehr aus dem Jahre 1871 mit dem damaligen Leiter der Preußischen Staatsdruckerei, dem Geheimen Ober-Regierungsrat Wedding, an das Generalpostamt. Laut Wedding sollen 10 Handpressen je 150 gehärteten Stahlstempeln (kleiner Schild) mit 150 Gegenstempeln im Einsatz gewesen sein. Das macht dann 1.500 gehärtete Stahlstempel und aus den Rechnungsunterlagen sollen sich aber nur 900 Trockenstempel nebst Abrägungen ergeben.

Wie es zu den Doppelprägungen gekommen ist, gibt es gemäß Plattenfehler-Handbuch verschiedene Theorien (ohne dort die verschiedenen Theorien genauer bekannt zu machen bzw. zu beschreiben) und man möchte sich daher im besagten Handbuch gewissermaßen verständlicherweise nicht festlegen, wie es zu diesen Doppelprägungen gekommen ist.

Die Beschreibungen im Plattenfehler-Handbuch, zur Herstellung der Brustschild-Marken, erachtet man dort selbst als nicht endgültig belegt, sondern als nachvollziehbar gemäß der zur Verfügung stehenden Berichte und Forschungsergebnisse.

Kohl schreibt auf Seite 894 (11. Auflage), dass ab der Pfennige-Ausgabe, im Gegensatz zu allen früheren Ausgaben, die Gummierung der Druckbögen vor dem Druck mit einer von der Staatsdruckerei besonders konstruierten Maschine stattfand. Vielleicht hat sich Kohl aber auch nur an den im Amtsblatt abgedruckten Aufsatz, zur Herstellung der Brustschildmarken, angelehnt und dieser Aufsatz vielleicht bzw. nach den Erkenntnissen am ausgedruckten Material den Ablauf der Dinge in etwas freier Sichtweise darstellt?

Gestern habe ich noch einige Fotos von Marken erstellt, ganz dicht mit der Linse am Objekt. Diese zeigen zumindestens auf, dass die rote Stempelfarbe, des gezeigten, fett abgeschlagenen PP-Stempels, so richtig in die Tiefen des Adler-Gefieders fällt, reingedrückt wurde oder wie auch immer man das genau beschreiben möchte. Daher bin ich noch nicht vollständig davon überzeugt, ob ein von der Buchdruckplatte fetter Farbauftrag, für den Kreis, die tiefen vielleicht nur zuschmiert und daher nicht wirklich gleich ein Nachweis für zuerst gedruckt und dann geprägt darstellt.

Bei jeder Marke, die ich mir im Detail betrachte, versuche ich mir vorzustellen, was zuerst da war: Noppen und Gefieder oder Druckfarbe. Ich komme im Moment immer wieder nur zu dem Ergebnis, dass eine Prägung keine Druckfarbe verdrängen oder zusammenfügen kann, sie kann nur das Papier anheben, und ich finde daher an jeder bisher von mir im Original untersuchten Marke Merkmale, die für zuerst geprägt und dann gedruckt stehen.

Daher erweckt sich bei mir der Verdacht, dass die von Dir aufgestellten Kriterien, die entweder für die eine oder die andere Reihenfolge beim Herstellen der Marken sprechen sollen, noch nicht als abschließend zu betrachten sind.

Beste Grüße
Markus
23.12.19, 16:57:58

stampsteddy

(Mitglied)

geändert von: stampsteddy - 24.12.19, 12:35:02

Hallo,

nachstehend eine MiNr. 4, entwertet am 5.1.1872 in Rawicz.

Dieser Screenshot verdeutlicht den Unterschied zwischen einem Scan mit 600 dpi (links) und einem mit 9600 dpi Bildauflösung (rechts).



Der Scan mit 600 dpi erscheint in diesem Vergleich scharf und der mit 9600 dpi erscheint unscharf, weil sich viel zu viele Pixels auf zu kleiner Fläche tummeln. Ob es heute überhaupt schon (erschwingliche) Technik gibt, welche die rechte Datei scharf im vollen Format darstellen kann, entzieht sich meiner Kenntnis.

Wer aber eine Bilddatei mit 600 oder 1200 dpi Bildauflösung stufenweise vergrößert, wird sehr schnell bemerken, ab welcher Vergrößerung nur noch ein grob verpixeltes Bild zu erkennen ist. Für Detailabbildungen im Internet, ist dann wieder die Mega-Datei mit 9600 dpi klar im Vorteil.

Hier ein Detailausschnitt, aus dem Scan mit 9600 dpi Bildauflösung. Das geht in der Art natürlich nicht ohne Bildnachbearbeitung. Durch die von mir an diesem Scan vorgenommene Bildnachbearbeitung wird der Scan aber nicht in der Art verändert, dass er uns gewisse Sachverhalte vorgaukeln könnte.

Es kann ja jeder einmal auf einem Monitor, mit 27 Zoll Bildschirmdiagonale und einer Bildauflösung von 1920 x 1080 Pixel, eine Brustschildmarke auf das nachstehende Bild halten, um die Dimension zu erkennen, um welche Vergrößerung es sich bei diesem Bild handeln könnte. freuen



Ein Versuch, mit einem geringer aufgelösten Scan in dieser Vergrößerung einen Detailausschnitt der Marke im Internet darzustellen, vor allem in der Schärfe, wird scheitern.

Auch diese Marke zeigt in den Tiefen unbedruckte oder geringer pigmentierte bzw. entsättigte Stellen. Zuerst geprägt und dann gedruckt.

Frohe Weihnachten an alle
Markus
24.12.19, 11:27:10

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

zwischenzeitlich habe ich mich mit zwei Dutzend umgeprägten, sprich verfälschten Marken beschäftigt.

An diesen beobachte ich, dass innen am Kreis vorhandene Quetschränder nie parallel an der sichtbaren Prägung entlang laufen, teils in Tiefen fallen oder im Prägefeld vorhandene Druckfarbe auch teils in Tiefen fällt und dabei noch voll gesättigt ist.

Dieser Art Merkmale, kann ich an unverfälschten Marken nicht beobachten.

Beste Grüße
Markus
28.12.19, 11:18:15
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