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Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo und willkommen zu einer kleinen Presseschau,

in der Dezemberausgabe der "Philatelie", dem Magazins des Bundes Deutscher Philatelisten, wurde über die Fälschungsbekämpfung auf der stampsX-Seite berichtet. Nach meiner Kenntnis war das die erste Erwähnung unserer Seite in der Fachpresse.

In der Januarausgabe 2011, dem aktuellen Heft, werden dem Internet aktuell drei Seiten gewidmet. Unter dem Stichwort "Ratgeber" schreibt Gerd H. Hövelmann über den bedingten Nutzen des Internets für die Philatelie.

Er zählt die verschiedenen Angebote im Internet exemplarisch auf. Dabei die Seiten des BDPH, die Seiten von Arbeitsgemeinschaften und Prüfern, von Sammlern die ihre Sammlungen vorstellen von organisierten Diskussionsplattformen, Übersetzungsdiensten, philatelistischer Glossare, Stempelverzeichnisse und informelle Interessengemeinschaften für dieses und jenes.

Auf den drei Seiten, unter eben dem Stichwort Ratgeber, wird festgestellt, dass nur ein bedingter Nutzen vorhanden wäre. Für mich liest es sich so, als solle vor dem Medium Internet gewarnt werden. Das eine solche Aussage in einem Printmedium zu finden ist, wundert nicht. Ich hätte mir in einem Ratgeber mehr Ratschläge für Nutzer und Verantwortliche gewünscht.

Die meisten Feststellungen sind ja richtig. So wird festgestellt, das sich Aufklärer, Spinner, Kenner und Sektierer in zumeist friedlicher Koexistenz tummeln. Das dürfte aber praktisch allen Nutzern klar sein. Gerne hätte ich ein paar Worte mehr über die Stempeldatenbank, mit jetzt rund 114.000 angelegten Geräten und 55.000 Bildern von Abschlägen, gelesen. Wenn die Fachpresse schon einen Rat zum Internet geben will, dann hätte man zumindest auch nützliche Seiten vorstellen können.

Viele Punkte beziehen sich auch auf Foren, ohne das dies jedem Leser klar sein wird. Ob eine Information wahr oder falsch ist, müsse der Leser im Internet selbst herausfinden. Auf gefilterte, redaktionell bearbeitete und schriftlich publizierte Informationen können man dagegen bauen. Das halte ich für meistens richtig, aber auch in Printmedien habe ich schon genügend Quatsch gelesen.

Weiter stellt der Autor fest, dass goggeln alleine kein philatelistisches Wissen erzeugen würde. Ich bin auch der Meinung, man muss schon selbst Briefmarken in die Hand nehmen und Sachverhalte nachvollziehen, um Wissen zu erlangen.

Herr Hövelmann beklagt, im Internet könne jeder unüberprüfbar als Spezialist für dieses oder jenes auftreten und sich den Anschein von Kompetenz geben. Das sehe ich nicht so. Gerade im Internet findet Interaktion statt. Bei allen Beiträgen im Wiki-Format ist das Niveau sehr hoch. Da können sich viele Fachzeitschriften eine Scheibe abschneiden. In Foren stellen Leser Fragen. Oft sind es viele Fragen und oft nervt es auch. Trotzdem wird oft erklärt, bis auch der Vorletzte verstehen kann, was vermittelt werden soll. Im Gegensatz zu Fachzeitschriften, kann "das Internet" Bilder, Quellen und Argumente nachreichen.

Bevor er die herkömmlichen Informationsquellen wie Fachzeitschriften und Katalog empfiehlt, stellt er noch fest, das Informationen von Experten, Laien und Witzbolden gleichberechtigt nebeneinander stehen. Die Unüberprüfbarkeit von Informationen wäre im Netz zum Prinzip erhoben.

Das letzte Zitat will ich zum Anlass nehmen, einmal mehr dafür zu plädieren "Witzbolde" im Internet auch "Trolle" genannt, frühzeitig aus Foren auszuschließen. Die vielen kompetenten Schreiber können sich dann auch eher auf philatelistische Themen konzentrieren, statt auf Schadensbegrenzung durch Trolle.

Den kritischen Beitrag in der "Philatelie" sehe ich auch gar nicht verbissen, sondern als Ansporn, die kritisierten Punkte, soweit das eben möglich ist, zu verbessern.

In vielen Beiträgen hier finden wir ja schon Quellenangaben, Behauptungen durch Bilder belegt und nachvollziehbare Texte. In der Stempeldatenbank sind viele kritische Stempel zu sehen, die als echt oder falsch BPP geprüft sind. Das Behauptungen nachvollziehbar sein sollten, kann sicher jeder hier unterschreiben.

Ich kann nicht für jede Internetseite sprechen und nicht für jedes Forum. Deshalb erübrigt sich auch Kritik an anderen Seiten. Täglich könnten noch schlimmere hinzukommen freuen und werden es wohl auch.

Deshalb kann ich nur dazu aufrufen, die Qualität der stampsX-Seiten durch die schon vielen Mitwirkenden weiter hoch zuhalten und noch zu verbessern.

Auch ich kann nur empfehlen, Fachzeitschriften zu lesen, Kataloge zu besitzen und planvoll und strukturiert zu sammeln und zu recherchieren. Man könnte das als "Pflicht" sehen und das Internet als "Kür".


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

09.01.11, 16:20:53

erwischensen

(Mitglied)

geändert von: erwischensen - 09.01.11, 16:45:21

Guten Tag,
das ist mal wieder sehr interessant alles. Nur, die Fachzeitschriften haben ( früher ) selten so gut aufgeklärt, wie dies hier geschieht...man wollte es sich ja nicht mit den Inserenten verderben, bzw. eine Klage am Hals haben.
Was ich hier in einem Jahr gelernt habe, konnte ich früher nicht in 10 Jahren erfahren.
Kompliment, Herr Kraft.
PS.ein Teil davon versuche ich weiter zu geben.
09.01.11, 16:44:10

Altsax

(Mitglied)

geändert von: Altsax - 09.01.11, 17:36:01

Zitat von Juergen Kraft:
Herr Hövelmann beklagt, im Internet könne jeder unüberprüfbar als Spezialist für dieses oder jenes auftreten und sich den Anschein von Kompetenz geben. Das sehe ich nicht so.


Hallo Herr Kraft,

und doch ist es genau so. Wie soll ein Laie aus der Vielzahl von Informationen die korrekten herausfiltern? Er muß über einen längeren Zeitraum Beiträge div. Autoren vergleichen und versuchen, daraus ein zutreffendes Bild von deren Sachkompetenz zu gewinnen. Das ist alles andere als leicht, zumal einzelne Autoren mit selektiven Kenntnissen den Eindruck der Omnipotenz zu erwecken versuchen.

In diesem Punkt übt eine gute Redaktion einer Fachzeitschrift durchaus eine wichtige Filterfunktion aus, was nicht bedeutet, das alles stimmt, was gedruckt vorliegt.

Die Erlangung von Wissen war schon immer mit der Mühe verbunden, die wichtigen und richtigen Informationen selbst herauszusuchen.

Ein jedes Forum ist nur so gut, wie es seine aktiven Mitglieder sind. Wir haben hier in jüngerer Zeit qualitativ erfreulichen Zuwachs bekommen, weil anderswo etwas schief lief. Wenn das so bleibt, wird sich der Bekanntheitsgrad diese Forums automatisch erhöhen - auch ohne Hinweis in der "Philatelie".

Beste Grüße

Altsax
09.01.11, 17:31:06

moehre1111

(Mitglied)

Ich entnehme viel aus den Rundbriefen der FG und alles andere was ich nicht weiss erfahr ich hier habe viel mehr gelernt seid ich hier bin als Jahre nur Kataloge und Fachliteratur zu lesen, bekomm hier Antworten praktischer und verständlicher.

Danke
09.01.11, 17:52:36

vozimmer

(Mitglied)

geändert von: vozimmer - 09.01.11, 18:40:43

Hallo Jürgen,

der Artikel ist mir auch negativ aufgefallen, eine ausführliche Antwort darauf werde ich nach Deinem Artikel nicht mehr schreiben, da das wesentliche gesagt wurde.

Ich finde en Artikel insbesondere deshalb schlecht, weil er tendenziös ist. Es sagt nichts falsches, aber er sagt nicht alles. Und das sogar sehr plump.

Der Qualitätsgewinn durch die redaktionelle Bearbeitung wird stark herausgestellt, nach meiner Meinung steht aber z.B gerade im Michel rech viel Unsinn. Schlimm ist, dass z.B die Erkennungsmerkmale der ersten Bayerischen Marken nicht endlich mal vernünftig dargestellt werden. Jahr über Jahr bleibt es bei der Mähr vom durchbrochenen Kreis.

Auf der anderen Seite wird in keiner Weise erwähnt, dass im Internet und gerade in den entsprechenden Foren eben nicht Informationen von Deppen und Spezialisten unbewertet nebeneinander stehen. Die Interaktivität der Foren provoziert ja gerade Reaktionen und Kommentare von Dritten, die schnell erkennen lassen, wer etwas weiß und wer nur herumtrollt.

Natürlich setzt das Internet mehr voraus, als eine Suchmaschine bedienen zu können. Man muss lesen können und man muss die Informationen auch in einen Zusammenhang stellen können. Das gilt aber sowohl für die Arbeit mit Druckmedien, als auch mit dem Internet.

Beste Grüße, Volker

Meine Seite: openPhila.de - Und hier suche ich Stempel: Stempeldatenbank
09.01.11, 18:37:53

philnum

(Mitglied)

Hallo allerseits,

nach arbeitsbedingter Zeit des "Nur-Mitlesens" hier im stampsx-Forum möchte ich mich auch mal wieder kurz beteiligen. Nach wie vor verfolge ich natürlich die klassischen Themenbereiche mit großem Interesse und lerne hier immer noch dazu. Gerade das interaktive Mitmachen(-Können) unterscheidet die intelligente Internetnutzung vom passiven Medienkonsum, also bloßes Lesen oder Zuschauen. Stempel zur Datenbank beisteuern, philatelistisches Material vorstellen oder hinterfragen und vieles andere kann jeder Interessierte und alle Beteiligten haben offenbar Nutzen und Freude daran. Wenn auch mal Fehlinformationen von unkundigen Leuten auftauchen, werden diese sehr schnell richtig gestellt oder Zweifelsfragen ausdiskutiert. Welches andere Frontalmedium kann das so einfach und zeitnah leisten?

Nicht nur die philatelistischen Journalisten fürchten ja um ihr Deutungs-, Informations- und Meinungsmonopol - außerdem bestehen nicht selten Interessenkonflikte der einschlägigen Autoren, die mitunter auch als Verbandslobbyisten, Auktionssachbearbeiter/-werber (Herr Gerd H. Hoevelmann besorgt bekanntermaßen als professioneller PR-Berater das Marketing der schweizer Auktionsfirma Rapp) oder ähnliches tätig sind. In Internetforen sind hingegen viel mehr "Nur-Sammler" - mit teilweise deutlich höherer Kompetenz als so mancher "Profis" - unterwegs, die auch gern uneigennützig Wissen vermitteln und damit den Nachwuchs viel mehr fördern als die "Sonntagsreden" von Funktionären oder opportunistische Editorials in Zeitschriften es jemals zu leisten vermögen.

Last but not least unterscheiden sich aber auch die Zielgruppen/Nutzer von gedruckten Verbandsorganen, wie der BDPh-Mitgliederzeitschrift oder Arge-Rundbriefen, und frei zugänglichen Internetforen. Nicht jeder braucht das Eine oder Andere - "alte Sammlerhasen" belächeln sicher so manchen profanen Internetbeitrag, während so manches elitäre, pseudowissenschaftliche Gehabe einiger haupt- oder nebenberuflicher "Experten" die breite Masse an Hobbysammlern wohl kaum begeistert, geschweige denn interessiert.

Beste Sammlergrüße

philnum
09.01.11, 19:02:45

Darklook

(Mitglied)

Gut gesprochen philnum, dazu neige ich artig mein graues Haupt und signalisiere meine Zustimmung.

Beste Grüsse
Gerhard
09.01.11, 19:20:14

ehemaliges Mitglied

(Mitglied)

...dem schließe ich mich vollumfänglich an.

+ Gruß

vom *****r
09.01.11, 19:21:15

erwischensen

(Mitglied)

Besonders herzliche Grüße auch von mir.
09.01.11, 19:30:26

Altsax

(Mitglied)

geändert von: Altsax - 09.01.11, 19:40:48

Zitat von vozimmer:
Der Qualitätsgewinn durch die redaktionelle Bearbeitung wird stark herausgestellt, nach meiner Meinung steht aber z.B gerade im Michel rech viel Unsinn. Schlimm ist, dass z.B die Erkennungsmerkmale der ersten Bayerischen Marken nicht endlich mal vernünftig dargestellt werden. Jahr über Jahr bleibt es bei der Mähr vom durchbrochenen Kreis.


Lieber Volker,

wir sind uns sicherlich darüber einig, daß es zwischen Druckmedien und dem Internet kein Entweder-Oder, sondern nur ein Sowohl-Als-Auch geben sollte. Der Michel ist insofern ein schlechtes Beispiel, als dort eine fachlich kompetente redaktionelle Bearbeitung nicht stattzufinden scheint. Man verläßt sich allem Anscheine nach ausschließlich auf die Kompetenz der Sachbearbeiter, bzw. auf deren Bereitschaft, überhaupt eine Neubearbeitung vorzunehmen.

Die Foren im Internet haben viele Vorzüge, vor allem die Schnelligkeit und die Möglichkeit, auf konkrete Fragestellungen direkt einzugehen. Oftmals wird aber auch Fachwissen durch "Lautstärke", d.h., dadurch ersetzt, daß der eigenen Ansicht konträre Auffassungen allein durch Spielarten der Dialektik als irrig diffamiert werden.

Die neutrale Instanz eines kompetenten Redakteurs könnte in solchen Fällen für Ausgleich sorgen.

Bisweilen lasen sich auch in wissenschaftlichen Publikationen derartige "Hahnenkämpfe" beobachten. Dort sind aber die Leser meist in der Lage, die Aussagekraft der Argumente selbst zu beurteilen.

Um es zu wiederholen: Das Internet hat zweifellos gegenüber Druckmedien eine Fülle von Vorteilen. Der Nutzer ist aber genötigt, den neutralen und kompetenten Redakteur durch eigene Mühewaltung zu ersetzen. Dazu ist nicht jeder in der Lage.

Liebe Grüße

Altsax
09.01.11, 19:39:10
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