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jschulz

(Mitglied)

Hallo allerseits,

die digitale Revolution lässt sich nicht aufhalten, auch wenn die Zeitschriften dies nicht so gerne sehen.

Printmedien haben ihre Vorteile bei gut recherchierten längeren Artikeln und Standardwerken.

Die digitale Welt ist dagegen extrem schnell, sehr dynamisch und sehr kommunikativ. Blitzschnell können Dinge eingestellt oder geändert werden. User können jeder Zeit über Beträge kommunizieren.

Der Nachteil des Netzes sind Schnellschüsse, Pseudo-Experten und Trolle.

Ich denke aber, dass auf Philatelieseiten diese Probleme eher gering sind und die Vorteile des Internets für uns alle immens sind.

Die Stempeldatenbank ist eines dieser extrem flexiblen Medien. Noch ist sie im Aufbau und viele Standardwerke sind ihr noch voraus. Ich prophezeihe, dass sie in wenigen Jahren diverse Stempel-Standardwerke ersetzen wird.

Dies gilt natürlich auch für das Forum. Es können schnell Dinge diskutiert werden und dies weltweit. Aus den vielen Meinungen kann sich der User dann ein schnelles Bild über die Fragestellungen machen. Trolle und Möchtengern-Experten sind hier schnell entlarvt und man lernt nebenbei noch viel dazu.

Ich denke, niemand von uns, möchte zur reinen Printmedienzeit zurück.

Ich denke, die Website stampsX bietet allen Philatelisten eine sehr gute Möglichkeit die Fragen und Aspekte der Philatelie tiefer auszuloten.

Man sollte nicht das enorme Potential an philatelistischer Kompetenz der stampsX-Nutzer unterschätzen. Die digitale Zusammenarbeit der Freiwilligen wird über die Jahre neue Standards setzen, da bin ich recht optimistisch.

stampsX ist ja kein statisches Medium, man kann über die Zeit weitere Optimierungen an der Seiten-Struktur, der Datenbank oder am Forumaubau einfliessen lassen.

Also, auf weitere gute Zusammenarbeit aller Nutzer.
09.01.11, 20:04:24

Alexander Zill

(BPP-Mitglied)

Hallöle,

ich habe den Artikel ebenfalls gelesen, aber wohl ein wenig oberflächlicher als einige in diesem Forum. Dies lag vor allem daran, daß ich ihn eher langweilig geschrieben fand und der Autor sich den heutigen Realitäten nicht besonders aufgeschlossen zeigt.

Erfrischend in diesem Forum finde ich die Aufegschlossenheit gegenüber dem neuen Medium Internet und der Tatsache, daß sich viele an diesen Vorteilen beteiligen - ich gehe mal davon aus, daß in keiner anderen Basis ein so intensiver Austausch von Informationen stattfindet wie das hier der Fall ist. Alleine in meinem Sammelgebiet tummeln sich einige, von denen mal viel lernen kann, die freimütig ihr Wissen weitergeben und so den Spaß an der Philatelie an sich fördern. Um jung zu bleiben, muß man selbst nicht jung sein....

Natürlich ist das Internet anfällig und es bedarf einiger Disziplin (was mir durchaus nicht leicht fällt) um Diskussionen am Laufen zu halten und Trolle nicht übermäßig fett werden zu lassen durch ständiges Füttern. Dies aber ist ein normaler Vorgang: Auch im richtigen Leben muß ich meine Orientierungen finden, vergleichen und lernen - ich finde daher nichts Falsches am Internet. Werten muß jeder selbst für sich.

Meine Quintessenz ist daher folgende: In anderen Foren bin ich weiterhin nur seltener Gast, Fragen stelle ich in diesem Forum und das BPh-Magazin wird wohl auch weiterhin nach dem Durchblättern weiter der thermischen Entsorgung zugeführt. Im letzten Jahr hatte ich zwei gute Ideen, die meine Sammelleidenschaft entscheidend beeinflußt haben: Der Beitritt zur Arge Brustschild und die Teilnahme an diesem Forum....

Grüße aus München

alexx
09.01.11, 20:43:43

drmoeller_neuss

(Mitglied)

Danke Jürgen, für diesen Gedankenanstoss! Ich habe das gleiche wie Du gedacht.

Für mich ist eigentlich natürlich, dass der BdPh im Internet nur einen "bedingten Nutzen" sehen kann, denn der Zug Internet ist für den BdPh längst abgefahren.

Die Fälschungsbekämpfung hat sich auf stampsx verlagert, ebenso die klassische Philatelie.
Tauschpartner findet man über briefmarken-fair-tauschen.

Würde man nun aktiv auf diese Informationsquellen im Internet hinweisen, würden weitere Mitglieder abspringen, wenn sie feststellen, dass sie in einem Monat mehr Fachartikel in den Internetforen finden als in der BdPh-Hauspostille. Natürlich steht in den Foren auch viel Mist geschrieben, aber der Vorteil ist, das es schnell auch richtig gestellt wird. Bei einer Zeitschrift wartest Du mindestens einen Monat bis auf die nächste Ausgabe.

Was die gefürchteten Trolle im Internet anbelangt: dafür muss ich die Funktionärspropaganda und Verbandsselbstbeweihräucherung in der "Philatelie" ertragen. Ach ja, und für Nachgummierungen wird immer noch im Anzeigenteil geworben. traurig

Man könnte vom Verband BdPh viel neues im Internet machen: virtuelle Ausstellungen (man müsste nicht mehr sein Material unnötigen Risiken auf dem Versand zur Ausstellung aussetzen, die Besucher könnten die Ausstellung jederzeit ohne Reisekosten anschauen und mitdiskutieren), Videostreams mit Kurzfilmen und Berichten, oder nur praktische Tips "wie erkenne ich Fälschungen" oder "wie erkenne ich das Wasserzeichen" (siehe stampsx-TV).
09.01.11, 22:15:54

Altsax

(Mitglied)

geändert von: Altsax - 09.01.11, 23:33:07

Zitat von drmoeller_neuss:
Für mich ist eigentlich natürlich, dass der BdPh im Internet nur einen "bedingten Nutzen" sehen kann, denn der Zug Internet ist für den BdPh längst abgefahren.

Würde man nun aktiv auf diese Informationsquellen im Internet hinweisen, würden weitere Mitglieder abspringen, wenn sie feststellen, dass sie in einem Monat mehr Fachartikel in den Internetforen finden als in der BdPh-Hauspostille.


Diese Argumentation scheint mir etwas zu kurz zu greifen. Die "BdPH-Hauspostille" kann von der Bandbreite der Interessensgebiete ihrer Leser her prinzipiell pro Sachgebiet nicht annähernd so viele Artikel bringen wie ein Internet - Forum. Der angemessene Vergleich zum Internet wären die Publikationen der BDPH-Arbeitsgemeinschaften. Die wiederum bieten bei kompetenter Redaktion durchaus oft umfassendere Fachartikel als sie das "vergängliche" Medium Internet bieten kann.

Der BDPH als Herausgeber der "Philatelie" verfolgt naturgemäß seine Verbandsinteressen, eingeschlossen die persönlichen seiner Amtsträger. Gleiches kann man aber auch von den Betreibern von Internetforen sagen. Das ist legitim. Wer nicht völlig weltfremd ist, wird die Beiträge unter diesem Gesichtspunkt einzuordnen wissen.

Um es zu wiederholen: Beide Medien ergänzen einander, ohne das jeweils andere ersetzen zu können. Deshalb ist jeder Vergleich dem von Äpfeln mit Birnen nicht unähnlich. Seien wir froh, daß wir beide nutzen können!

Altsax
09.01.11, 23:31:30

Erdinger

(Mitglied)

Ich möchte mich @Altsax anschließen: Beides braucht der Sammler.

Auch wenn mir der altväterische Stil und die umständliche Von-hinten-durch-die-Brust-ins-Auge-Argumentation in besagtem philatelie-Artikel gehörig auf die Nerven gehen, möchte ich Herrn Hövelmann nicht unterstellen, dass für ihn lediglich aus Verbands- bzw. Berufsrücksichten die Trauben zu hoch hängen.

Der große Vorteil des Internets (ein demokratisches Medium, bei dem wirklich jeder mitmachen kann) ist eben auch sein größter Nachteil. Reflexion ist nicht jedermanns Sache. Das liest sich hoffentlich nur auf den ersten Blick arrogant.

Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst im Bereich der Printmedien arbeite und betriebsblind bin. Aber wenn man gar nicht so wenige Word-Manuskripte auf dem Bildschirm hatte, die aus dem Internet regelrecht zusammengeklaut wurden und die vor allem durch ihre innere Zusammenhanglosigkeit auffielen, sieht man den Nutzen von Redakteuren und Lektoren sehr wohl ein. Vor allem, wenn sich nicht nur das Manuskript, sondern auch die Quellen als unsauber herausstellen. Check, Re-check, double-check - das fehlt häufig.

Solange vor allem Printmedien die nachhaltige Informationsvermittlung leisteten, bestand noch eine gewisse Scheu, mit seinen Meinungen an die Öffentlichkeit zu treten (im Idealfall weil man Verbesserungspotenzial bei seinen eigenen Texten sah). Diese Schwellenangst hat das Internet weitgehend beseitigt. Um den großen Spötter Lichtenberg zu zitieren: Alles will heute denken, sogar auf die Kanzel und die Handwerker breitet sich dieses Übel aus ...

Als Steinbruch für ungehobene Informationsschätze ist das Netz hingegen unschlagbar. Google Books hält viele Werke aus dem 19. Jahrhundert bereit, die auch Philatelisten nützlich sein können - bis hin zu Adressbüchern. Die musste man (wenn man den Bedarf sah) früher langwierig in Bibliothekskatalogen ermitteln.
Zum Knüpfen von Kontakten und als Vorschule für Arbeitsgemeinschaften sind Foren meiner Meinung nach ideal.

Alles andere (auch die hier angesprochenen Fachartikel) nehme ich grundsätzlich mit einem sprichwörtlichen Körnchen Salz zu mir. Und hoffe sehr, dass man mich jetzt nicht als Vertreter einer reinen Lehre und orthodoxen Haltung verteufelt ... schließlich schauen wir unsere Briefmarken doch auch genau an, oder?
10.01.11, 15:40:20

vozimmer

(Mitglied)

Hallo Zusammen,

so ein wenig von dem, was der Artikel als Schwäche des Internet bezeichnet erleben wir allein schon in diesem Thread.

Alle reden von dem gleichen Artikel und das kunterbunt durcheinander. Leider werden dann noch der inhaltlichen Auseinandersetzung, die hier eigentlich als einziges stattfinden sollte, weitere Punkte zugemischt. Da wird über die Intension des Autors spekuliert und die Sprache kritisiert.

Meine Meinung zum Inhalt habe ich ja schon kund getan. Meine kritische Stellung zum Artikel, den ich tendenziös nenne soll aber niemand dahingehend missverstehen, dass ich mich nicht über die monatliche Philatelie zum Frühstückstisch (am Wochenende) freue.

Die Philatelie kann natürlich nie die Lektüre der Publikationen der Argen ersetzen, sie ist natürlich auch kein Ersatz für unser Forum. Sie bietet aber immer ein bis zwei Artikel pro Ausgabe, die hervorragend recherchiert, mir einen interessanten Einblick in ein anderes Sammelgebiet bietet. Ich lerne dort, wie andere Philatelisten ein spezielles Thema betrachten und dabei oftmals zeithistorische Themen aufbereiten. Als Beispiel sei hier der Zweiteiler "Das Interniertenlager in (Berlin-) Ruhleben" genannt.

Neben dem Inhalt des Artikels klang auch schon verschiedentlich Kritik am Stil der genutzten Sprache an. Und hier muss ich dem Verfasser ein echtes Lob aussprechen! Es hat Freude gemacht den Artikel zu lesen, denn man merkt ihm an, dass es auch dem Verfasser Freude gemacht hat ihn zu schreiben, besser gesagt zu formulieren. Dieser Artikel hat literarische Qualität! Man erkennt sie, wenn man einfach mal ein einen Absatz laut liest.

Beste Grüße, Volker

Meine Seite: openPhila.de - Und hier suche ich Stempel: Stempeldatenbank
10.01.11, 19:07:44
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