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Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

ein sehr interessantes Thema, nämlich "Stempelpapier" haben wir in verschiedenen Themen schon angerissen. Ein großer Spezialist für das Thema ist Wolfgang Morscheck. Seine tolle Internetseite dazu haben wir auch in der Linkdatenbank stehen.

Zu einigen Themen hat mir Wolfgang Morscheck per Email geschrieben. Vielleicht kann er ja in diesem Thema hier eines Tages direkt antworten.

Als allgemeine Bemerkungen kann man den folgenden Text von ihm lesen:

Viele vergessen heute, das die Post fast immer staatlich geführt worden war, auch Thurn und Taxis wurde zuerst vom Kaiser aus dessen privat Schatulle bezahlt, und für sein Privileg die Post in seinem Namen führen zu dürfen, musste er an den Kaiser ein kräftiges Jahressalär abdrücken und immer im Vorraus, der Kaiser war meistens klamm in seiner Börse, sowieso auch immer die Steuereinnahme Vermehrung der Herrschenden der Hauptgrund gewesen war, Türkenkriege oder auch siehe den Preussen König, Armeen und Kriege kosteten immer schon viel Geld, und so kann ich die Briefmarke den Fiskalmarken zurechnen und die Erste Briefmarke der Welt, war für das englische Schatzamt nur die 500ertste Fiskalmarke mehr nicht.

Sicher hatten die anderen 500 Fiskalmarken vorher kein Zacken, aber nichts desto trotz waren es Steuermarken, genauer gesagt Stempelmarken mit einer Wertangabe, oft sogar mit einer Jahreszahl und auch oft mit einer Laufzeitangabe, und dass gab es bei der staatlichen Post nicht, auch Thurn + Taxis kannte solche Stempel nicht, denn die Brieftaxen, auch eine Steuereinnahme des Staates, die wurden noch mit Buntstiften auf den Briefen vermerkt bis ins Jahr 1840.

Die Stempelmarken aber gibt es schon seit 1624.

Das Stempelpapier eingeführt vom Mutterland England in seine Kolonie Amerika brachte mit dem Stamp Act das Abgabenfass der freien Siedler und Kolonisten zum Überlaufen und leitete am Ende dann die Unabhängigkeit Amerikas von Mutterland England ein. Hätten die Engländer kein Stempelpapier den Siedlern auf Auge gedrückt, es ging wieder einmal mehr um bezahlbare Kriegskosten, wer weiß, was aus den englischen Kolonien heute geworden wäre.

Es gab in Holland schon Briefe die sog. Portbriefe zwischen den Hafenstädten Amsterdam. Rotterdam und SGravenhaag (Den Haag), da wurde die Briefe schon mit einer Stempelmarke ab 1679 herum bestempelt, meistens waren es 3 Stüver. Aber warum es noch bis 1840 gedauert hatte, bis weitere solcher Steuermarken auf Briefen eingeführt worden sind, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel!!

Obschon solcherlei fiskalischer Zettel angeblich in Paris bei der Stadtpost gebraucht worden waren, aber kein Beleg hat überlebt, und in Sydney mit der Stadtpost und auch in England hatte es ja die Penny Post schon vorher gegeben mit Briefmarken- ähnlichen Labels ohne Zähne, auch in Österreich war Laurenz Koschier früher dran als der, heute als Erfinder der Briefmarke geltende Engländer R. Hill und ich meine, das war eigentlich irgendwie alles nur geklaut, das gab es ja alles schon längst vorher.

So auch einer Vorabbezahlung einer staatlichen Leistung, der stellt mir das Papier zur Verfügung, welches in dem stattlichen Stempelamt schon vorab gestempelt wurde, jetzt brauche ich nur noch den Schriftkundigen, der mir etwas auf diesen Stempelbogen schrieb, damit hatte ich dann auch noch Rechtssicherheit erworben, also eine indirekte Leistung des Staates für mich und für die Eintragung ins Register, die musste ich aber nochmals extra bezahlen, wie auch das Insiegel = die Siegeltaxe, den Schreiber eine Art Schreiber bzw. Ausstellungsgebühr, auch Sporteltaxe genannt, die musste ich aber dann noch immer extra bezahlen, den Boten sowieso, der mein Stempelpapier mir auch sogleich nach der Registrierung vorbei gebracht hatte.

So gab es schon die eigentliche Wertstempelmarke mit den angegebenen Wert, die Jahreszahl darin oder außerhalb gesetzt, die Laufzeit dieser Fiskalmarken, auch eine Kontrollstempelmarke gab es, dann Fälschungssicherheit in und an der Stempelmarke schon bei der Herstellung, meistens waren es Münzschneider die solche Stempelmarken gruben, die wussten worauf es bei Fälschungssicherheit ankam, auch sog. Aktenbelegstempel mit Musterabdrücken der Steuermarken wurden gefertigt und im Stempelamt verwahrt bzw. diese an die anderen Stempelämter zur Nachsicht gesendet, es gab das Wasserzeichen im Papier, den Silberfaden speziell in GB mit dem Siegellabel rückseitig von der Stempelmarke mit des Königs Initialien, einer Registriernummer zur Archivierung solcher Dokumente, aufgeklebte Stempelmarken wie in Holland, meistens bei den teuren Pergamenturkunden benutzt, der Kleiekleber war schon weit verbreitet, die unzerstörbare Tusche, oder auch eine zerstörbaren Stempelmarke, das Abziehbildverfahren in Österreich wurde perfektioniert, das Guillochierverfahren zur Erstellung von Stahlstempeln und dadurch ein mehr Fälschungssicherheit, die Entwertung dieser Stempelmarken war den Beamten und Notaren zur Pflicht gemacht worden, was ist ein Revisionsstrich, den gab es 1624 schon in Westfriesland, es gab Postpapier und Stempelpapier beide mit verschieden Wasserzeichen, dem Posthorn fürs Postpapier, auch die Papierqualität war unterschiedlich, später wurde oft gebläutes Papier benutzt bei den Post u. Fiskalbriefen, allein solche bläuen war nur staatlichen Papiermühlen zugestanden. Die Post musste in Preussen die Jahresabrechnung beim preuss. Fiskus machen und sich dafür eine Art Unbedenklichkeitsprüfung der Postkasse abholen in Form eines Paraphensteuerstempels. Die Übersendung der Postbücher war beim alten Fritz Stempelsteuerpflichtig, d. h. der Postdienststellenleiter sendete ein Schreiben, gefertigt auf Stempelpapier an den Fiskus samt den Postbüchern und der Jahresabrechung, nur die Beförderung der Akten war Stempelsteuerbefreit und sie mussten von der Post unentgeltlich befördert werden, weil dieses so über Postverordnungen durch das Finanzamt per Gesetz verordnet worden war.

Auch wenn die Post Strassenmaut befreit war und übers Jahr oft freie Fahrt hatte, am Jahresende wurde aber die Post kräftig vom Fiskus wg. anstehender Reparaturen solche defekten Chausseen zur Kasse gebeten. Eigentlich war ja alles ineinander verzahnt gewesen, und ein Staat wie wir ihn heute kennen kann nur über Steuern aufgebaut werden und bestehen und die Post war sicher nicht etwas Besonderes im Staate, außer, das viele Steuergelder mit ihr eingenommen werden konnte, genauso wie mit dem Stempelpapier und die indirekten Steuereinnahmen überstiegen oft auch die direkten Steuereinnahmen, das ist auch Fakt. Die Stempelmarken waren in der ganzen Welt zu finden und in vielen Ländern sind sie sogar bis heute noch in Vollzug!!

Bei uns gib es nun nur noch die Gerichtskosten Freistempler Belege, aber es ist ähnlich wie bei Post, die Marke mit Zähne verschwindet gänzlich aus unserem Blickfeld.

... soweit der Text von Wolfgang Morscheck. Weitere werden folgen.

J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

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03.04.12, 17:20:08

Juergen Kraft

(Mitglied)

Zum Thema Bergedorf hat mir Herr Morscheck das Folgende geschrieben:

III 3.4.1. Die Einführung der Freimarken - Essays (1859)

Die Essays zeigen wie die späteren Freimarken Bergedorfs als zentrales Motiv das zusammengesetzte Siegel des Amtes Bergedorf: Den halben Lübecker Adler und das halbe Hamburgische Tor im Kreis. Darum ebenfalls Schriftbänder, aber abweichend von den späteren Marken drei statt vier und diese noch selbst rund um den Kreis angeordnet. Da ich noch kein Essay in meiner Sammlung habe, kann ich auch keine Abbildung zeigen.

Dies ist zwar in der Sache ganz unerheblich, weil ein jeder wissen sollte was da aufgezeigt wird, aber man weiß ja nie!!

Übrigends, es gab ein Bergedorfer Stempelpapier in diesem Kondominat schon kurz nach Napoleon oder sogar schon während der Franzosenzeit (meine Forschungen sind im Gange!!) und da es eine Stempelmarke mit genau diesem Wappen bei der Steuereinnahme schon 1814 gegeben hatte, erübrigt sich der Glorienschein dieser Briefmarken doch sehr, auch sind diese Briefmarken noch in Massen zu bekommen, auf Brief oder lose, und ein gestempeltes Papier im Original ist dagegen als wirkliche Rarität einzustufen!!

... Ende des Textes. Es wäre ganz toll, wenn wir tatsächlich einmal ein Stempelpapier aus Bergedorf zu sehen bekämen.

J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

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03.04.12, 17:32:22

Schnulli

(Mitglied)

Ich kann Stempelpapier aus Kassel aus dem Jahr 1830 zeigen. Einige andere habe ich noch, jedoch aus Bergedorf keines.
Dateianhang (verkleinert):

 A_KasselStempelpapier1830.jpg (616.87 KByte | 40 mal heruntergeladen | 24.1 MByte Traffic)

03.04.12, 18:19:56

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo Schnulli,

vielen Dank für das Zeigen dieses schönen Belegs. Zeige gerne noch deine anderen Belege auf Stempelpapier.


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

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04.04.12, 01:33:23

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

zum diesem Thema möchte ich ein neues Buch vorstellen. Der Autor, Steffen Eckert schreibt:

Liebe Sammlerfreunde,

herzliche Grüße aus Leipzig. Rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse ist mein Handbuch und Katalog zur Sächsischen Fiskalphilatelie erschienen. Nähere Angabe könnt Ihr den beigefügten Anlagen entnehmen.

Vielen Dank allen Sammlerfreunden, die bereits das Buch gekauft haben. Spätestens ab dem 20.03.2012 erfolgt die Auslieferung. Sammlerfreunde die interessiert sind, aber noch nicht bezahlt haben, können, so lange der Vorrat reicht, ein Buch bestellen. Dabei ist aber zu beachten, dass sich die Versandkosten erhöht haben, da nur Bücher bis zu einem Gewicht von einem Kilogramm als Büchersendungen versandt werden können. Bei einem Gewicht von ca.1,4 kg pro Buch erfolgt der Versandt als Päckchen, bei mehr als einem Exemplar als Paket. Sammlerfreunde die bereits das Geld überwiesen haben, haben natürlich Bestandsschutz zu meinen Lasten.

Sehr erfreulich und erstaunlich ist die große weltweite Resonanz auf meine Vorankündigung. Es ist offensichtlich, dass die Fiskalphilatelie im Weltmaßstab einen wesentlich größeren Stellenwert hat, als in Deutschland. Diese Tatsache und auch das große Interesse an deutscher Fachliteratur hat dazu geführt, dass meine Vorankündigung bereits in der Homepage der FIP Revenue eingestellt ist. Ich hoffe mit den vorliegenden Buch mit dazu beizutragen, die Fiskalphilatelie in Deutschland bekannter zu machen und in Größenordnungen neue Sammlerfreunde gewinnen zu können.

Mit vielen lieben Grüßen

Steffen

Damit sich jeder ein Bild machen kann, unten ein Bild vom Einband und das Inhaltsverzeichnis:

Liebe Sammlerfreunde, Händler und an der Geschichte Sachsens Interessierte,


nach jahrelangem Zusammentragen und Forschen liegt nun endlich mein Handbuch über die


Sächsische Fiskalphilatelie

(Saxony Revenue Stamps)

Stempelpapiere, Stempelmarken, Gebührenmarken

unter dem Titel

Stempelgesetze und Gebühren

in Sachsen

von 1682 bis 1952

Handbuch und Katalog

vor.

Das Handbuch wird vom Engelsdorfer Verlag, Schongauer Str. 25, 04329 Leipzig herausgegeben und ist über den Buchhandel zum Festpreis von ca. 49,95 € zu beziehen. Es hat einen Umfang von 466 Seiten mit ca. 450 farbigen Abbildungen und ist im Offsetdruckverfahren mit Fadenbindung als Festeinband hergestellt (ISBN 978-3-86268-730-5).

Sammlern, Händlern und an der Geschichte Sachsen Interessierten biete ich dieses Handbuch zum Subskriptionspreis von nur

40 €, zuzüglich 5,10 € für Porto und Versand

an.

Bei Interesse bitte ich, um überweisung des Geldbetrages auf das unten angegebene Konto. Nach dem Druck des Handbuches, im März 2012, erfolgt die Auslieferung.


Neben der ausführlichen Abhandlung der sächsischen Stempelgesetze und Gebühren einschließlich der Justiz, Gemeindeverwaltung, Polizeiverwaltung und Evangelisch-Lutherischer Landeskirche mit den jeweiligen Katalogteilen enthält dieses Handbuch auch viele Daten zu historischen Persönlichkeiten und zur Industriegeschichte Leipzigs, so u.a. Prof. Max Klinger, Leopold Stentzler, Oscar Seifert sowie Max Ariowitsch; auch für Historiker und Museen ein unerschöpflicher Fundus zur Erforschung der sächsischen Geschichte seit 1682.


Für ausländische Sammlerfreunde sind das Inhaltsverzeichnis, eine Zusammenfassung und die philatelistischen Fachbegriffe in das Englische übersetzt worden.


Natürlich ist mir bewusst, dass dieses Handbuch durch Neufunde und Meldungen von Sammlerfreunden ständig überarbeitet werden muss. Allen Käufern biete ich an, sich an einem Aktualisierungs- und Informationsdienst per Email zu beteiligen. Ich bitte alle Interessierte mir ihre Email-Adresse, mit einem ausdrücklichen Hinweis auf die Bereitschaft zur Beteiligung an diesem Aktualisierungs- und Informationsdienst, zu übermitteln. über interessante Neufunde, Ergänzungen, aktuelle Preisnotierungen und auch gegebenenfalls Berichtigungen wird der Leserkreis informiert.


St. Eckert Leipzig, im März 2012


Anlagen: - Zusammenfassung

  • Inhaltsverzeichnis


Steffen Eckert Konto Nr.: 1630454784

Färberstr. 9 BLZ: 86055592 (Sparkasse Leipzig)

04105 Leipzig (Germany) BIC - Code: WELA DE 8L XXX

E- Mail: eckertsteffen@t-online.de JBAN Nr.: DE 59 86055592 1630454784

Tel.- Nr.: 0049 (0)341 2334604

Dateianhang:

 stempelgesetze-und-gebühren-in-sachsen.jpg (41.16 KByte | 9 mal heruntergeladen | 370.41 KByte Traffic)


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

04.04.12, 01:37:54

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hier eine Zusammenfassung des Inhalts:

    1. Zusammenfassung


Am 1. Mai 1682 wurden erstmalig im Kurfürstentum Sachsen Stempelpapiere eingeführt. Die Gebühr für alle bei Gericht bzw. durch Notare gefertigten oder vorgelegten Schriften betrug einheitlich einen Groschen, bei Pergamentpapier zwei Groschen. Diese Steuer galt nur bis zum 31. Dezember 1683.

Erst ab dem Jahre 1700 kam es zur dauerhaften Einrichtung der Stempel- und Spielkarten-Steuer. Es entwickelte sich ein eigenständiges Gesetzes- und Vorschriftenwerk mit sehr differenzierten Gebührenhöhen und Wertstempeln, dass mehrfach geändert sowie den wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten angepasst wurde.

1704 wurde zusätzlich die Kalender-Stempelsteuer eingeführt. Sie galt bis zum

30. Juni 1874.


Ab dem 15. Juli 1868 erfolgte die Einführung von Stempelmarken in Sachsen. Bis zum Jahre 1936 sind zehn Markenserien mit insgesamt 111 bisher bekannten Hauptnummern verwendet wurden. Unklar ist die Existenz von einigen Stempelmarken aus der Hochinflationszeit und der Goldmark-Serie der Jahre 1923/24. Alle bisher nicht vorgelegenen, aber in Gesetzen bzw. der Literatur genannten Stempelmarken sind mit römischen Ziffern katalogisiert.

Die Landes-Stempelgesetze in Deutschland wurden am 1. Juli 1936 durch das Reichsurkunden-Gesetz abgelöst. Ab diesem Datum durften keine Landes-Stempelmarken mehr verwendet werden.

In den Abschnitten 8, 9, 11, 18, 19 und 21.3 sind alle Gebührentarife sowie Zusammenfassungen der wichtigsten Stempel- und Gebührengesetze u. a. von 1682 bis 1952, die heute für einen Fiskalphilatelisten von Bedeutung sind, zusammengestellt.


Vom 11. Dezember 1806 bis zum 13. November 1918 war Sachsen ein Königreich und nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ab dem 1. November 1920 Freistaat. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges (8. Mai 1945) gründete sich das Land Sachsen neu, wurde aber im Zuge einer Verwaltungsreform, der am 7. Oktober 1949 gegründeten Deutschen Demokratischen Republik (DDR), im Juli 1952 aufgelöst und weitestgehend in die Bezirke Chemnitz, Dresden sowie Leipzig aufgeteilt.


Bis 1840 galt in Sachsen die Thaler-Währung (Thlr) mit 24 Groschen (gr). Am

1. Januar 1841 wurde der Thalerfuss zur Anpassung an das preußische Währungssystem auf einen Thaler zu 30 Neugroschen (Ngr) zu 300 Pfennige (Pf/Pfge) geändert. Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 erfolgte ab 1875 die Einführung der (Reichs-) Mark-Währung:

1 Thaler = 30 Neugroschen (Ngr) = 3 Mark (M) = 300 Pfennige

Bedingt durch die Folgen des Ersten Weltkrieges kam es in Deutschland zu einer Hyper-Inflation. Bei der Einführung einer stabilen Währung am 1. Dezember 1923 war

1 Billion Mark = 1 Goldmark (GM) = 1 Rentenmark = 1 Reichsmark (RM)

wert. Ende 1924 wurde die Reichsmark eingeführt. Sie galt in Sachsen bis zum 25. Juli 1948 und wurde durch die Deutsche Mark der Deutschen Notenbank (DM) abgelöst. Zwischen dem 1. August 1965 und dem 31. Dezember 1967 lautete die Währungsbezeichnung Mark der Deutschen Notenbank (MDN), danach bis zum 30.06.1990 Mark (M).



Gerichts- und Anwalts-Kostenmarken wurden in Sachsen am 2. März 1927 eingeführt. Ab dem 1. April 1929 kam eine neue Markenserie im einheitlichen, so genannten preußischen Muster in allen Ländern Deutschlands zur Verwendung. Sie unterschieden sich nur durch den Aufdruck des jeweiligen Landesnamen.

Am 1. April 1935 gingen die Landesjustizbehörden auf das Deutsche Reich über. Die vorhandenen Landes-Gerichts-Kostenmarken konnten noch aufgebraucht werden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden im Land Sachsen ab ca. 1947 neue Gerichts-Kostenmarken eingeführt. Zuerst mit der „RM“ und nach dem 25. Juli 1948 mit der „DM“-Währungsbezeichnung. Nach der Auflösung des Landes Sachsen im Juli 1952 erfolgte die Ablösung durch Gerichts-Kostenmarken der DDR.


Viele Städte und Gemeinden in Sachsen verwendeten zwischen den Jahren 1863 und ca. 1965 eigenständige Gemeinde-Gebührenmarken zum Nachweis der Einnahmen von Verwaltungsgebühren in unterschiedlichsten Formen und Darstellungen. Allgemeingültige Gebühren- und Verwaltungsmarken der DDR waren bis 1990 im Gebrauch. Eine katalogmäßige Erfassung ist mit dem derzeitigen Kenntnisstand nicht möglich. Im Abschnitt 17 sind alle Städte und Gemeinden aufgeführt die, bisher nachgewiesen, Gebührenmarken in den verschiedenen Zeitperioden verwendet haben. Des Weiteren wurden in Sachsen von 1932 bis 1956 vier allgemeine Wertmarken-Serien von mehreren Städten und Gemeinden benutzt.


Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gab ab 1947 die Polizeiverwaltung Sachsens eigene Gebührenmarken heraus. Ebenfalls zuerst in „RM“ und nach dem 25. Juli 1948 in „DM“-Währungsbezeichnung. Diese Marken wurden nach 1952 durch Gebührenmarken der Deutschen Volkspolizei der DDR abgelöst.


Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens verwendete ab 1937 eigene Gebührenmarken. Laut den vorliegenden Vorschriften mussten alle Gebühren durch Gebührenmarken nachgewiesen werden. Dies wurde aber von vielen Kirchgemeinden nicht umgesetzt, so dass viele Urkunden ohne Gebührenmarken vorliegen.


Im Ausland, insbesondere in den englisch sprachigen Ländern, hat die Fiskalphilatelie einen hohen Stellenwert. In Deutschland ist sie dagegen nur ein Nischengebiet der Philatelie. Der Autor hofft mit dem vorliegenden Fachbuch mit dazu beizutragen, der deutschen Fiskalphilatelie Geltung zu verschaffen.

Inhalt


Danksagung

Kurzbiographie des Autors

Geleitwort, Prof. Siegbert Sattler

Vorwort und Einleitung

Die Fiskalphilatelie

Die Fiskalphilatelie in Deutschland

Die Fiskalphilatelie in Sachsen

Zur Preisbewertung

Grußworte

Grußwort, Volker Böhme

Grußwort, Henry Biebaß

0 Zusammenfassung

0.1 Namensliste der ausgewerteten Sammlungen

0.2 Allgemeine Hinweise

0.2.1 Zeichenerklärungen und Ankürzungen

0.2.2 Wasserzeichen

0.2.3 Grundsätze zur Preisberechnung

1 Die Stempelsteuer – ein historischer Abriss, von Wolfgang Morscheck

1.1 Die Fiskalphilatelie – noch Hobby oder historische Wissenschaft?

1.2 Anfänge des Steuerwesens

1.3 Historische Steuerarten

1.4 Stempelpapiere / Stampfpapiere (gestempelte Papiere)

1.5 Schriftsteuer für Briefe im Stadtstaat Venedig

1.6 Einführung der Stempelsteuer in Holland

1.7 Siegeszug der Stempelsteuer

2 Stempelpapiere in Sachsen von 1682 bis 1875

2.1 Mandat von 1682

2.2 Verwendungsgrundsätze der Stempelpapiere

2.3 Ejusd. Ausschreiben von 1700

2.4 Stempelformen der Kurfürstenzeit 1700 bis 1806

2.5 Ejusd. Verbessertes Ausschreiben von 1702

2.6 Ejusdem renovirt- und anderweit verbessertes Ausschreiben von 1710

2.7 Ejusdem Anderweites Ausschreiben von 1732

    1. Einführung der Stempelsteuer in Territorien des Kurfürstentums Sachsen mit teilweiser

Selbständigkeit

2.9 Einführung geänderter Wertstempel 1807

2.10 Kombinationen von Wertstempeln

2.11 Territorialer Verlust des Königreichs Sachsen 1815

2.12 Mandat, die Einrichtung der Stempelsteuer betreffend, von 1819

2.13 Vereinigung der erbländischen und der oberlausitzer Stempelsteuer 1834

2.14 änderung des Münzfußes 1841

2.15 Außerordentliche Zuschläge zur Stempelsteuer 1850

2.16 Einführung von Stempelmarken 1868

2.17 Zusätzliche Hinweise

3 Katalog der Stempelpapiere von Sachsen

3.1 Stempelpapiere der Kurfürstenzeit 1682 bis 1806

3.2 Stempelpapiere der Königreichzeit ab 1807

3.3 Stempelpapiere der Königreichzeit ab 1841 bis 1875

4 Spielkartenstempel

5 Kalenderstempel

6 Landes-Stempelmarken in Sachsen von 1868 bis 1936

6.1 Erste Stempelmarken-Ausgabe 1868 (Thaler-Währung)

6.2 Zweite Stempelmarken-Ausgabe 1875/77 (Mark-Währung, ohne Wasserzeichen)

6.3 Urkunden-Stempelgesetz 1877 bis 1909

6.4 Dritte Stempelmarken-Ausgabe ab 1895 (Mark-Währung, mit Wasserzeichen)

6.5 Plattentypen und Plattenfehler der Stempelmarken, Ausgabe ab 1895 mit - Wasserzeichen,

von Dr. Hans Dieter Lutz

6.6 Stempelsteuer-Gesetz von 1909 bis 1936

6.6.1 Einführung des Stempelsteuer-Gesetzes 1909

6.6.2 Einführung von Stempelmarken im geänderten Markenbild 1920

6.6.3 Abänderung des Stempelsteuer-Gesetzes 1921

6.6.4 Abgeänderte Fassung des Stempelsteuer-Gesetzes 1923

6.6.5 Währungsbezeichnungen in Deutschland zwischen 1841 bis 1925

6.6.6 Stempelsteuer-Tarife in Goldmark-Währung 1923/24

6.6.7 Stempelsteuer-Tarife in Reichsmark-Währung 1925

6.6.8 Neufassung des Stempelsteuer-Gesetzes 1930

6.6.9 Zuschlag zur Stempelsteuer 1931

6.6.10 Einführung des Reichsurkunden-Gesetzes 1936

6.7 Vierte Stempelmarken–Ausgabe 1909 (Mark-Währung)

6.8 Fünfte Stempelmarken–Ausgabe 1920 (Mark-Währung)

6.9 Fünfte Stempelmarken–Ausgabe, Ergänzungswertstufe 1921

6.10 Fünfte Stempelmarken–Ausgabe, Ergänzungswertstufen 1922

6.11 Fünfte Stempelmarken–Ausgabe 1922

(vermutlich nicht ausgegebene/verwendete Ergänzungswerte)

6.12 Sechste Stempelmarken–Ausgabe 1923 (1. Hochinflations-Ausgabe)

6.13 Siebente und achte Stempelmarken–Ausgabe 1923

(2. und 3. Hochinflations-Ausgabe)

6.14 Nachverwendete Inflations–Stempelmarken

6.15 Neunte Stempelmarken–Ausgabe 1924 (Goldmark-Währung)

6.16 Zehnte Stempelmarken–Ausgabe 1925 (Reichsmark-Währung)

6.17 Zuschlag zur Stempelsteuer ab 01.10.1931

6.18 Das Ende der sächsischen Landes-Stempelmarken am 30.06.1936

6.19 Staatliche Kontrolle und Stempelsteuer-Erstattung

6.20 Landes-Stempelmarken anderer Länder

7 Katalog der Stempelmarken von Sachsen

7.1 Erste Stempelmarken-Ausgabe 1868 (Thaler-Währung)

7.2 Zweite Stempelmarken-Ausgabe 1875 (Mark-Währung, ohne Wasserzeichen)

7.3 Dritte Stempelmarken-Ausgabe ab ca. 1895

(Mark-Währung, mit Wasserzeichen)

7.4 Vierte Stempelmarken-Ausgabe 1909 (Mark-Währung)

7.5 Fünfte Stempelmarken-Ausgabe 1920 (Mark-Währung)

7.6 Sechste Stempelmarken-Ausgabe 1923 (1. Hochinflations-Ausgabe)

7.7 Siebente Stempelmarken-Ausgabe 1923 (2. Hochinflations-Ausgabe)

7.8 Achte Stempelmarken–Ausgabe 1923 (3. Hochinflations–Ausgabe)

7.9 Neunte Stempelmarken-Ausgabe 1924 (Goldmark-Währung)

7.10 Zehnte Stempelmarken-Ausgabe 1925 (Reichsmark-Währung)

8 Tariftabellen zur Landes-Stempelsteuer

8.1 Stempelsteuer-Tarife vom 01.05.1682 bis 31.03.1819

8.2 Stempelsteuer-Tarife vom 01.04.1819 bis 31.12.1876

8.3 Spielkarten-Stempelsteuer-Tarife vom 17.07.1700 bis 31.12.1878

8.4 Kalender-Stempelsteuer-Tarife vom 01.01.1709 bis 30.06.1874

8.5 Stempelsteuer-Tarife vom 01.01.1877 bis 31.12.1899

8.6 Stempelsteuer-Tarife vom 01.01.1900 bis 31.03.1909

8.7 Stempelsteuer-Tarife vom 01.04.1909 bis 14.07.1923

8.8 Stempelsteuer-Tarife vom 15.07.1923 bis 19.08.1930

8.9 Stempelsteuer-Tarife vom 20.08.1930 bis 30.06.1936

9 Sächsische Stempelgesetze-, verordnungen u.a. vom 01.05.1682 bis 30.06.1936

10 Gericht- und Anwalts-Kostenmarken des Freistaates Sachsen 1927 bis 1936

10.1 Ausgabe 1927

10.1.1 Kostenmarken

10.1.2 Anwalts-Kostenmarken

10.2 Ausgabe 1929

10.3 Verwendung der Gerichts- und Anwalts-Kostenmarken

11 Sächsische Gerichts-, Anwalts- und Notars-Kostengesetze- sowie Verordnungen vom 21.12.1924 bis 31.03.1936

12 Gerichts-Kostenmarken des Landes Sachsen von 1947 bis 1952

12.1 Gerichts-Kostenmarken in Reichsmark–Währung

12.2 Gerichts-Kostenmarken in DM–Währung

13 Katalog der Sächsischen Gerichts- und Anwalts-Kostenmarken

13.1 Ausgabe 1927

13.2 Ausgabe 1929

13.3 Ausgabe 1947

13.4 Ausgabe nach dem 25.07.1948

14 Gebührenmarken der Sächsischen Gemeinden

15 Allgemeingültige Wertmarken der Sächsischen Gemeinden

15.1 Wertmarken-Serie ab 1932

15.2 Wertmarken-Serie ab 1936

15.3 Wertmarken Deutscher Gemeinden ab 1940

15.4 Gebühren-Wertmarken-Serie Sächsischer Gemeinden nach 1945

15.5 Gebührenmarken des Wirtschaftsverbandes Sächsischer Gemeinden

16 Katalog der allgemeingültigen Wertmarken Sächsischer Gemeinden

16.1 Ausgabe 1932

16.2 Ausgabe 1936

16.3 Ausgabe ab 1947

16.4 Ausgabe Wirtschaftsverband Sächsischer Gemeinden, ab 1946

17 Verzeichnis der Sächsischen Gemeinden die Gebührenmarken verwendet haben

18 Gebührentarife zu den Verwaltungskosten-Gesetzen- und -Verordnungen

vom 28.12.1923 bis 31.12.1955

19 Sächsische Verwaltungskosten-Gesetze- und -Verordnungen

vom 28.12.1923 bis 31.12.1955

20 Gebührenmarken der Sächsischen Polizeiverwaltung ab 1947

20.1 Gebührenmarken

20.2 Katalog der Sächsischen Polizeiverwaltungs-Marken

20.2.1 Erste Gebührenmarken-Serie, Ausgabe 1947

20.2.2 Zweite Gebührenmarken-Serie, Ausgabe 1947

20.2.3 Dritte Gebührenmarken-Serie, Ausgabe nach dem 25.07.1948

21 Gebührenmarken der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen

21.1 Gebührenmarken

21.2 Katalog der Gebührenmarken der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen

21.3 Gesetze und Verordnungen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen

22 Begriffserklärungen juristischer Wörter des Codicus Augustei

23 Geschichtsdaten der Sächsischen Länder zwischen 1485 und 1918

23.1 Die Sächsischen Fürsten, Herzöge, Kurfürsten und Könige von der Leipziger

Teilung am 26.08.1485 bis zum 13.11.1918

23.2 Die Sächsischen Fürsten-, Herzog- und Kurfürstentümer sowie das Königreich

in schematischer übersicht

24 Anhang

24.1 Literaturverzeichnis

24.2 Summary

24.3 Table of contens

24.4 Translation of fiscal philatelic terms into English

Epilog


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

04.04.12, 01:45:46

Schnulli

(Mitglied)

Hier nun weiters Stempelpapier aus meine Sammlung.
Das älteste ist aus dem Jahr 1749 aus Braunschweig.
Dann Erfurt aus dem Jahr 1819, Hannover aus dem Jahr 1825, Syke aus dem Jahr 1836 und Magdeburg aus dem Jahr 1871.
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04.04.12, 13:39:59

Schnulli

(Mitglied)

Heute eingetroffen ein Brief mit Stempelpapier aus Darmstadt vom 12.10.1860.Den Vermerk mit den 25 Kr auf der Vorderseite hätte ich gerne beschrieben.
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13.04.12, 13:30:22
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