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Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

kurz vorweg, die vielen Beiträge zu sogenannten Online-Bezahlsystemen oder "Finanzdienstleistern" werden unter dem Thema Online-Bezahlanbieter zusammengefasst. Dafür wurden hier neue Foren geschaffen.

Aus mindestens deutscher Sicht, ist das Fehlen echter Alternativen zu Paypal zu beklagen. Einen "Mitbewerber" gibt es allerdings, einen Anbieter, der früher Moneybookers hieß und heute Skrill.

Nicht nur, dass AGB und Auftritt dieses Anbieters, mich ebenfalls eher an eine angloamerikanische Sekte erinnern, als an eine Bank, scheint mir der ganze Auftritt noch skurriler, als der von Paypal.

Ich hatte vor vielen Jahren einmal einen Moneybookers-Account. Den habe ich vor etwa zwei Monaten wiederbelebt, um ein paar Postgeschichtebelege, in Pakistan gekauft, bezahlen zu können. Zahlt man mit Paypal nach Pakistan, ist in der Regel das Geld weg und man sieht weder Ware noch Geld wieder.

Ein Wort zu dem Namen Skrill. Während "Moneybookers" ein Name scheint, der weltweit einsetzbar ist und überall verstanden werden könnte, klingt "Skrill" für meine Ohren ziemlich schräg. Dabei denke ich eher an Tiefkühlgambas, als an eine angloamerikanische Bankenimitation. Für den deutschen Markt wurde die neue Namensgebung sicher nicht geschaffen.

Zu den Gebühren von Skrill könnte man vermuten, dass die etwa unter den extrem hohen Papypalgebühren liegen würden. Ich will auch nicht ausschließen, dass es bei ganz bestimmten Konstellationen, dazu kommen kann, dass die Skrill-Gebühren niedriger sind. Eine Fall für den Briefmarkenhandel kann ich mir nicht vorstellen.

Wie aus dem Bild unten zu sehen ist, muss der Käufer auch etwas bezahlen. Um Geld zu senden, muss der Käufer 1% des Betrages an Gebühren zahlen, maximal 10,- Euro. Das finde ich in Ordnung und gut so. Da wird dem Käufer bewusst, dass hier Kosten anfallen, die nicht sein müssen, wenn man auch in die Eurozone kostenlos überweisen kann.

Der Verkäufer erhält die Buchung, Geld ist es ja noch lange nicht, gebührenfrei auf der Skrill-Seite zu sehen. Gäbe er dieses virtuelle Geld per Skrill aus, wären die Gesamtgebühren 1%, gedeckelt auf 10,- Euro, einigermaßen erträglich. Da wären für 30,- Euro 30 Cents fällig, was bei Wucherbanken eine Buchungsgebühr sein könnte. Dieser Fall ist aber nur ausgedacht.

Wer Briefmarken verkauft, möchte in der Regel nicht den gesamten Umsatz wieder für Briefmarkenkäufe verwenden. Die Regel dürfte sein, dass man echtes Geld haben möchte.

Dann kommt der große Hammer. Wer Spielgeld in echtes Geld umwandeln will, muss 2,95 Euro pro Transaktion bezahlen. Selbst die meisten großen Briefmarkenanbieter dürften kaum mehr als 100,- Euro im Schnitt, pro Monat empfangen. Wer dann nicht bis zum Sanktnimmerleinstag warten möchte, hat eben bei 100,- Euro fast 3% Gebühren. Ein Prozent ging schon beim Käufer weg, was auch um 4% reale Durchschnittsgebühren bedeuten dürfte. Da man in Bezug auf Briefmarken wohl nur bei Delcampe Skrill nutzen kann, dürften für die meisten eher 10,- Euro, als 100,- Euro im Monat realistisch sein. Dann heißt es entweder Jahre warten, oder auch einmal 30% an Gebühren zu akzeptieren.

Es kommt aber noch viel schlimmer. Bei Skrill gibt es offensichtlich ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem. Selbst der registrierte Benutzer, wird bereits beim Login mit einer "Captcha" Eingabe gequält. Dabei muss man "zwei Worte" abtippen, eigentlich sind es zwei Zahlen, die extrem schlecht lesbar sind. Verwendet wird einer der Standard-Captcha-Erzeuger, der auch schon einmal Bilder erzeugt, von denen ich nur eins von zehn fehlerfrei lesen kann.

Üblicherweise werden Captchas eingesetzt, um Hackerangriffe zu erschweren. Offensichtlich gibt es aber geeignetere Methoden. Warum muss man beim Onlinebanking-Login oder auch beim Ebay- oder Paypal-Login, keine Captchas abtippen?

Noch eine wahre Begebenheit. Ich sollte eine Kreditkarte verifizieren lassen. Dafür bucht Skrill einen Betrag von der Kreditkarte ab und gibt als Verwendungszweck einen Code bekannt, den man dann eintippen soll. Dabei gehen die Engländer wohl davon aus, dass jeder Onlinezugriff auf seine Kreditkartenabrechnung hat. Bei meiner Kreditkarte gibt es das aber nicht. Ich bekomme einmal im Monat einen Ausdruck per Brief, der mit der Post auch 14 Tage dauern kann.

Heute kam nun eine E-Mail von Skrill, dass ich meine Kreditkarte nicht verifiziert hätte. Darauf kann ich selbstverständlich nicht antworten. Darauf habe ich mein Skrillkonto gekündigt. Was mit meinem Guthaben passiert weiß ich nicht. Hoffentlich verfällt es ersatzlos. Bleibt es nämlich drauf, muss wohl eine Kontoführungsgebühr bezahlt werden. Das Konto scheint auch nicht aus der Datenbank gelöscht, sondern ist wohl nur auf einem Bit, als "deaktiviert" markiert.

Fazit: von einer Geschäftsbeziehung zu Skrill rate ich dringend ab
Dateianhang:

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J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)
17.10.13, 13:40:15

Hugo67

(Mitglied)

Jürgen,

offensichtlich ist bei Skrill der Vertrieb sehr wirksam tätig, mich hat er als Kunden allerdings schon vertrieben, als eine monatliche Gebühr von 1,- EURO für Monate ohne Umsatz eingeführt wurde. Das ist ca. 1 Jahr her.
17.10.13, 14:45:15

Lerche10

(Mitglied)

geändert von: Lerche10 - 17.10.13, 19:04:33

mir wurde eine Gateway-Benutzungsgebühr in Höhe von 19,95 € abgezogen
was oder wofür ist diese Gateway-Benutzungsgebühr ?

Ich habe darauf hin auch mein Skrill Konto gekündigt. Bekommt man diese Kündigung nicht per mail bestätigt ?
17.10.13, 18:25:40

briefmarken-raschke

(Mitglied)

demnächst gibts ja neuen bezahldienst von Amazon freuen
18.10.13, 08:06:53
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