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carolinus

(Mitglied)

Ich weiß seit längerem, dass von diesem Mitglied unser Forum fast ausschließlich dazu benutzt wurde, Mitglieder anzuschreiben, um sie in dieses andere "Forum" zu ziehen. Sachliche Beiträge gab es hier nicht mehr.

Wenn dann dieser jemand hier seine eigenen Beiträge nach und nach löscht, ist das einfach nur erbärmlich. Gut, dass es wohl noch relativ frühzeitig entdeckt wurde.

Und diesen Mann bewunderte ich mal und fand ihn einfach toll.

Hallo Jürgen,

es wäre sehr schön, wenn die fehlenden Beiträge wiederbelebt werden könnten.

Grüße aus Braunschweig, der Stadt Heinrichs des Löwen
10.02.16, 20:40:51

lehrling

(Mitglied)

geändert von: lehrling - 07.02.19, 18:57:51

Hallo,
wenn auch die gelöschten Inhalte verschwunden bleiben, ist es doch an der Zeit, den thread wiederzubeleben.
Anbei ein hübscher Brief von 1848 aus Calvörde an die Kultusverwaltung der israelitischen Gemeinde in Mönchsdeggingen bei Nördlingen.
Ob jemand die Taxierungen deuten kann?

Gruß lehrling



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07.02.19, 18:56:59

Klesammler

(Mitglied)

geändert von: Klesammler - 09.02.19, 02:12:14

Hallo lehrling,

beim Transport des Briefes waren 3 Territorien beteiligt: Er kam aus Braunschweig, nach wenigen Kilometern wurde bei Neuhaldensleben preußisches Gebiet erreicht und dann ging es nach Bayern (über Würzburg).
Der Absender hat zwar ´frei´ vermerkt, aber darunter lesen wir mit anderer Schrift ´Grenze´. Was bedeutet die Rötel-Taxe unter der violetten 3? Die violette Taxe sind vermutlich 3 Sgr, die 9 Kr entsprachen. Dazu 1 Kr Bestellgeld ergibt 10 Kr. Bin gespannt, was die Experten zu den Taxen beitragen.

beste Grüße

Dieter
08.02.19, 23:56:29

lehrling

(Mitglied)

geändert von: lehrling - 09.02.19, 13:38:50

Hallo Dieter,
für mich stellen sich die Taxierungen bisher so dar:

1. Frei-Vermerk und Rötel-Taxierung 2 | 3 in Calvörde
2. Streichung der Rötel-3 und Notierung der violetten 3 in Neuhaldensleben
3. Streichung der violetten 3 und Vermerk Grenze in braun ( beim preuß. Grenzpostamt?)
4. blaue Notierung von 10x für den nicht bezahlten bay. Weg

Bei Punkt 1. fangen die Probleme schon an:
Laut Freivermerk sollte der Brief bis zum Empfänger bezahlt werden und der Absender bezahlte 5 Sgr Franco. Aber drei Postgebiete, nur 2 Taxierungen im Gebührenbaum. Calvörde war ja nur eine kleine Exklave, umgeben von preuß. Gebiet, der Weg nach Neuhaldensleben nicht weit. Mehr als einen Sgr würde ich der Braunschweiger Postverwaltung für ihre Mühen nicht zugestehen - allerdings finde ich den nicht vermerkt. Aber vielleicht gab es eine Vereinbarung mit Preußen über eine gemeinsame Taxe? Dann könnte der Braunschweiger Anteil in den notierten 3 Sgr enthalten sein.
Wenn dem so wäre und die untere 3 für die Frankierung bis zur Grenze gedacht war, sollte die obere 2 den bayrischen Weg von der Grenze bis zum Bestimmungsort abdecken - tat es aber nicht. Rechnete man mit 1Sgr=3x oder 3,5x? Jedenfalls waren die 6 oder 7x zuwenig für die Bayern zustehenden 10x und da Teilfrankaturen für einzelne Postgebiete nicht zulässig waren, berücksichtigte man die bezahlten 2 Sgr nicht weiter, notierte Grenze und behandelte ihn ab da als Portobrief.

Soweit meine Theorie, Hinweise auf Irrtümer nehme ich gern an freuen

Gibt es einen Grund, Würzburg als Grenzpostamt anzunehmen?

Gruß lehrling






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09.02.19, 13:37:13

Klesammler

(Mitglied)

geändert von: Klesammler - 09.02.19, 19:05:20

Hallo lehrling,

mir bereiten mehrere Dinge Kopfzerbrechen:
Mit welcher Währung wurde in der Enklave Calvörde gerechnet und gab es spezielle Vereinbarungen mit Preußen?
Wer hat die 2 / 3 gestrichen und Grenze geschrieben?
Liegt die violette Taxierung 3 über der braunen Schrift?

beste Grüße

Dieter
09.02.19, 19:04:10

lehrling

(Mitglied)

Hallo Dieter,
Zitat:
Mit welcher Währung wurde in der Enklave Calvörde gerechnet

Braunschweiger Währung waren Gute Groschen, 24Ggr auf einen Thaler. Preußen hatte bis zur Umstellung auf Silbergroschen in den 1830ger Jahren den Thaler ebenfalls in Ggr geteilt und danach jahrelang beide Groschen gleichzeitig in Umlauf. Ich nehme an, dass der Kurs 1Ggr = 1,25 Sgr in Calvörde bekannt war und beide akzeptiert wurden.
Zitat:
gab es spezielle Vereinbarungen mit Preußen?

Nehme ich an, da kein Braunschweiger Anteil taxiert wurde.
Zitat:
Wer hat die 2 / 3 gestrichen und Grenze geschrieben? Liegt die violette Taxierung 3 über der braunen Schrift?

Die Korrektur der 2|3 in die violette 3 müsste in Neuhaldensleben erfolgt sein, die Streichung der violetten 3 mit brauner Tinte und der Grenzvermerk dann bei der nächsten Station, dem preuß. Grenzpostamt.

Gruß lehrling
10.02.19, 14:52:43

Klesammler

(Mitglied)

Hallo lehrling,

mir ist die Parität Sgr - Ngr bekannt.
Vielleicht habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt:
Was bedeutet 2 / 3? Notierte die Enklave Calvörde in Sgr oder Ngr?
Sind es 2/3 oder 5 Groschen? 5 Ngr oder 6 Sgr bis zur Bayer. Grenze scheint mir in 1848 arg viel zu sein. Bis zur Grenze nach Bayern sollten es 3 Sgr sein.

beste Grüße

Dieter

10.02.19, 20:34:36
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