Autor Nachricht

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

zum Thema Widerruf habe ich Beiträge hierher verschoben. An dieser Stelle kann man diese besser wiederfinden.

J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

05.05.15, 00:24:42

Philaglück

(Mitglied)

@Jürgen

Es geht ganz einfach nur darum , egal wie Du gerne verkaufen möchtest und unabhängig davon wie Du Dir das auslegst , das deine Frau auf einer deutschen Plattform ( Philasearch
."DE" ) den deutschen Kunden zu informieren bzw. zu belehren hat.

Ob sie das macht oder nicht steht auf einem anderen Blatt - hier hat Dir aber schon einer einen "warmen" Tip durch die Blume gegeben warum es besser wäre.




05.05.15, 13:25:30

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

schau einfach einmal auf einen Artikel bei stampsX.

So hätte es da stehen sollen. Seit Mitte 2014 gilt das 14tägige Widerrufsrecht in allen 28 EU-Staaten. Auf Plattformen, die sich in mehreren Sprachen aufrufen lassen, müsste theoretisch sogar in jeder dieser Sprachen eine passende Erklärung verfügbar sein. Fehlt die Erklärung und ein zuständiges Gericht bestätigt das alles, verlängert sich die Frist von 14 Tagen auf 1 Jahr. Letztlich halb so wild. freuen

J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

05.05.15, 19:01:07

Philaglück

(Mitglied)

geändert von: Philaglück - 05.05.15, 19:18:20

... richtig nur auf Philasearch stand eben nichts und dann geht euch eventuell eine Unterlassungserklärung / Abmahnung zu.

Gibste diese ab und hälst Dich nicht dran wird eben in Spanien "vollstreckt" und bei Summen ab 2500 € die dafür in der Regel als Vertragsstrafe angesetzt werden lohnt sich das auch.

Gibste die Erklärung nicht ab wirste eben hier vor den Kadi gezogen.

Was ich dann allerdings mehr als bedenklich finde ist die Art , wie aus einigen Foren zu lesen ist , wie du da mit einigen Verkäufern eben in Bezug auf die WRB umspringst.

Und wenn Du über eine rote Ampel fährst die gestern noch nicht da gestanden hat kannste dich auch nicht mit den Worten : " Die hat da gestern ja noch nicht gestanden" rausreden.


Wie war das doch miit dem Wein und dem predigen ?

Aber mir soll es egal sein , jeder ist seines glückes Schmied.

P.S. Schaut so als ob du die Angebote überhaupt nicht kontrolliert hast ?!?





05.05.15, 19:10:49

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo Philaglück,

erstens stehen in den Angeboten meiner Frau, hoffentlich gültige, Widerrufsbedingungen. Von daher muss also niemand auf Unterlassung klagen.

Zweitens, bitte zitiere doch ganze Absätze aus anderen Foren in denen ich angeblich mit einigen Verkäufern "eben in Bezug auf die WRB umspringe".

Was ich kritikwürdig finde ist nicht das Unterlassen einer Erklärung, sondern die vorsätzliche Verbrauchertäuschung einiger Anbieter. Dabei geht es einmal um gewerbliche Anbieter, die beispielsweise behaupten, Postsendungen an Endverbraucher liefen auf Gefahr des Käufers oder ein Umtausch wäre ausgeschlossen und ähnliches. Zum anderen geht es um Schwarzhändler, die mit der Behauptung "privat" zu sein eine maximale Verbrauchertäuschung veranstalten.

Oft werden falsche Behauptungen, die den Käufer von der Wahrnehmung seiner Rechte abhalten sollen, in "AGB" geschrieben. Das kritisiere ich.



J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

05.05.15, 19:40:10

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo Jürgen,

nachstehend der Link auf den wikipedia-Eintrag, über die Richtlinie 2011/83/EU (Verbraucherrechte-Richtlinie) und der sich daraus ergebenden Situation in Deutschland.

Richtlinie 2011/83/EU (Verbraucherrechte-Richtlinie) wikipedia

Nachstehend der Link zum Amtsblatt der EU vom 22.11.2011, in dem die Richtlinie 2011/83/ EU veröffentlicht wurde.

Amtsblatt EU, Richtlinie 2011/83/EU

Das Widerrufsrecht gilt in allen EU-Ländern, auch in Spanien und ebenso auf den Kanarischen Inseln (autonome Gemeinschaft und Freihandelszone).

Verbraucher müssen über das Widerufsrecht vor Vertragsabschluß belehrt werden. Diese Belehrung kann auch in der Abwicklung zum Vertragsabschluß eingebunden sein, sie muß nicht zwingend im Angebot selbst dargestellt werden. Auf ebay ist es allerdings nicht möglich, eine Widerufsbelehrung in die Abwicklung zum Vertragsabschluß einzubinden. Daher wird von gewerbetreibenden die Widerufsbelehrung bereits im ebay-Angebot selbst dargestellt.

Wichtig ist aber, dass mit der Widerufsbelehrung, egal in welcher Sprache diese verfasst ist, alle in Frage kommenden Verbraucher angesprochen werden und nicht nur deutsche. Ein in Spanien ansässiger Anbieter, kann diese Widerufsbelehrung auf seiner eigenen Webseite auch in spanischer Sprache verfassen.

Auch ein deutscher, gewerbetreibender Anbieter, der seine Angebote in englischer Sprache auf ebay.com platziert und diese auch nach EU-Ländern versendet, kommt nicht umhin, dass Widerufsrecht im Angebot darzustellen.

Bitte lass Dich (bzw. Gabi) von kompetenter und befugter Seite beraten, was die Sache mit dem Widerrufsrecht angeht.

MfG
Markus
05.05.15, 20:24:09

stampsteddy

(Mitglied)

P.S. meine "r"-Taste scheint kaputt zu sein... freuen
05.05.15, 22:49:39

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

hier noch ein Zitat aus dem Thema, in dem die Sache mit den Informationspflichten nichts zu suchen hat.

"...es geht aber nicht nur um das Widerrufsrecht und die damit verbundene Pflicht, darüber zu belehren.

Zwingend erforderlich sind z.B. auch Angaben dazu, wie der Vertrag zustande kommt, Angaben zur Mängelhaftung (zwingend erst seit 13. Juni 2014), Angaben zur Vertragssprache usw.

Ich kenne zahlreiche Vorgänge, bei denen Verkäufer diesbezüglich auf Unterlassung in Anspruch genommen wurden, obwohl sie in der Praxis ihre Kunden nach alter Kaufmannssitte bestens bedienen. Nur die rechtlich erforderlichen Formalien blieben auf der Strecke. Bei einer Abmahnung geht dann i.d.R. unter tausend Euro nichts.
"

Zwei Beiträge weiter oben gibt es einen Link auf die EU Richtlinie 2011/83/EU (Verbraucherrechte-Richtlinie). Das ist kein Gesetzestext sondern eine Definition von Eckpunkten, innerhalb derer die Mitgliedstaaten gesetzliche Regelungen vornehmen sollten.

In Deutschland gibt es eine Reihe von Informationspflichten, die für deutsche Firmen gelten, die an deutsche Verbraucher verkaufen. Daran gibt es keinen Zweifel. Das Firmen, mit alleinigem Sitz außerhalb von Deutschland, die auch in deutscher Sprache Artikel beschreiben, deutsche Informationspflichten erfüllen müssten, wage ich zu bezweifeln. Viele dieser Firmen beschreiben auch in englischer Sprache. Werden die dann von US-Konkurrenten abgemahnt?

Auch in der EU-Richtline stehen lustige Sachen. In der Hauptsache völlige Selbstverständlichkeiten, ohne die ein Kaufvertrag gar nicht abzuwickeln wäre. In Deutschland gibt es seit über 100 Jahren Versandhandel mit Katalogen und ohne die "Informationspflichten".

Ein Beispiel: auf Seite 304/75/76 steht unter (1) Bevor der Verbraucher durch einen Vertrag im Fernabsatz oder einen außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Vertrag oder ein entsprechendes Vertragsangebot gebunden ist, informiert der Unternehmer den Verbraucher in klarer und verständlicher Weise über Folgendes: ...l den Hinweis auf das Bestehen eines gesetzlichen Gewährleistungsrechts für die Waren ... Ach ja, was passiert, wenn man nicht aufklärt? Das steht ja auch schon da, siehe Fettdruck. Der Verbraucher ist nicht an den Vertrag gebunden. Da steht nicht, dass der Anbieter mit Abmahngebühren überzogen werden muss. Das ist dann erst eine deutsche Erfindung.

Wenn man davon ausgeht, dass nicht hirnamputierte Sesselfurzer einen Anfall hatten, dann gehen die Verfasser wohl davon aus, dass die Verbraucher nicht wissen, dass es eine gesetzliche Garantie beim Kauf von Waren gibt. Ich gehe davon aus, wer das nicht weiß, der kann auch nicht lesen.

Wer vor nichts zurückschreckt, liest einfach den ganzen Artikel 6. Man fragt sich, wie die Menschheit vor dem Erlass der Richtlinie überleben konnte!

Für Anbieter die nicht in Deutschland ansässig sind, aber auch in Deutsch anbieten, habe ich den ultimativen Tipp: schreibt "keine Lieferung nach Deutschland". Damit ist die Frage abschließend geklärt, an wen sich das Angebot richtet. Es steht dann allerdings weiter die Frage im Raum, ob Österreicher, Schweizer oder andere Deutschsprachige nicht auch vor Gerichten in deren Ländern, Kosten verursachen könnten, die dann im Land des Anbieters vollstreckt werden sollen.

Interessant an der Richtlinie ist die Begründung, warum sie verfasst wurde. Der grenzüberschreitende Versandhandel soll gefördert werden. Die Wahrheit wird sein, die Ländern, die einen gut funktionierenden Versandhandel haben, möchten den Rest der EU stärker beglücken. Das könnten auch die Länder sein, die so eine Richtlinie maßgeblich beeinflussen. Möglicherweise die gleichen Leute, die Afrikanische Länder mit Abkommen beglückt haben, die Europäern erleichtert Waren in afrikanische Länder zu exportieren und damit dafür sorgt, dass viele Wirtschaftszweige in afrikanischen Ländern praktisch nicht mehr existieren. So der wirtschaftlichen Grundlagen beraubt, erzeugt man Wirtschaftsflüchtlinge. Viele politische Entscheidungen schwanken zwischen Schildbürgerstreich und Menschenverachtung. So gesehen sind die deutschen Informationspflichten im Fernabsatz eher aus der Kategorie Schildbürgerstreiche.

Als Alternative, eine mögliche Rechtsunsicherheit zu vermeiden, empfehle ich aber dennoch einfach auch noch zu schreiben:

"Vertragssprache ist deutsch" und zur Sicherheit auch: စာချုပ်ဘာသာစကားဂျာမန်ဖြစ်ပါသည် (das war burmesisch)


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

06.05.15, 01:28:02

Philaglück

(Mitglied)

Willkommen in der "EU" ;-).

Ich werde das gefühl nicht los das es dich wenig interessiert was für Vorgaben für euch gelten. Dies würde dann auch erklären warum deine Frau weder auf Ebay noch auf Delcampe die Käufer belehrt.

Und auch dein Tip zu schreiben : "Kein Versand noch Deutschland" schlägt fehl !

Denn jetzt gilt : Nicht schreiben , machen.

D.h. du musst die "deutschen" bzw. EU-Käufer vom Kauf ausschliessen sodas keine möglichkeit besteht das diese bei euch kaufen können.

Das erspart dann natürlich die WRB und den Hinweis das ihr nicht an EU-Kunden verkaufen möchtet.

That`s EU ;-)...
06.05.15, 02:40:09

dieterm

(Mitglied)

...ich verstehe die Diskussion auch nicht so recht.

Die Sachlage ist eindeutig. Solange sich die Angebote bestimmungsgemäß auch an deutsche Abnehmer richten, gelten nach dem Marktortprinzip die Bestimmungen des Ziellandes.

Ich habe aktuell allein 2 einstweilige Verfügungen vorliegen, die sich gegen in Spanien ansässige Händler richten. Daneben ein Urteil in einer wettbewerbsrechtlichen Klage gegen einen in Spanien ansässigen Verkäufer. Zuständig ist (auch) jedes Landgericht in Deutschland. Das gilt grundsätzlich und Zustellungen sind in der EU durchweg problemlos.

Streitwerte: Ab 20.000,00 Euro

Allein die unzulässige Aussage "Versandkosten in andere Länder auf Anfrage" bewertet das OLG Hamm mit 20.000,00 Euro Streitwert.

Hinweise auf Wikipedia - quasi um Onlineangebote in rechtlicher Hinsicht selbst zu basteln - sind wenig sinnvoll. Vor allem kommt es auch nicht darauf an, ob der Handel seit 100 Jahren ohne Informationspflichten ausgekommen ist. Über Sinn oder Unsinn einiger Bestimmungen kann man trefflich streiten, beispielsweise darüber, welchen Sinn die Angabe der Vertragssprache haben soll oder die Angabe der Umsatzsteuer-ID, sofern eine solche vergeben ist. Dazu sagt das OLG Hamm (zutreffend), es sei nicht Aufgabe des Gerichts, darüber zu befinden, ob eine gesetzlich geforderte Angabe sinnvoll oder nicht sinnvoll sei. Im Briefmarkenbereich ist es diesbezüglich recht ruhig. Händler aus anderen Bereichen (z.B. Elektronik) können ein Lied davon singen. Seit Generationen wurde das Ladengeschäft erfolgreich betrieben. Jetzt heißt es: "Wir müssen auch online anbieten und verkaufen. In Heimarbeit wird der Onlineshop zusammengezimmert. Ein Jahr später sind die so agierenden Händler 10.000 Euro ärmer, weil die Widerrufsbelehrung Fehler enthielt, eine Angabe im Impressum fehlte, auf einem Artikel die durchgestrichene Mülltonne fehlte, die CE-Kennzeichnung statt auf dem Artikel nur auf der Verpackung war usw. usw.

Ich kann nur dringend empfehlen, solche Dinge ernst zu nehmen. Lernen durch Schmerz ist nur die zweitbeste Methode.

@ Juergen Kraft

Ich bin auch der Ansicht, daß die Angabe der Vertragssprache Unfug ist. Derjenige, der den Satz "Die Vertragssprache ist deutsch" lesen kann, sieht schließlich, daß die Vertragssprache deutsch ist. Derjenige, der es nicht lesen kann, dem nützt die Angabe nichts. Aber wie gesagt, über Sinn oder Unsinn mancher Bestimmungen kann man streiten.

http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article107439358/DIN-EN-12586-die-Schnullerkettenverordnung.html






"Das papierlose Büro wird ebenso wenig kommen wie das papierlose Klo."
Suche ständig Notopfer- und Wohnungsbaumarken und interessante Belege hierzu
06.05.15, 09:03:00
Gehe zu:
Forum Regeln:

Es ist ihnen nicht erlaubt, neue Beiträge zu schreiben.
Es ist ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu erstellen.
Es ist ihnen nicht erlaubt, ihre Beiträge zu bearbeiten.
Es ist ihnen nicht erlaubt, ihre Beiträge zu löschen.


HTML Code ist AUS
Board Code ist AUS
Smilies sind AUS
Umfragen sind AUS

Benutzer in diesem Thema
Es lesen 0 Gäste und folgende Benutzer dieses Thema:
Archiv
Ausführzeit: 0.0545 sec. DB-Abfragen: 14
Powered by: phpMyForum 4.1.4 © Christoph Roeder
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste und erhöhen deinen Komfort. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden! Datenschutzerklärung