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04.07.15, 20:45:48

Briefmarkentor

(Mitglied)

Auf ebay wird von der Verkäuferin "tante-hilda" ein Postwertzeichen der OPD Schwerin (Mi.-Nr. 27) mit Abschlag des Stempelgerätes (3) WISMAR / e (PLZ im Kreis) mit Datum vom 29.01.1946 angeboten. Im dem Buch "Mecklenburg-Vorpommern die Stempel der Postämter, Zweigpostämter und Poststellen 1945-1952" von Richter wird als Verwendungszeitraum dieses Stempelgerätes nur der Juni 1948 angegeben. Für den Zeitraum Januar 1946 wird dagegen das Stempelgerät WISMAR / e genannt.

Da ich nicht davon ausgehen kann, dass die Daten im oben genannten Buch vollständig sind, möchte ich hier nachfragen, ob einem Leser ein geprüftes (BPP Kramp oder Thom) Postwertzeichen aus dem Zeitraum Januar 1946 mit diesem Stempelabschlag vorliegt?

04.07.15, 20:46:48

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo Briefmarkentor,

In der Stempeldatenbank kommen jeden Tag echte Abschläge, die Früh- oder Spätdaten erweitern. Dem Handbuch Autor lag offensichtlich genau ein Abschlag vor. Daher das Datum auf einen Monat beschränkt. Was soll denn an dem Stempel für "Falsch" sprechen? Die Frage: "...möchte ich hier nachfragen, ob einem Leser ein geprüftes (BPP Kramp oder Thom) Postwertzeichen aus dem Zeitraum Januar 1946 mit diesem Stempelabschlag vorliegt?" kann man zu sehr vielen Angeboten irgendwo stellen. Die richtige Frage wäre ja eher, ob denn eine aktuelle BPP-Prüfung "echt" ergeben würde. Die Antwort dürfte wohl "ja" sein.

Ein Indiz für eine Fälschung wäre beispielsweise das häufigere Vorkommen des Stempels. Du wirst den Abschlag nicht nur nicht häufig finden, sondern praktisch niemals. Zeige mir nur einen einzigen zweiten Abschlag dieses Stempels. Auch die Vorlage für das Handbuch wird nur ein Einzelstück gewesen sein.

Die missbräuchlich verwendeten Stempel in Mecklenburg-Vorpommern sind bestens bekannt und kommen jeweils in großen Mengen vor.

Vielen Dank jedenfalls für deinen Hinweis. Ich werde die Marke meiner Sammlung einverleiben.


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)
04.07.15, 21:51:30

tokahai

(Mitglied)

Bei tante-hilda hätte ich keine Bedenken etwas zu kaufen.
04.07.15, 21:59:48

CMN2014

(Mitglied)

geändert von: CMN2014 - 05.07.15, 00:19:45

Zitat von Juergen Kraft:
Hallo Briefmarkentor,

...

Vielen Dank jedenfalls für deinen Hinweis. Ich werde die Marke meiner Sammlung einverleiben.


Hallo,

verstehe ich nicht. Da doch Du, Jürgen Kraft (Betreiber dieses Boards) "tante-hilda" bist (bzw. Deine Frau), befindet sich die Marke doch bereits in Deinem Besitz - bzw. hättest Du sie Dir doch schön längst in Deine "Sammlung einverleiben" können.

Wie auch immer - ich halte es für legitim, bei Abschlägen nachzufragen, die z.B. bzgl. der zeitlichen Verwendung (noch) nicht dokumentiert sind.

Was mich, ganz allgemein (und tatsächlich ohne jeden Hintergedanken), interessieren würde, ist, wie es dazu kommen könnte, dass dieser Stempel offenbar nur 2 Mal dokumentiert ist, mithin also äußerst selten und mit einem sehr langen Zeitraum dazwischen genutzt worden ist.

Gruß
05.07.15, 00:15:42

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

wenn das Angebot jetzt beendet wird, sieht es so aus, als wäre die Marke zu beanstanden. Deshalb läuft das Angebot, wie eingestellt aus. Kauft keiner, wird sie nicht mehr angeboten. Was meine Frau aus ihren Beständen verkauft, lagert auf Loskarten. Meine Sammlung befindet sich in Alben.

Selten eingesetzte Stempelgeräte gibt es immer wieder und sind insgesamt, in der Summe verschiedener Geräte, nicht so selten. Der einzelne Abschlag von einem einzelnen Geröt schon.

Die Ursache ist einfach. Alle Postämter sind jeweils mit einer maximalen Anzahl an Geräten ausgestattet worden. Für jeden Schalter ein Gerät, für den Innendienst und den Amtsleiter Geräte usw. Besonders vor Feiertagen wurden, wegen erhöhten Postaufkommens, mehr Beamte, Schalter und Geräte eingesetzt.

In Frankreich und Japan gibt es für solche zusätzlichen Entwertungen, mit sonst nicht verwendeten Geräten sogar Fachausdrücke.


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)
05.07.15, 01:05:44

Briefmarkentor

(Mitglied)

Folgende zwei Punkte lassen mich zweifeln:

Bei allen mir vorliegenden Stempelabschlägen mecklenburgischer Postanstalten aus dem fraglichen Zeitraum sind die Postleitzahlen in Klammern gefasst. Eine in einem Kreis eingefasste Postleitzahl taucht erst ab August 1946 auf. Angesichts meiner kleinen Sammlung zugegebenermaßen ein sehr schwaches Indiz.

Richter führt in seinen Buch für den Januar 1946 die Verwendung des Zweikreisstegstempels WISMAR / e auf. Auch dies nur ein schwaches Indiz. Jetzt unterstelle ich dem Autor aber, dass ihm ein entsprechender Stempelabschlag vorlag. Das danach auf dem Postamt Wismar zeitgleich ein Zweikreisstegstempel WISMAR / e und ein aptierter Zweikreisstegstempel (3) WISMAR / e (PLZ im Kreis) in Gebrauch war, bezweifle ich.

Eine entsprechende Prüfung durch Herrn Kramp (BPP) wäre sehr wünschenswert. Gerne beteilige ich mich an den Prüfungskosten, wenn denn das Prüfungsergebnis hier veröffentlicht wird.
05.07.15, 01:40:34

Briefmarkentor

(Mitglied)

Zitat von tokahai:
Bei tante-hilda hätte ich keine Bedenken etwas zu kaufen.


Fehler unterlaufen uns allen und allwissend ist niemand.

Gerade bei sich widersprechenden Angaben und nicht in die Systematik passenden Merkmalen finde ich legitim und notwendig, Dinge zu hinterfragen. So können wir alle lernen.
05.07.15, 02:16:54

Juergen Kraft

(Mitglied)

Zitat von Briefmarkentor:
... Gerade bei sich widersprechenden Angaben und nicht in die Systematik passenden Merkmalen finde ich legitim und notwendig, Dinge zu hinterfragen. So können wir alle lernen.


Hallo Briefmarkentor,

welche Angaben widersprechen sich denn? Ich sehe keine. In dem Handbuch von Richter ist wohl der Zeitraum nicht genannt, weil den Autoren dieser Zeitraum nicht belegt ist. Ein Fall der sehr häufig vorkommt, selbst bei sehr viel besser erforschten Gebieten, wie z.B. Berlin.

Was soll denn nicht in die Systematik passen? Die "3" im Kreis kann sogar schon 1944 eingelötet worden sein. Da es mehr Geräte gab, als offene Schalter, wurde der Stempel mit der üblichen 3 in Klammern bevorzugt.

Wer kann denn den Zweikreisbrückenstempel WISMAR e ohne die zusätzliche zeigen?

Lieber Briefmarkentor, hast du denn Zweifel daran, dass der Abschlag von einem echten Gerät stammt? Falls es etwas gibt, was man prinzipiell lernen könnte, dann die Merkmale, die Abschläge echter Geräte zeigen. Dazu habe ich hier an anderer Stelle, vielfach geschrieben.

Fazit: Was können wir alle lernen? Um Fragen nach Verwendungszeiträumen zu beantworten, brauchen wir zweifelsfreie Belege. Sogenanntes Vergleichsmaterial!

Ich vermute, dass wussten schon einige ...

J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)
05.07.15, 13:10:41
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