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Dr. R. Fischer Auktion 159. Auktion Nachverkauf

Bergedorf Ratgeber

Von den Briefmarken Bergedorfs gibt es sehr viel mehr Fälschungen, Neudrucke/Nachdrucke und falsche Stempel, als Originalmarken.

Deshalb sind auch von den Marken die ungeprüft angeboten werden, fast alle falsch. Von den Marken die eine sogenannte Altsignatur tragen, sind sicher auch noch über die Hälfte falsch. Mit Hilfe dieser Anleitung kann man jedoch meist die Spreu vom Weizen trennen.

Alle Marken stehen im gleichen Größenverhältnis. Das Format der Marken wächst mit der Wertstufe. Alle Formate variieren, sogar im selben Bogen, abhänig vom Bogenfeld. So kann Höhe oder Breite bis zu einem Millimeter abweichen. Die absolute Größe ist kein Echtheitsmerkmal. Die Behauptung in Katalogen, die 1/2 SCHILLING auf blau wäre klar kleiner, als die grünlichblaue Marke (im Michel als mittelpreußischblau bezeichnet), kann wahr sein, muss es aber nicht. Sucht man nach einer großen Michel-Nummer 1b und einer kleinen 1a, ist der Größenangabe anders herum!

Die Kennzeichen der echten Bergedorfmarken

  1. 1/2 Schilling auf blau: Im Kettenring unter dem zweiten "E" in "BERGEDORF" ist mitten im Kreis ein waagrechter Strich. Das "A" in "POSTMARKE" hat einen deutlichen Querstrich. Der Adlerkopf ist weder schwarz noch viel heller, als der Rest des Adlers.
    Bergedorf Original der Nr. 1a Bergedorf Original der Nr. 1b
    Viererblock der 1b
    Bergedorf Original Viererblock der Nr. 1b
  2. 1 Schilling auf weiß: ebenso waagrechte Striche in den Kettengliedern, jeweils zum Buchstaben hin gesehen unter dem "I" von "EIN", unter dem zweiten "E" von "BERGEDORF" und über dem ersten "L" von "SCHILLING"
    Bergedorf Original der Nr. 2
  3. 1 1/2 Schillig auf gelb: der Strich wie oben, über dem ersten "L" von "SCHILLING" und unter der Kugel unter dem Schwarzen "L" ein Punkt. Jedes Feld des Bogens zeigt eine etwas andere Zeichnung. Nachfolgend zwei Beispiele für Originale.
    Bergedorf Original der Nr. 3 Bergedorf Original der Nr. 3
  4. 3 Schillinge blau auf rosa: der Strich wie oben, über dem ersten "L" von "SCHILLING". Die rechte Senkrechte des "M" in "POSTMARKE" ist durch feine Strichelchen abgetrennt.
    Bergedorf Original der Nr. 4
  5. 4 Schilling auf chamois: Im Kettenring unter "IE" von "VIER" ein winziger Punkt, der an die Inschriftenleiste stößt. Links in den Hintergrundlinien, auf drei Uhr, also in der Mitte des Kreises links, gibt es keinen Strich nach rechts oben. Der befindet sich aber auf fast jedem Neudruck. Neudrucke ohne den Strich, zeigen den Adlerkopf mit "Pickelhaube", also einem Strich nach oben.
    Bergedorf Original der Nr. 5

Die Nachdrucke, bzw. privaten Neudrucke

Ich verwende absichtlich den Begriff (privater) Neudruck, da die Drucke des Händlers Moens vom Originaldruckstein abstammen. Ein Nachdruck ist nachgeahmt und kann jede beliebige Fälschung sein.

Die Nr. 1 wurde in den Jahren 1872 und 1887 von Umdrucken des echten Ursteins neu gedruckt. Beide Neudrucke sind leicht am "A" in POSTMARKE zu erkennen. Der Querstrich fehlt! Oben rechts, im "N" von "EIN", ist immer ein schwarzer Punkt.

Der Neudruck von 1872 kann auf schlechten Scans mit dem Original verwechselt werden. In der Vergrößerung sieht man den fehlenden Querstrich gut.
Bergedorf Neudruck 1872 der Nr. 1 (1NDI) Bergedorf Neudruck 1872 der Nr. 1. Detail fehlender Querstrich im A
Bei der Auflage von 1872 ist der Adlerkopf fast schwarz. Oben im Bild ist eine besonders dunkle Marke zu sehen. Die häufigere Auflage von 1887 zeigt einen helleren Adlerkopf. Wie der ausfallen kann, zeigt sehr schön der folgende Viererblock.
Bergedorf Neudruck 1887, Viererblock der Nr. 1 (1NDIII)


Die Nr. 2 wurde in den Jahren 1872, 1887 und 1888 von Umdrucken des echten Ursteins neu gedruckt.

Kennzeichen des Neudrucks von 1872: Die vier Einsen in den Ecken haben stark nach links verlängerte, waagrechte Fußstriche, die nach oben gebogen sind. Alle Neudrucke der Nr. 2 haben rechts am Turm einen nach unten gebogenen Strich.
Bergedorf Neudruck 1872 der Nr. 2 (2NDI)

Kennzeichen des Neudrucks von 1887: Wertziffern als senkrechte Rechtecke
Bergedorf Neudruck 1887, Viererblock der Nr. 2 (2NDIII)

Kennzeichen des Neudrucks von 1888: Druckbild fast wie beim Original aber nur Reste von Wellenlinien im Kettenkreis und der bei allen Neudrucken der Nr. 2 vorhandene Strich, rechts am rechten Turm.
Bergedorf Neudruck 1888, Viererblock der Nr. 2 (2NDIV)


Am einfachsten zu erkennen ist die Nr. 3. Bei dieser Marke kann man einfach an der Währungsangabe feststellen, ob es ein Neudruck sein muss. Bei Originalen heißt die Währung SCHILLING (ohne E am Ende). Bei den Neudrucken SCHILLINGE (mit E am Ende). Das kann man auch am schlechten Scan leicht erkennen!

Nachfolgend der Neudruck aus dem Jahr 1872, erkenntlich eben an dem "E"
Bergedorf Neudruck 1872 der Nr. 3 (3NDI)

Der Neudruck von 1887 zeigt einen Punkt über dem Adlerschnabel oder den Adler mit "Horn"
Bergedorf Neudruck 1887 der Nr. 3 (3NDIII)

Es gibt Ganzfälschungen mit der richtigen Währungsangabe. Deshalb noch einige zusätzliche Merkmale echter Bergedorfmarken. Das Wellenmuster im Mittelkreis zeigt Wellen, keine Bögen. Die Kettenglieder sind alle gleich groß und tadellose, runde Kreise. Bei Nr. 3 haben Originale und Neudrucke von Moens je 55 Kettenglieder.

Ganzfälschung mit unförmigen, aber ebenfalls 55 Kettengliedern.
Bergedorf Ganzfälschung der Nr. 3


Die drei Neudrucke der Drei Schillige (Nr. 4)

Neudrucke der DREI SCHILLINGE gibt es aus den Jahren 1872, 1887 und 1888. Beim Oiginal ist die rechte Senkrechte des "M" durch Strichelchen abgetrennt, bei den Neudrucken nie. Bei den Neudrucken fehlt auch das Wellenmuster des Hintergrundes unter Kopf und Hals des Adlers. Es gibt weitere Merkmale der Originale, siehe oben.

Nachfolgend die Merkmale der verschiedenen Neudruckauflagen der DREI SCHILLINGE.

Recht ähnlich dem Original ist der Neudruck von 1872. Dieser Druck hat auch einen sehr echt ausehenden Gummi. Die blaue Farbe sieht fleckig aus, fast wie aus einem Kugelschreiber ausgelaufene, blaue Farbe.

Bergedorf Neudruck von 1872 der Nr. 4

Diese Marke ist jedoch auf bläulichem Papier gedruckt an Stelle von rosa Papier beim Original. Am unbedruckten Papier oder von der Markenrückseite, sieht man das gut. Von der Vorderseite aus gesehen, täuscht die Papierfarbe durch das Blau der Druckfarbe. Hinzu kommt, dass die Papierfarbe oft mehr oder weniger ausgewaschen ist. Oft täuscht deshalb die Papierfarbe über die Neudrucktype. Es gibt aber ein ganz einfaches Merkmal. Im Wort SCHILLINGE ist oben in den Buchstaben von SCHIL eine waagrechte Linie in Druckfarbe. Siehe nachfolgendes Detailbild.

Bergedorf Kennzeichen des ND4I

Diesen Strich gibt es nur beim Neudruck der DREI SCHILLINGE von 1872.

Der Neudruck von 1887 ist auf lebhaft rotviolettem, ungummierten Papier gedruckt. Weil ohnehin ungummiert, wurden diese Neudrucke oft gewaschen. Der wirklich grelle Farbton unberührter Stücke, geht dabei verloren.

Bergedorf Kennzeichen des ND4III

Wichtigestes Kennzeichen des Neudrucks von 1887 ist neben der grellen Papierfarbe, die hellgraublau wirkende Druckfarbe. Der 1872er Neudruck ist ja gut an dem Strich in SCHILLING zu erkennen. Der Neudruck von 1888 hat wieder Gummi und eine schwarzblaugrau wirkende Druckfarbe. Die Information mancher Ratgeber, man würde diesen Neudruck an den nur schwach vorhandenen Wellenlinien erkennen, ist wenig hilfreich, weil alle Neudrucke der Nr. 4 dieses Kennzeichen haben. Die Papierfarbe kann verblassen, die Druckfarbe bleibt als wichtigstes Merkmal zur Unterscheidung zwischen 1887 und 1888 Neudruck der DREI SCHILLINGE. Es gibt auch noch einen Unterschied, an dem man die drei Neudruckauflagen sogar am schwarzweiß Bild identifizieren kann. Die Auflage von 1888 hat einen Strich im C von SCHILLING von unten nach oben ins "C" hineinragend. Genau genommen kann man alleine am "C" von SCHILLING die Auflage erkennen. Nachfolgend noch eine besonders markante Marke aus dem hunderter Bogen des Neudrucks von 1887. Es ist Feld 64 des 100er Bogens. Das "A" ist rechts beschädigt und das folgende "K" in POSTMARKE ebenfalls. Das so beschädigte "A" kommt in jeder Marke der sechsten Reihe dieses Bogens vor. Also Feld 61-70.

Der Neudruck der DREI SCHILLINGE von 1888

Bergedorf Kennzeichen des ND4IV


Die drei Neudrucke der Vier Schillige (Nr. 5)

Neudrucke der VIER SCHILLINGE gibt es aus den Jahren 1872, 1874 und 1887.

Die Auflagen lassen sich sehr leicht unterscheiden. Das ginge sogar ohne Bild. Beim Neudruck von 1872 ist auf 9 Uhr (also links in der Mitte) am Kreis ein Strich nach oben im inneren Kettenkreis und das R und G in BERGEDORF sind durch Punkte verbunden, meist am Fuß völlig zusammengewachsen.

Bergedorf Kennzeichen des ND5I

Beim Neudruck von 1874 ist der Strich wieder weg. Dafür ist am Adlerkopf ein dicker Strich senkrecht. Man sagt scherzhaft dazu: Adler mit Pickelhaube.

Bergedorf Kennzeichen des ND5II

Die Pickelhaube
Adler mit Pickelhaube

Der Neudruck von 1887 sieht aus, wie der von 1872, aber mit sauber getrenntem RG

Bergedorf Kennzeichen des ND5III


Ganzfälschungen

Bei den meisten Ganzfälschungen sind die einzelnen Kettenglieder unterschiedlich groß oder in unterschiedlichem Abstand. Bei den Originalen und den Nachdrucken von Moens sind die Kettenglieder gleichmäßige Kreise in gleichmäßigem Abstand, wie oben auf den Bildern zu sehen.

Bergedorf Fälschung EIN SCHILLING Bergedorf Fälschung DREI SCHILLING Bergedorf Fälschung DREI SCHILLING mit Falschstempel Bergedorf Fälschung Typ III der VIER SCHILLING Bergedorf Fälschung VIER SCHILLING

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