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Dr. R. Fischer Auktion 159. Auktion Nachverkauf

Braunschweig

Von allen Braunschweig Briefmarken gibt es Ganzfälschungen, Stempelfälschungen und Nachgummierungen. Dazu natürlich, wie bei allen Gebieten, Reparaturen und Verfälschungen aller Art. Bei Braunschweig speziell noch falsche Durchstiche.

Braunschweig, ein Sammelgebiet das zu Altdeutschland gehört und das zwischen dem 1. 1. 1852 und 31. 12. 1867 eigene Marken verausgabte. Ab dem 1. 1. 1868 kamen die Marken des Norddeutschen Postbezirkes zur Verwendung.

Alle Marken im Querformat haben bei gleicher Zeichnung, die gleichen Echtheitsmerkmale. Das betrifft die 1/3, 1, 2 und 3 Sgr.

Die Fälschungen sind in ganz unterschiedlicher Qualität. Es werden aber selbst besonders schlechte Fälschungen, immer wieder als echte Marken angeboten. Nachfolgend links eine echte 1/3 Sgr. (entsprechend 4 Silberpfennigen) und rechts eine Fälschung Typ 5. Die Fälschung ist eine der primitivsten Fälschungen dieser Marke und fällt sofort auf, weil in der echten Abkürzung "SILBR." das "R" am Ende einfach fehlt. Bei den meisten Fälschungen sind auch die Steine unter dem Pferd anders angeordnet und geformt. So gibt es bei der Fälschung einen runden Stein. Ebenfalls findet man oft Abweichungen in der Breite der Buchstaben. Hier bei der Fälschung Typ 5 ist das "H" zu schmal. Die Ovale mit den Wertziffern haben oft eine andere Form. Hier im Beispiel sind die Ovale weniger breit, als bei den Originalen.

Original 1/3 Sgr. Fälschung Typ 5


Nachfolgend im Bild eine 3 Sgr. Marke, konkret die Mi.-Nr. 3, eine 3 Sgr. in orangerot. In karmin und lilarot gibt es die Marke auch, dann ist es Nr. 12
Zunächst ein Original, eine echte Nr. 3 mit echtem Stempel von Wolfenbüttel. Der Stempel hier in schwarz ist seltener, meist ist der Ortsstempel in blau abgeschlagen.


Hier unten nun, eine Fälschung mit falschen Stempel. Gefälscht ist hier genau der obige, echte Stempel. Wie in meinem Ratgeber für Stempel erklärt, typisch für schlechte Falschstempel, die Kreise sind nicht wirklich rund. Die Buchstaben hier konkret zu breit und die Stempelfarbe in Papiertonnengrün, hat keine Ähnlichkeit mit echten Abschlägen.


Die Unterschiede zwischen Original und Fälschung sind gewaltig. Man vergleiche nur das Band, oben rechts. Es ist völlig frei gestaltet.. Trotzdem ist die falsche Marke bei Ebay von einem Briefmarkenhändler mit 5000 Punkten, als Echt verkauft worden. Der Händler ist ehrlich (kennt jedoch kein Altdeutschland), gibt lange Rückgaberecht und der Käufer ist nur zum Teil zu Schaden gekommen. Der hat nämlich die Marke zum Prüfen geschickt und eben als FALSCH zurück bekommen. Das macht eine Menge Arbeit und auch die Rücksendung usw. ist mit unbezahlter Arbeit verbunden. Das ist Bananenpolitik, man lässt das Produkt beim Kunden reifen!
Das eigentliche Problem eines solchen Angebotes liegt jedoch auf einer anderen Ebene. Ein solches Angebot, es ist ja nur eines von tausenden ähnlicher Angebote, ruiniert den Briefmarkenmarkt, bzw. hat den Briefmarkenmarkt bei Ebay ruiniert. Warum ist leicht erklärt. Der einfache Ebayer hält solche Angebote für echt. Er beobachtet die Preise und bietet auch irgendwann einmal selbst mit. Die Marke steht mit € 300,- im Katalog und der Verkaufspreis war € 12,38, also 4% vom Katalogwert. Daraus schließt der potentielle Käuferkreis, Altdeutschland in akzeptabler Qualität kostet 4% vom Michel!

Für die Laien nun noch ein Hinweis. Selbstverständlich sehen alle ernsthaften Sammler, dass die Marke falsch ist. Deshalb bieten nur Laien auf solche Marken. Ja, nur Laien bieten auf solche Fälschungen! (Auch Händler können vom Sachverstand her Laien sein.) Weil also ernsthafte Gegengebote fehlen, bleiben die Preise bei ca. 4% stehen. Im letzten Monat wurde eine Thurn & Taxis Sammlung mit über 1.500,- Michel echter Marken mit echten Stempel, wenn auch in unterschiedlicher Erhaltung, für 25,- verkauft. Das sind 1,6% vom Michel. Offensichtlich sind also heute 1,6% vom Michel der Preis für Sammlungen echter Marken.

Vor einigen Jahren noch, haben selbst zerfetzte Knochen zwischen 5%-10% bei Ebay gebracht. Die Zeiten sind lange vorbei. Selbst einwandfreie Attestware mit schmalen Rändern oder weniger schönen Stempeln, bringt oft keine 20% Michel. Was können also ehrliche Anbieter einwandfreier Marken machen? Eigentlich nichts, als drauflegen. Wer schon pleite ist oder sonst nicht drauflegen möchte, kann den Verkauf bei Ebay einstellen oder als Notlösung eben auch nur minderwertigstes Material oder gleich Teil- oder Ganzfälschungen anbieten. Das führt zu einer Spirale sinkender Qualität und sinkender Preise.

Zurück zum Sammelgebiet Braunschweig. Bleiben wir bei einer 3 Sgr. Marke auf weißem Papier. Unten zeige ich eine falsche Nr. 12. Hier wurde versucht, das Rosa zu imitieren. Es fällt gleich auf, das Markenbild ist nicht vollständig gedruckt. Es fehlen einfach viele Teile. Das gibt es bei echten Briefmarken nie. Auch der Falschstempel zeigt wieder typische Eigenschaften falscher Stempel. Hier die mitklischierten Quetschränder, die alle Buchstaben verbeult aussehen lassen, statt sauber und gerade.


Als weiteres Beispiel unten, eine falsche Nr. 6 oder Nr. 11. Hier stimmt schon die Papierfarbe nicht. Diese Fälschung ist häufiger zu sehen. Unter dem Pferdebauch sieht man einen schwarzen Punkt (siehe Pfeil). Den gibt es nur auf diesen Fälschungen. Unter dem Pferd liegen drei Mehlsäcke. Die Krone ist nur sehr grob dargestellt. Die dünnen Striche des Stempels (es gibt leider auch einen echten dünnen Stempel) sollten immer schon ein Alarmsignal sein!



Deshalb unten ein Original zum Vergleich. Achten Sie auf die Buchstaben "B" "R" (echt schmaler) und "A" (ech breiter) aus BRAUNSCHWEIG. Die Unterschiede reichen zur Erkennung dieser Fälschung. Hier ist auch schön ein echter, typischer Nummernstempel zu sehen. Nr. 37 ist einer der häufigeren Stempel, die keinen Stempelzuschlag rechtfertigen. Häufig sind noch die Nummern: 8, 9, 21, 24 und 47.


Zum Abschluss noch ein dicker Hund. Die Marke habe ich bei Ebay gekauft und das Elend selbst erst nach der Lieferung gesehen. Die Abbildung beim Artikel war noch schlechter, nämlich auf einer riesigen, schwarzen Karte gescannt. Wie viele Stempelsammler auch, suche ich Fremdentwertungen. Hier Braunschweigstempel auf Thurn und Taxis Briefmarke. So sieht auch ein vollständiger Stempelabschlag eines Braunschweiger Nummernstempels in echt aus. Dieser Stempel ist jedoch eine Nachahmung, also ein Falschstempel. An diesem Scan bereits zu erkennen an der stark vom Original abweichenden "5" in der 15.


Extrem häufig sind falsche Stempel, meist auf falschen Marken, mit sehr dünnen Strichen. Man sieht diese Fälschungen oft in Lots und Sammlungen, aber auch einzeln angeboten. Hier ein Beispiel. Die dürren Striche auf einer weiteren Ganzfälschung. Auch ohne Vergleichsmaterial an unterbrochenen Strichen, verlaufen Buchstaben und schlechtem Druck zu erkennen. Siehe Band über PF. unterbrochen, senkrechte Striche hinter dem Pferd unvollständig usw.


Es gibt von Braunschweig auch allerlei Phantasiemarken, wie dieses Mädchen mit Reifen, auf dem Pferd. Das ist lustig, aber keine Briefmarke.


Zum Unterscheiden von echten und falschen Stempeln noch ein wichtiger Anhaltspunkt. Dazu eine Zeichnung auf der Sie sehen können, dass der Stempel in der Mitte kein Rechteck frei läßt, sondern eine flache Ellipse. Das haben die Fälscher fast immer übersehen.

Daneben gibt es noch auf insbesondere der letzten Ausgabe, viele falsche Ortsstempel. Natürlich besonders häufig auf der teuren 1/3 schwarz, aber auch auf billigeren Marken, siehe folgendes Bild. K1 in schwarz mit dieser Buchstabentype, gab es nicht zur Markenzeit Braunschweigs.


Hier ein größeres Bild der besprochenen Fälschung


Besonders die Krone und die Details unter dem Pferd sind stark unterschiedlich. Nachfolgend die verschiedenen Muster echter Marken:

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