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Sachsen Dreier, echt oder falsch

Der Sachsen Dreier, eine der bekanntesten deutschen Briefmarken, wurde schon früh und von allen bekannten Fälschern imitiert.

Nachfolgend einige Originale von verschiedenen Platten und Feldern. Insgesamt wurde von sechs verschiedenen Platten gedruckt. Im Bogen waren jeweils 20 Marken. Das gibt alleine 120 Feldmerkmale. Dazu kommen noch drei Farben. Zusätzlich gibt es Merkmale von Früh- und Spätdrucken einer Platte.

Hier zunächst ein paar Echtheitsmerkmale, die natürlich auch auf Fälschungen vorkommen können. Fehlen die Merkmale, sind die Drucke aber auf jeden Fall falsch.

1.) Die Linie ist unter dem "I" von "DREI" immer unterbrochen. 2.) Die Linie über "DR" ist an einigen Stellen unterbrochen. 3.) Offener Spalt. Das "G" in "PFENNIGE" ist niedriger als die anderen Buchstaben 4.) Unbedruckte Stelle im Hintergrund. 5.) Ein "X" im Hintergrund der Zeichnung. 6.) Der Abstand zwischen der Außenlinie und der Innenlinie ist unten schmaler als oben.

Um Fälschungen besser erkennen zu können, sollte man wissen, wie die Marke hergestellt wurde. Da sie nur als Provisorium gedacht war, wurde keine besondere Mühe für die Herstellung aufgewendet. Der Ursprung aller Marken ist ein Holzstich. Das mutet etwas nach Steinzeit an und ist ein ziemlich archaisches Verfahren. Von dem Holzstich wurde nicht direkt gedruckt, sondern damit wurde Gips oder Guttapercha geformt. Dieses Abdruckmaterial wurde nach dem Erhärten mit Schriftmetall ausgegossen. Um einen Bogen mit 20 Marken zusammenstellen zu können, mussten zwanzig solcher Abgüsse gemacht werden. Durch verschiedene Abdrücke in unterschiedlichem Abformaterial und durch unterschiedlich schnelles Erkalten des Metalls, sieht die Oberfläche jeder Marke, die später von dem Metall gedruckt wurde, anders aus. Daher rühren auch Größenunterschiede von mehr als einem Millimeter.

Originale
Sachsen Nr. 1, Platte III, Feld 1 Sachsen Nr. 1, Platte III, Feld 2 Sachsen Nr. 1, Platte III, Feld 5 Sachsen Nr. 1, Platte V, Feld 10

Die nachfolgend genannten Echtheitsmerkmale gelten für die meisten Stücke, aber eben nicht für alle. Es gibt echte Marken denen fehlt ein Echtheitsmerkmal und falsche Marken, die alle Echtheitsmerkmale in der Zeichnung aufweisen. In der Terminologie der Sachsenspezialisten werden die Platten mit römischen Zahlen nummeriert und die Felder als "Typen" bezeichnet. Möglicherweise gibt es im Bogen auch ähnliche Marken, die man dann als Type benennen kann.

Zu den Bildern oben, von links nach rechts.
1. Marke von Platte 3 Feld 1, wohl ein früher Druck, in allen Rosetten ist etwas mehr zu sehen als üblich. Insbesondere die Rosette (Kreis mit vier Strichen, wie bei einem Kompass) rechts unten, die ja normalerweise rechts keine Spitzen zeigt, also nur kurze Stummel statt Strichen nach rechts, hat hier vier lange Striche. Platte 5, Feld 12 zeigt ebenfalls die langen Zipfel.
2. Die zweite Marke ist ebenfalls Platte 2, nur ein Feld weiter, nämlich Feld 2
3. Daneben noch Feld 5 von dieser Platte
4. Die Unterbrechnung der Innenlinie oberhalb von "RE" von DREI ist zumindest nicht zu sehen. Bei dieser individuellen Marke hing wohl ein mitdruckender Fussel in der Lücke.

Betrachten wir weitere "Problemfälle", also verdächtig aussehende Marken die aber echt sind! Weitere Originale

Sachsen Nr. 1, Echt, aber kein X Sachsen Nr. 1, Echt, aber unklarer Hintergrund Sachsen Nr. 1, Echt, aber dünne Außenlinie Sachsen Nr. 1, Echt, aber lange Spitzen unten rechts
1. Bei der linken Marke oben ist das "X" nur zur Hälfte sichtbar, also nur ein Schrägstrich. Trotzdem ist die Marke echt. (Platte 1, Feld 19)
2. Die zweite Marke sieht der Speratifälschung ähnlich. Der Grund wird sicher darin liegen, dass Sperati eine ähnliche Marke zum Vorbild der Fälschung nahm. Sperati war ein Genie. Er hätte nie eine falsche Marke als Vorlage genommen.
3. Die dünne Außenlinie kann individuell vorkommen. Hier ist sie sogar teilweise unterbrochen. Gerade im Bereich der Außenlinie kann es natürlich auch zu Reparaturstellen und Nachmalungen kommen.
4. Hier eine weitere Marke mit langen Spitzen rechts an der Rosette im Kasten unten rechts.

Sicherheit gibt nur die Prüfung am Original durch den Fachmann. Dieser Ratgeber soll helfen einfache Fälschungen am Scan erkennen zu können. Er kann auch hilfreich sein, eine Marke als möglicherweise echt zu erkennen. Hilfreich ist die Tatsache, dass die meisten Fälschungen nicht im Buchdruck hergestellt sind.
Kein Buchdruck? Immer falsch!
Fehlen mehr als zwei Echtheitsmerkmale, kann man auch schon ziemlich sicher von einer Fälschung ausgehen.


Betrachten wir verschiedene, bekannte Fälschungen.

Hirschfeld-Fälschung
FALSCH! Hirschfeld Fälschung

In der Druckerei Hirschfeld wurden auch die echten Marken gedruckt. Die Fälschung ist nicht sehr gut gelungen. Der Druck sieht verwaschen aus. Umrandung und Rosetten sind den Originalen jedoch sehr ähnlich.


Fournier-Fälschung
FALSCH! Fournier Fälschung

Das Papier ist zu dick und zu gelblich, der Bereich um die Ziffer ist zu grob gezeichnet. Fournier hat für diese Fälschung möglicherweise kein Original zur Verfügung gehabt, sondern eine Schrödersche Lichtdruckfälschung. Dafür sprächen die Rosetten und die Schrift im Allgemeinen.

Gestempelte Fournier-Fälschung Gestempelte Fournier-Fälschung Gestempelte Fournier-Fälschung
FALSCH! Fournier Fälschungen mit Falschstempel SEBNITZ


Schrödersche Lichtdruckfälschung A  Schrödersche Lichtdruckfälschung B Schrödersche Lichtdruckfälschung B Schrödersche Lichtdruckfälschung B
FALSCH! Schrödersche Lichtdruckfälschung

Die Marke wurde in senkrechten Paaren gedruckt. Die obere Marke (Type "A") ist hier links zu sehen, die untere rechts (Type "B"). Bei beiden Marken ist die Senkrechte vorne, am mittleren Querstrich im "F" von Franco, sehr fein und hängt lang nach unten. Im Original ist diese Linie kurz und gedrungen. Merkmale der Type "A": In der Rosette links oben, geht der gebogene Strich rechts oben, bis in die Außenkante der Rosette. Das ist auch bei der Fournier so der Fall.
Die Umrandungslinie des großen Ziffernquadrates ist über dem letzten "E" von Pfennige zweimal unterbrochen. Bei der Type "B" ist die rechte Umrandungslinie des großen Ziffernquadrates oben offen. Die Lichtdruckfälschung ist zusätzlich am Original einfach zu erkennen. Die Zeichnung sieht unter der Lupe aus wie handgemalt. Das Papier des Originals ist rauh und minimal gelblich, der Druck scheint zur Rückseite hin durch. Das Papier der Fälschung ist dick, glatt, nicht durchscheinend und hat einen minimal bläulichen Schimmer. Die Markenfarbe tendiert eher zu kirchrot als zu ziegelrot.
Wie bei jeder Fälschung weicht alles ab. Der Fälscher hatte weder Original Druckstöcke, noch originales Papier noch originale Druckfarbe. Bei dieser Fälschung ist, wie so oft bei Fälschungen, auch das Druckverfahren selbst unterschiedlich. Das im Buchdruck hergestellte Original zeigt die typischen Eigenheiten des Buchdrucks. Das sind Farbquetschränder und das ist der sprichwörtliche "Eindruck" des Schriftmetalls in das Papier. Diesen Eindruck kann man am Besten gewinnen, indem man die Marke sehr schräg gegen eine Lichtquelle hält.


Goldner-Fälschung  Goldner-Fälschung
FALSCH! Goldner Fälschung

Die Umrandungslinien sind zu dünn, die Bögen in den Rosetten fehlen völlig. Die Marke sieht jedoch oberflächlich sehr gut aus. Der gut gelungene Falschstempel trägt zum guten Gesamteindruck bei.


Sperati-Fälschung Typ A Sperati-Fälschung Typ A Sperati-Fälschung Typ A ungebraucht
FALSCH! Speratifälschungen Typ A

Alle gezeigten Fälschungen haben auch einen Wert. Die Beste ist die Speratifälschung. Zu den wichtigen Kennzeichen dieser Fälschung gehört das "I" in "DREI". Die Serife ist oben links abgebrochen. Das ist selbst auf dem 200 Pixelbild zu sehen.
Von der beliebten Marke hat Sperati zahlreiche verschiedene Fälschungen angefertig. Hier im Bild ist mit "Reproduction A" benannte Marke zu sehen. Sperati hat diese Fälschung nach einem Original von Feld 20 (aus der Bogenecke unten rechts) einer Platte V angefertigt. Ein Merkmal dieses Feldes ist ein Punkt über dem hinteren "E" von PFENNIGE. Ein Merkmal der Sperati Sachsen 1850 "Reproduction A" ist das "S" von Sachsen. Die obere Serife berührt die darunter liegende Mitte des "S". Die hier nicht abgebildete "Reproduction B" ahmt ebenfalls eine Bogenecke nach. Es handelt sich da um Feld 20 von Platte IV. Sperati sammelte wohl echte Bogenecken "unten rechts".

Sperati Falschstempel:

Rahmenstempel:

1. LEIPZIG 10. OCT. 50
2. LEIPZIG 7 OCT.
3. LEIPZIG BAHNH 61
4. ... 1852

Großer K1
5. SCHNEEBERG

Normale K1
6. PLAUEN 4 JAN 52
7. PLAUEN 3 III 62 5
8. ZITTAU 8 NOV 50

K2 (22 mm)
9. CHEMNITZ 28 OCT 1850
10. DRESDEN 4-4½ 1 APR 50 (mit Sinn für Humor)
Sperati Stempel vom 1. April
11. DRESDEN 9-9½ 17 AUG 50

K2 (24 mm)
12. LEIPZIG 1½-2 1. JAN 51.
13. LEIPZIG 8-8½ 8. FEB 51.
14. LEIPZIG 8-8½ 24 FEB 51. (oben im Bild)
15. LEIPZIG 7-8½ 28 APR 51.
16. LEIPZIG 11½-12 11. JUL. 51.
17. ...PZIG 7-8½ 28 APR. 53.
18. LEIPZIG 1½-2 53.

K1
19. LEIPZIG 7-8 20. JAN. 52
20. - 21. Vollgitterstempel
22. Nur die Kreise eines K2
23. - 28. Nummernstempel als Teilabschläge
29. Gitter-Nummernstempel 15
30. Gitter-Nummernstempel 83

K2 aus 1861-1862
31. LEIPZIG II-IV 61.
32. LEIPZIG I-VII 5 61.
33. LEIPZIG 7-XII IX½ 61.
34. LEIPZIG 13 III 4 62.


Alte Fälschung
FALSCH! Detail einer weiteren, klassische Fälschung

Hier das Merkmal "zu lange Spitzen am Stern rechts in der Rosette unten rechts". Hier ist auch die äußere Umrandungslinie zu dünn und das "X" im Hintergrund über dem "CO" fehlt.


Buchdruck-Fälschung nach Platte V, Type 3
FALSCH! Buchdruckfälschung nach 1935 mit Merkmalen der Platte V, Type 3.

Der gesamte Hintergrund ist nicht richtig gedruckt. Die meisten Details fehlen. Sehr raues, stark holzhaltiges Papier. Die Buchstaben sind zu dünn. Das zweite "S" in SACHSEN ist unten zu eng.


Fälschung vom 1960
FALSCH! Fälschung aus den 1950-1960er Jahren.

Die meisten Echtheitsmerkmale sind vorhanden. Über "RE" von "DREI" zeigt der Rahmen eine zu große Lücke. Ebenso unter dem "I". Die Breite der Unterbrechungen und die Kombination, gibt es bei keinem Original. Die Zeichnung zeigt natürlich noch in unzähligen weiteren Details Unterschiede. Diese Fälschung zeigt auch extrem breite Ränder, wenn man die nicht abgeschnitten hat. Die Fälschung ist, in dem Buch von Georg Bühler (1978), auf der Abbildung der primitiven Fälschungen (Seite 215), in der oberen Reihe, ganz rechts, abgebildet.


Hochdruckfälschung im eigenen Design Hochdruckfälschung mit kurvigen Sternen
FALSCH! Moderne Fälschung, die so etwas wie Quetschränder zeigt. Eventuell von einem Gummiklischee. Die winzigen Punkte an den Außenkanten, dort wo sonst die Quetschränder sind, sprechen für eine Bearbeitung auf dem Computer mit einem Zwischenschritt auf einem 600 DPI Laserdrucker. Den braucht man zur Herstellung der Gummiklischees.

Alle Eckornamente zeigen Sterne die nur aus Kurven (statt auch Geraden) gezeichnet sind und die jeweils an allen vier Enden in einer Spitze auslaufen. Die Bogen in den Eckornamenten sind groß und gleichmäßig gebogen. Von links oben sind es 4-3-3-3 Bogen in den jeweiligen Ornamenten. Buchstaben in einer Schrifttype mit stark übertriebenen Serifen, meist massiven Dreiecken. Die üblichen Echtheitsmerkmale fehlen. Die Fälschung ist noch weniger häufig und wurde wahrscheinlich nach dem Vorbild einer anderen Fälschung hergestellt. Die abgebildete Fälschung zeigt einen gut aussehenden Achteckstempel mit zwei Zeilen von LEIPZIG. Diese Stempelform gab es 1850 noch nicht. Das gezeigte Beispiel ist auf bläulichem Papier gedruckt.


Flachdruckfälschung im eigenen Design Flachdruckfälschung im eigenen Design
FALSCH! Flachdruckfälschung älteren Datums, die in jedem Detail frei gestaltet ist. Die Druckbilder stehen mit großem Abstand im Bogen und fallen oft durch zu breite, weiße Ränder auf.

Alle Eckornamente mit großen Sternen und jeweils vier Bögen. Andere Schrifttype. Große "3" nicht mit Dreiern gefüllt sondern mit Strichen. Diese Stücke waren vermutlich Werbegeschenke und zeigen absichtlich eine starke Abweichung von Originalen.


Buchdruck-Fälschung als Kehrdruck-Kleinbogen Buchdruck-Fälschung als Kehrdruck-Kleinbogen Detail DREI
FALSCH! Neuere Buchdruckfälschung die fast alle Echtheitsmerkmale zeigt.

Die bei echten Marken unterbrochenen Linien rund um das Wort "DREI" sind jedoch durchgehend. Das Papier ist zu glatt und zu gelb. Die Farbe der Marke ist zu orange. Der Druck ist insgesamt etwas zu fett. Dadurch hängen viele Buchstaben oder auch die Füße des "H" in "SACHSEN" zusammen.


Moderne Fälschung = wertloser Müll. Bitte in die Papiertonne entsorgen  Moderne Fälschung im Detail
FALSCH! Moderne Fälschung um 1980

Gleiche Fälschung mit falschem K1 GLAUCHAU 19. AUG. Daneben Detail der verbogenen Randlinie. Neben dem unten zu schmalen zweiten "S" in Sachsen ein leicht zu erkennendes Merkmal.
Moderne Fälschung mit Falschstempel  Moderne Fälschung im Detail linke Randlinie
FALSCH und Stempel falsch! Beulenpestfälschung

Bogenfälschung, die versucht die Feldmerkmale zu übernehmen. Dieses Stück ist rückseitig mit "Replik" gekennzeichent. Zu dünne Linien. Alle Buchstaben und Striche sehen völlig verbeult aus. Die bogenförmigen Striche in den Rosetten sind zu eckigen Klammern mutiert. Erbärmlicher Schund, ohne Wert! An der Marke kann man die Theorie bestätigt finden, dass Fälscher aus Informationen lernen. Die Marke zeigt praktisch alle ganz oben, beim Original, genannten Echtheitsmerkmale. Andererseits zeigt die Marke auch deutlich, dass die gesamte Ausführung erheblich primitiver geworden ist. Trotz aller Echtheitsmerkmale sieht die Marke, schon auf den ersten Blick, falsch aus.

Hier eine Fälschung im Einsatz auf Brief.

Scherzartikel

Noch ein Exemplar aus der Fliesbandproduktion.

Falschstempel Leipzig 22. Jul 1851


Eine besonders primitive Fälschung zeigt dünne Buchstaben, nach rechts und links offene Hintergrundzeichnung und einen senkrechten Strich, links oben in der großen "3". Jede der Marken zeigt den senkrechten Strich. Es gibt kein Original mit diesem Strich. Die Fälschung im "Bogen"
Primitive Fälschung im Bogen

Der Strich im Detail:
Besonders primitive Fälschung


Betrug mit Fotokopien. Seit etwa 2010 werden verstärkt auf Ebay Fotokopien und Computerausdrucke echter Briefmarken, als "aus alter Sammlung", "mit Falz" und weiteren Legenden angeboten. Optimierte "Geschäftsmodelle" ergänzen noch "ich kann für die Echtheit nicht garantieren, weil ungeprüft". Damit bleiben die Opfer dann auf oft mehren hundert Euro Schaden sitzen. Der unten gezeigte Ausdruck wurde unzählige Male hergestellt und verkauft.
Betrug mit Fotokopien 
Fotokopie!


Moderne Fälschung, wertloser Müll
FALSCH! Moderne Fälschung

Neben den klassischen Fälschungen gibt es unzählige moderne Fälschungen. Eine häufige Fälschung aus der Zeit um 1980 ist die obige Marke. Diese Stücke haben keinen Wert.

Ich selbst habe schon bei Ebay Sachsendreier erstanden, die in Wahrheit Ausschnitte aus Auktionskatalogen (die sehen immer echt aus) waren oder auf dem Computerdrucker "hergestellt" wurden.

Bei Marken in dieser Preislage sind echte Marken praktisch immer geprüft. Zu einer echten und einwandfreien Sachsen Nr. 1, gibt es auch so gut wie immer ein Attest. Neben leicht erkennbaren Imitationen sind heute hunderte verschiedener Fälschungen auf dem Markt. Bogen zu 20 Fälschungen gibt es "schon" für 5,- Euro zum Festpreis. Moderne Fälschungen sind wertlos! Der Markpreis von 25 Cents pro Stück ist für die Verkaufskosten und nicht für einen Warenwert.


Die 5 Ngr. und 10 Ngr.

Die zweithäufigste Sachsenfälschung will ich auch noch kurz vorstellen. Es ist die 10 Ngr. blau. Originale sind im Stichtiefdruck hergestellt, die alten Fälschungen im Lichtdruck, neuere Fälschungen meist im Offsettdruck.

10 Sgr. Fälschung  10 Ngr. Fälschung mit falschem Nummerngitterstempel 32
FALSCH mit falschem Stempel!

10 Sgr. echt
ECHT!

Der Stichtiefdruck hinterlässt immer eine Tönung in Markenfarbe auf dem Papier. Die Druckfarbe steht erhaben auf dem Papier. Das gesamte Bild ist detailreicher und wirkt gegenüber der Fälschung regelrecht dreidimensional.

Tatsächlich gibt es auch eine Stichtiefdruckfälschung. Das Kennzeichen dieser Fälschung sind viel schmalere Buchstaben im Wort SACHSEN. Vergleichen Sie das Wort immer mit dem Bild der echten Marke oben. Achten Sie auf das erste "S". Nachfolgend ein Bild der Fälschung

10 Sgr. Stichtiefdruckfälschung 10 Sgr. Stichtiefdruckfälschung
Stichtiefdruckfälschungen!


Hier noch ältere Ganzfälschungen ("S" und "N" zu schmal)

Ganzfälschung mit Falschstempel Ganzfälschung Typ schmales N in SACHSEN Ganzfälschung Typ schmales N in SACHSEN
FALSCH mit falschem Stempel!

Zum Vergleich links eine echte 12aa und daneben eine echte 12e. Die oben gezeigten Fälschungen sind nicht im Stichtiefdruck hergestellt und zeigen deshalb ein scheinbar kontrastreicheres Bild. Beim Stichtiefdruck, dem Druckverfahren der echten Marken, erzeugen tiefere Gravuren stärker gefärbte Flächen. Bei den üblichen Druckverfahren der Fälschungen, Steindruck, Buchdruck und Offsetdruck, ist jede eingefärbte Stelle gleich hell oder dunkel.
Sachsen 12aa, echt Sachsen 12e, echt


Fälschungen von Essays der Firma Hirschfeld

Geradezu inflationär werden sogenannte Probedrucke der Firma Hirschfeld angeboten. Diese Druckerei stellte die Sachsenmarken Nr. 1 und Nr. 2 her. Die extrem seltenen Essays sind in einer Qualität gedruckt, die vergleichbar mit einer Sachsen 2I ist. Ein sauberer Druck in intensiven Farben. Diese Originale zeigen ein "C" in "SACHSEN" dessen Enden sich fast berühren. Auf den schlechten modernen Fälschungen ist dieses fast geschlossene "C" wieder zu sehen. Die Firma Hirschfeld hat im Jahr 1900 diese Essays nachgedruckt. Diese Drucke sind zwar von der Firma Hirschfeld, aber weder amtlich autorisiert, noch von originalem Druckmaterial. Auf dem folgenden Bild ist links ein Original, in der Mitte der Nachdruck (= Fälschung) und rechts die allgegenwärtige, moderne Fälschung. Die grellen Farben und das weiße Papier machen die Fälschung leicht erkennbar. Der Nachdruck von 1900 sieht zwar deutlich älter aus, ist aber am offenen "C" leicht zu erkennen. Das Oval ist auch nicht wirklich oval und der Druck wirkt "trocken".

Echt - Falsch - FalschEcht - Falsch - Falsch

Der Wert des Nachdrucks von 1900 dürfte ein paar Euro betragen, die moderne Fälschung ist wertloser Müll. Ein Merkmal der Fälschung rechts, ist noch das etwas kleinere Markenbild.

Auch von den Probedrucken zur Nr. 2 gibt es diese Nachdrucke. Durch das erste "e" in Pfennige geht ein senkrechter Strich. Der Strich stammt vermutlich von einer Annulierung der echten Druckplatte und trennt auch oben beim zweiten "S" in "SACHSEN" die Serife oben rechts ab. Nachfolgend Schwarz- und Gründruck als Nachdruck

Nachdruck des Probedrucks der Nr. 2 Nachdruck des Probedrucks der Nr. 2 Nachdruck des Probedrucks der Nr. 2 in Grün Nachdruck des Probedrucks der Nr. 2 in Grün

Vermutlich wurden die Essays auf gleiche Weise hergestellt, wie der Sachsen-Dreier. Ein aus Hartholz geschnitzter Urstempel des Wappens wurde zur Prägung einer Form verwendet. Die Form wurde mit Schriftmetall ausgegossen. Das Schriftmetall wurde auf eine Druckplatte montiert und davon wurde gedruckt. Im folgenden Bild ein Ausschnitt des Urstempels auf dem kleinste Teile filigran herausgearbeitet sind. Es gab also Personal, dass diese Arbeit in hoher Qualität verrichten konnte.

Detail des originalen Hartholzurstempels


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